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Auf den Geschmack gekommen

Missverstandene "Imitate"

Stand: 07.11.2017 (07.11.2017)

Neulich stand ich beim Einkaufen in meinem Reformhaus® vor dem Kühlregal mit den Fleisch-, Wurst- und Käsealternativen – Produkten also, die aussehen wie Tierprodukte und auch so heißen, aber rein pflanzlich sind. Dabei hörte ich ein angeregtes Gespräch von zwei anderen Kunden, die das Sortiment kritisch beäugten: „Soja-Schnitzel? Weizen-Steak? Lupinen-Bratwürste? Was soll denn das? Wieso müssen Vegetarier und Veganer so ein Zeug essen? Sie wollen doch eigentlich gar kein Fleisch mehr, greifen dann aber zu solchen Imitaten. Wenn sie konsequent wären, würden sie es einfach ganz lassen und nur Gemüse essen. Was für eine Heuchelei!“ 

Dieses Argument habe ich schon oft gehört. Und es ist vollkommen klar, welches Missverständnis hier vorliegt. Wer sich pflanzlich ernährt, hat dafür meist einen guten Grund: Tierschutz, Umweltschutz, globale Ernährungsgerechtigkeit oder die eigene Gesundheit. Viele dieser Menschen mögen eigentlich Tierprodukte. Sie essen sie nur nicht mehr aus den genannten Gründen. Es ist also nicht unbedingt eine grundsätzliche Abneigung, die hier eine Rolle spielt. Und genau hierfür sind diese Produkte gedacht: Sie bieten einen guten Kompromiss. Man muss das Gewohnte und Liebgewonnene nicht komplett aufgeben und kann trotzdem etwas gegen die damit verbundenen Probleme tun. Das finde ich klasse! Bei manchen Anhängern der pflanzlichen Lebensweise sind solche Alternativprodukte nur eine Übergangsphase; für andere werden sie zum festen Bestandteil ihrer Ernährung. Denn schließlich gibt es hier zwei unterschiedliche Gruppen: Die einen entwickeln mit der Umstellung ihrer Lebensweise schnell eine starke mentale und körperliche Abneigung gegen alle Tierprodukte. Die anderen tun dies nicht. Sie mögen weiterhin Tierprodukte, versagen sich aber deren Konsum. Dabei ist nicht das eine besser oder schlechter. Im einen Fall finde ich es bewundernswert, wie sich die Bedürfnisse von Menschen ihren Überzeugungen anpassen, ohne Konflikte zu erzeugen. Im anderen Fall beeindruckt es mich, wie Menschen den Konflikt annehmen, Willensstärke beweisen und der permanenten Versuchung widerstehen. Gerade für Letztere sind Tofu-Schnitzel und Seitan-Bratwürste eine willkommene Alternative. Mit Heuchelei hat das alles nichts zu tun. Das wäre ein ziemliches Missverständnis. Vielmehr handelt es sich um eine sinnvolle Alternative für viele Menschen. Diese finden Sie auch in Ihrem Reformhaus® – probieren Sie es einfach mal aus!

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