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Science-Fiction wird Realität

Auch Hollywood kämpft für Tierrechte

Stand: 09.03.2018

Mögen Sie Science-Fiction-Filme auch so sehr wie ich? Da geht es nicht nur um Weltraumabenteuer und fremde Zivilisationen. Sondern fast immer auch um wissenschaftlich-technischen Fortschritt und gesellschaftlich-kulturelle Entwicklungen in der Zukunft.

Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern bisweilen auch sehr interessant und lehrreich. Denn die bearbeiteten Themen sind oftmals ein Spiegel unseres Zeitgeistes. Dinge, die die Menschen heute bewegen, werden weitergedacht. Und es wird gezeigt, wie unsere Welt in der Zukunft aussehen könnte. Aktuell greifen Science-Fiction-Filme immer wieder das Thema Tierrechte auf – und hinterfragen dabei unseren Umgang mit fühlenden Individuen anderer Spezies. 

Mitte letzten Jahres kam „Okja“ heraus. In dem Film geht es um ein auf Höchstleistung gezüchtetes Superschwein, das nach der medialen Ausschlachtung seiner sensationellen Geschichte selbst auf die Schlachtbank soll. Die Tochter des Bauern, bei dem das Schwein im Auftrag eines globalen Großkonzerns aufgezogen wurde, entwickelt jedoch eine enge persönliche Bindung zu dem Tier und betrachtet es als Familienmitglied statt als Nahrungsmittel. Entsprechend setzt sie sich mit aller Kraft und mithilfe von Tierrechtsaktivisten für dessen Rettung ein.
Und jetzt ist etwas noch Bemerkenswerteres passiert: Hollywood greift das Mensch-Tier-Verhältnis und das Tierrechtsthema in einer der beliebtesten und einflussreichsten Sagen der Popkultur auf – in der neuesten Produktion der Star-Wars-Reihe: Den Protagonisten Chewbacca ereilt das Mitgefühl, als er beim Essen in die Augen eines derjenigen Tierbabys schaut, dessen Artgenosse er gerade verspeisen will. Er entscheidet sich dagegen, Tiere zu essen, weil ihm klar wird, dass er im Begriff ist, nicht etwas, sondern jemanden zu essen – eine Einsicht, die viele pflanzlich lebende Menschen nur zu gut kennen. Daneben enthält der Film noch weitere Szenen, in denen die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungszwecken – wie etwa Wettrennen – kritisch betrachtet wird. Und einmal rettet die buchstäbliche Rücksicht auf Tiere den Protagonisten sogar das Leben.

All das ist Ausdruck eines ethisch-kulturellen Wandels, der sich aktuell vollzieht: Menschen betrachten Tiere zunehmend als intelligente und empfindsame Individuen mit einem Recht auf ein gutes Leben – statt nur als Dinge, Waren oder Objekte zur Befriedigung menschlicher Interessen. Dass dieser Wandel sich jetzt auch in der Populärkultur zunehmend abzeichnet, stimmt mich zuversichtlich. Denn gerade auf diese Weise verbreiten sich neue Ideen in der Gesellschaft sehr schnell. Unterhaltung und das Anregen zu kritischem Nachdenken verbinden sich so auf schöne Weise. Damit diese Welt keine Science-Fiction-Welt bleibt, sondern Realität wird, daran arbeiten auch wir bei ProVeg tagtäglich. Da ist Unterstützung aus Hollywood herzlich willkommen. In diesem Sinne: Film ab! 

Herzlich Ihr

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