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Overnight Oats

Trends auf dem Teller

Was essen wir morgen?

Stand: 14.01.2017

Und was essen wir morgen? Diese Frage bewegt nicht nur hungrige Gemüter, sondern auch Agrarwissenschaftler, Ernährungsexperten, Trendforscher und nicht zuletzt Nahrungsmittelhersteller. Der ReformhausKurier bringt Klarheit in den Küchendunst.

Jeder Mensch muss essen. Aber die individuellen Ernährungsgewohnheiten unterscheiden sich erheblich – je nach persönlichen Vorlieben und kulturellem Hintergrund, nach zeitlichen und materiellen Möglichkeiten, nach gesundheitlicher Ausrichtung oder religiösen Vorbehalten. Während der Urmensch in erster Linie die Sorge hatte, überhaupt etwas zu essen zu finden, steht zumindest in den reichen Industrienationen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung vor der Frage, in welcher Form sie sich aus einem reichhaltigen Angebot bedienen soll. Was auf den Teller kommt, hängt zunehmend auch von Moden, Trends und Life-style-Aspekten ab.

Tierisch im Trend: Veggie und Vegan

Schneller als ein Hefeteig im Warmen wächst seit Jahren die Zahl der Menschen, die sich fleischlos glücklich fühlen. Noch Mitte der 80-er Jahre lag der Anteil der Vegetarier in Deutschland deutlich unter einem Prozent der Bevölkerung. Mittlerweile geht der Vegetarierbund Deutschland e.V. (VEBU) auf der Basis mehrerer Umfragen und Studien davon aus, dass knapp zehn Prozent der Deutschen vegetarisch essen, also nur Produkte vom lebenden Tier wie Eier oder Milch zu sich nehmen.

Gut ein Prozent der Bevölkerung lässt konsequent alle tierischen Erzeugnisse weg und lebt vegan. Kaum zu erfassen sind die Flexitarier, das heißt Menschen, die nicht komplett auf Fleisch verzichten, aber den Konsum stark einschränken. Dass ihre Zahl offensichtlich ebenfalls stark steigt, legt allein ein Blick in die Kühlregale in den Lebensmittelgeschäften oder im Reformhaus® nahe: Wenn selbst eingefleischte Wursthersteller Salami- oder Leberwurst-Doubles aus Weizen oder Soja anbieten, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die vegetarische Ernährung in der Mitte beziehungsweise im Bauch der Gesellschaft angekommen ist.

Für eine fleischlose Kost, wie sie Reformhaus® seit 130 Jahren präferiert, sprechen viele ethische, ökologische und gesundheitliche Gründe. Bei der streng veganen Variante ist allerdings auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 zu achten, das nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

Weglassen als Ziel: Clean Eating

Clean Eating ist ein Oberbegriff für Ernährungsweisen, bei denen konsequent auf bestimmte Substanzen verzichtet wird: etwa frei von künstlichen Zusatzstoffen, Zucker, Gluten oder Laktose. Grundsätzlich ist es immer zu begrüßen, möglichst naturbelassene, unbehandelte Lebensmittel zu essen.

Bei natürlichen, unstrittig unschädlichen Inhaltsstoffen stellt sich indes die Frage, ob das Weglassen tatsächlich einen Vorteil bringt. Schätzungsweise nur ein Prozent aller Menschen leidet unter Zöliakie, einer Unverträglichkeit gegenüber dem Getreide-Eiweiß Gluten. Mehr als 80 Prozent aller Europäer können problemlos den Milchzucker Laktose aufspalten.

Power-Frühstück: Overnight Oats

Ebenfalls aus den USA kommt der Trend der Overnight Oats: Haferflocken (oats) oder anderes Getreide werden über Nacht im Kühlschrank eingeweicht und am Morgen mit Obst, Nüssen, Joghurt und Ölsaaten angereichert. Das kommt irgendwie bekannt vor? Als der Schweizer Arzt Maximilian Bircher-Benner um 1900 seine diätetische Heilnahrung entwickelte, spielte dabei die sogenannte Sennerspeise eine zentrale Rolle: eingeweichte Haferflocken mit Äpfeln, Nüssen, Zitronensaft, Honig und Rahm. Die Sennerspeise machte später als Müsli Karriere. Overnight Oats klingt eindeutig hipper und ändert nichts an der Tatsache, dass dieses Power-Frühstück für einen perfekten Start in den Tag sorgt.

All-umfassend: Astronautennahrung

Raumkapseln haben weder Küche noch Zugang zum Wochenmarkt. Deshalb wurde für Astronauten eine Nahrung entwickelt, die ohne Zubereitung auskommt und alle notwendigen Inhaltsstoffe in möglichst kompakter Form vereint. Auf der Erde wächst in den vergangenen Jahren das Angebot an Produkten wie Compleat oder Soylent, die als Astronautennahrung für Jedermann beworben werden.

Auch im Reformhaus® gibt es beispielsweise mit Alsiroyal EnergyPlus eine Trink- und Aufbaunahrung, die dabei helfen kann, etwa nach schweren Krankheiten wieder zu Kräften zu kommen. Der Gedanke, nur ein Pulver mit Flüssigkeit anzurühren und damit aller Ernährungssorgen ledig zu sein, mag für praktisch orientierte Menschen reizvoll klingen. Allerdings lässt diese minimalistische Form einer Mahlzeit einen wichtigen Aspekt außer Acht, der über allen Küchentrends steht und bisher nie aus der Mode gekommen ist. Man kann es Soulfood nennen oder einfach nur: Genuss.

Runde Sache: Powerbowls

Auf die richtige Mischung kommt es bei den vor allem in den USA populären Powerbowls an: In einer Schüssel (bowl) werden in einem bestimmten Verhältnis Getreide, Gemüse, mageres Eiweiß wie Quark, Eier oder Geflügel sowie naturbelassene Öle, Nüsse oder andere Samen zusammengefügt. Die richtige Kombination sorgt bei dieser geschirrsparenden Ernährungsweise dafür, dass der Körper mit Energie und allen notwendigen Ballast- und Vitalstoffen versorgt wird.

(Heu-)Schreck lass nach: Insekten

Zwischen Eclair und Entrecôte könnte womöglich bald ein neuer kulinarischer Begriff in aller Munde sein: Entomophagie, der menschliche Verzehr von Insekten. Heuschrecken, Käfer und Maden liefern hochwertiges Eiweiß, viele Vitalstoffe und sind dabei fett- und cholesterinarm.

Der Blick über den heimischen Tellerrand zeigt, dass Insekten schon heute für mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit sozusagen zum täglich Brot gehören. Und in Deutschland war Maikäfersuppe noch vor 150 Jahren ein gängiges Frühjahrsgericht. Um den Hunger einer stetig wachsenden Weltbevölkerung zu stillen, ist es allerdings nötig, die ressourcenverbrauchende Fleisch- und Fischproduktion zu reduzieren.

Für Jäger und Sammler: Paleo-Food

Nicht wirklich neu, sondern eher prähistorisch ist der Trend zum Paleo-Food. Dabei kommt nur auf den Tisch, was schon der Steinzeitmensch in seiner Höhle gegessen hat, bevor er damit begann, Nutztiere zu halten oder Ackerbau zu betreiben. Das bedeutet, Getreide oder Milchprodukte sind out, stattdessen gibt es viel Fleisch, Nüsse, Früchte oder Pilze. Das führt zu einem hohen Anteil von Protein in der Ernährung. Ein positiver Aspekt ist der weitgehende Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und zusätzlichen Zucker.

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