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Achterbahnfart der Hormone

Wechseljahre

Stand: 06.04.2017

Wie sehr das Hormonsystem unser Wohlbefinden und die Gefühlswelt steuert, bemerkt manche Frau ziemlich deutlich, wenn sie in die Wechseljahre kommt.

"So kenne ich mich gar nicht", stöhnte neulich eine Freundin. Sie war aus nichtigem Anlass völlig aus der Fassung geraten. Tatsächlich entgleitet Frauen in den besten Jahren gelegentlich die innere und äußere Contenance. Das sorgfältige Zusammenspiel verschiedener Hormongruppen ist schlicht gestört. Kommen dann noch andere Stressfaktoren hinzu, purzeln die Gedanken durcheinander und sausen die Stimmungen wie ein "Hau den Lukas" nach oben.

Doch Wechseljahrs-Beschwerden sind kein Muss. Befragungen zeigen immer wieder, dass ein gutes Drittel aller Frauen kurz vor und nach der Menopause wenig Veränderungen bemerkt. Zweidrittel allerdings registrieren die berühmten Hitzeschübe. Ein Drittel hat zusätzlich mit Problemen wie Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche und Gelenkschmerzen zu kämpfen. Alles das ist eigentlich keine Krankheit, stört aber trotzdem. Was tun? Die meisten wünschen sich eine natürliche Behandlung.

Hitzewallungen, Schlafstörungen und Unruhe

An erster Stelle der typischen Wechseljahrsprobleme stehen Hitzewallungen. Sie gehen oft mit verstärktem Herzklopfen, starken Erweiterungen der Blutgefäße und sogar Angstgefühlen einher. Wer einmal mit Panikgefühlen nachts aufgewacht ist, beruhigt vielleicht Folgendes: Hitzewellen sind nicht gefährlich, das Herz-Kreislauf-System kommt damit gut klar. Es gibt sogar Anhaltspunkte, dass Frauen dadurch etwas besser vor Brustkrebs geschützt sind.

Was hilft? Neben Sojaprodukten, die den Hormonhaushalt insgesamt ausgleichen, lindert vor allem ein Tee aus Salbei starkes Schwitzen. Generell gibt es viele Kräuter, Rezepturen und Anwendungen gegen ganz unterschiedliche Wechseljahrsprobleme. Lassen Sie sich in Ihrem Reformhaus® beraten, die geschulten Fachkräfte können Ihnen individuell Empfehlungen geben, wie Sie Ihre Beschwerden in den Griff bekommen können.

Gut zu wissen: Wann ist eine Hormonanalyse sinnvoll?

Prof. Dr. Christoph M. Bamberger, Endokrinologe (Hormonexperte): "Bei länger andauernder Müdigkeit und Abgeschlagenheit, unklarer Gewichtszunahme oder -abnahme, unregelmäßigem Zyklus, Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen oder Libidoverlust sollte immer auch der Hormonstatus untersucht werden. Ganz besonders wichtig ist die Messung der Schilddrüsenhormone, da ein Zuviel oder ein Mangel eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen kann."

Welche Chancen bietet diese Lebensphase?

Rund zehn Jahre dauert die Umstellung des Körpers. Das ist eine lange Zeit und es sind langfristige Strategien nötig. Humor könnte eine wirkungsvolle Methode sein. Ganz nach dem Motto der Buchautorin Dora Heldt „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ kann man das Klimakterium entschärfen, indem man dem Unvermeidlichen mit freundlichem Spott begegnet. Was soll man auch sonst tun, wenn man gerade mitten bei einem netten Gespräch mit dem attraktiven Nachbarn glutrot anläuft wie ein Teenager, obwohl man wirklich nur eine Hitzewallung hat. Oder der Schweiß bei einer Präsentation den Rücken herunterläuft – obwohl man völlig professionell die Sache im Griff hat. Wenigstens im Nachhinein taugt jede Peinlichkeit für eine Anekdote unter Freundinnen. Amüsieren wir uns. Wem das nicht liegt: Es gibt bundesweit Selbsthilfegruppen und Wechseljahrsberatungen. Reden schafft Abstand.

Und die Stimmungsschwankungen? Ein Wutausbruch kann auch reinigend sein. Viele Frauen tappen nach wie vor in die Falle, immer gefallen zu wollen. Das setzt Kontrolle voraus und ist anstrengend. Spielen die Hormone verrückt, gelingt das nicht mehr. Hysterische Schreiattacken, mit der Faust auf den Tisch hauen, wer diese Seiten neu an sich entdeckt, sollte einfach mal nur staunen. Manchmal ist schlechtes Benehmen auch ganz nützlich.

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