Vegane Freunde am Esstisch

Mangelware Vitamin B12?

Risikogruppen für Unterversorgung

Stand: 28.08.2020 (28.08.2020)

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Ohne Vitamin B12 geht gar nichts. Ob es um den Energiestoffwechsel geht, um die Bildung von Blutzellen oder um den Aufbau von Nervenhüllen: Das auch unter dem Namen Cobalamin bekannte Coenzym ist an zahlreichen lebenswichtigen Prozessen des Körpers beteiligt. Veganer und Vegetarier sind auf Supplementierung angewiesen, aber es gibt noch weitere Risikogruppen, bei denen eine Unterversorgung häufig vorliegt. Sind Sie betroffen?

Der menschliche Körper kann Vitamin B12 nicht selbst herstellen. Das Vitamin wird zwar von Mikroorganismen gebildet, die auch in unserem Darm vorkommen, aber über diesen Weg können wir die Substanz so gut wie gar nicht aufnehmen. Daher sind wir auf die Zufuhr vor allem durch Innereien (Leber, Nieren) tierischen Ursprungs oder eine Supplementierung angewiesen. Dann muss unser Organismus das Vitamin noch aufnehmen und verwerten können, was nicht immer der Fall ist. Jeder Zehnte in Deutschland hat zu wenig Vitamin-B-12 im Blut, bei den über 65-jährigen liegt der Anteil der Unterversorgten sogar bei 25%. Dabei hat B12 vielfältige und äußerst wichtige Aufgaben im Körper zu erledigen.

Wozu braucht der Körper Vitamin B12?

Unsere Zellteilung und -differenzierung sowie die Synthese und Modifikation unserer DNA brauchen dieses Vitamin, ebenso diverse Stoffwechselprozesse von Fetten und Aminosäuren. Hierbei ist die Funktion von Vitamin B12 beim Umbau von Homocystein zu Methionin extrem wichtig, denn erhöhte Blutwerte für Homocystein können die Blutgefäße schädigen, Methionin dagegen wird zur Synthese, Anregung und zum Abbau zahlreicher Stoffe im Körper benötigt. 

Wir brauchen Vitamin B12 für…

  • das Immunsystem
  • Power und Energie
  • das Nervensystem
  • eine ausgeglichene Psyche
  • die Bildung roter Blutkörperchen
  • den Energiestoffwechsel

Vitamin B12 wird ebenfalls benötigt, um Folsäure (auch bekannt als Vitamin B9) zu ihrer aktiven Form zu verhelfen. Ohne aktive Folsäure ist die Synthese von Purinen und Pyrimidinen, Bestandteil von DNA-Bausteinen, nicht möglich.

Wie zeigt sich ein Vitamin-B12-Mangel?

Die typischen bei Vitamin B12 Unterversorgung auftretenden Symptome sind nicht immer leicht zuzuordnen, da die meisten von ihnen diffus sind und auch andere Ursachen dahinterstecken können. Trotzdem können sie einen hilfreichen ersten Hinweis für einen möglicherweise vorliegenden Vitamin-B12-Mangel liefern.

Typische Symptome bei Vitamin-B12-Mangel:

  • Blutarmut
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Depressive Verstimmungen
  • Atemnot
  • Ohnmacht
  • Schwindel
  • Niedriger Blutdruck
  • Störungen der Bewegungskoordination
  • Erhöhte Sturzgefahr
  • Muskelschwäche
  • Krämpfe
  • Zittern der Hände
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Brennende Zunge
  • Haarausfall
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisschwäche, Verwirrtheit
  • Hyperpigmentierung
  • Unscharfe Sicht

Ein länger andauernder Mangel an Vitamin B12 kann zu Erkrankungen wie funikulärer Myelose oder megaloblastärer Anämie führen. Die funikuläre Myelose zählt zu den Entmarkungskrankheiten (wie Multiple Sklerose), hier können die Ausfälle der Motorik und Sensibilität sich bei fehlender Behandlung bis zu einer Querschnittslähmung verschlimmern. Bei einer megaloblastären Anämie kommt es zu einer gestörten Bildung der roten Blutkörperchen, als Folge wird der Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. Diese Art von Blutarmut kann übrigens ebenfalls auf unzureichende Zufuhr von Folsäure zurückzuführen sein.

Ein Vitamin-B12-Mangel kann Monate oder sogar Jahre unentdeckt bleiben – mit der Zeit können sich jedoch teils schwerwiegende Probleme zeigen.

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Die Ursachen für einen Vitamin-B12-Mangel

Grundsätzlich kann ein Cobalamin-Mangel entstehen, wenn längere Zeit weniger von dem Vitamin zugeführt wird, als der Körper benötigt. Auch ein erhöhter Verbrauch kann zur Unterversorgung führen. Medikamente, welche die Magensäurebildung unterbinden, können sich ebenfalls ungünstig auswirken.

Die folgenden Situationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper nicht ausreichend mit B12 versorgt wird:

  • Zu wenig Vitamin B12 in der Ernährung (Veganismus, fleischarme Ernährung, Magersucht)
  • Erhöhter Bedarf (Schwangerschaft, Stillzeit, Stressphasen)
  • gestörte Aufnahme (Leberschäden, Schäden der Bauchspeicheldrüse, Zöliakie)
  • Darmerkrankungen (chronische Entzündungen des Verdauungstrakts, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa; Magenschleimhautentzündungen; operative Entfernung eines Darmabschnittes)
  • Säureproduktion hemmende Medikamente (H2-Antihistaminika, Protonenpumpen-Inhibitoren)
  • Alkoholismus (Vitamine werden ausgeschwemmt, einseitige Ernährung, ggf. geschädigte Leber)
  • Transportproteinmangel (die Aufnahme von B12 wird durch fehlenden Intrinsic-Faktor erschwert)
  • Höheres Alter (fehlendes Hungergefühl, Kau- und Schluckprobleme, Medikamente, Resorptionsstörungen)
  • Besteht Verdacht auf krankheitsbedingen Mangel an Vitamin B12, sollten die Diagnose und die Therapie in ärztlicher Begleitung erfolgen.

Besondere Risikogruppe für B12-Mangel: Veganer und Lacto-Ovo-Vegetarier

Zahlreiche gesundheitliche, ethische und die Umwelt betreffende Argumente sprechen für eine vegetarische und vor allem vegane Lebensweise. Wer sich für diesen empfehlenswerten Weg entscheidet, sollte jedoch unbedingt über einige Ernährungsfakten Bescheid wissen. Zu den wichtigsten zählt: Vitamin B12 ist fast ausschließlich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs wie vor allem Leber und Nieren in ausreichender Menge vorhanden, wobei das B12 meist aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt und als Zusatz dem Tierfutter beigemischt wird. Milch und Milchprodukte haben jedoch kaum ausreichende Vitamin B12-Gehalte, um eine Unterversorgung zu verhindern. Die manchmal genannten pflanzlichen Quellen wie Algen oder Sauerkraut enthalten entweder zu wenig von dem Wirkstoff oder in einer nicht verwertbaren Form. Die passende Supplementierung hilft Veganern, Vegetariern aber auch vielen Mischköstlern, Mängel auszugleichen und gesundheitliche Nachteile abzuwenden.

Testverfahren für Vitamin-B12-Mangel

Wenn zum Beispiel typische Symptome vorliegen, oder man sich als Vegetarier oder Mischköstler unsicher ist, ob die Ernährung ausreichend Vitamin B12 enthält, schafft ein Labortest Klarheit. Es gibt mehrere Biomarker, die Informationen über den B12-Versorgungsstand des Körpers liefern können.

Gesamt-Vitamin-B12 (Serum B12):

  • Vorteile: Der gängigste und günstigste Test.
  • Nachteile: Unterscheidet nicht zwischen aktiven (Holo-TC) und inaktiven (unwirksamen) B12. Nicht als präventiver Marker zur Frühdiagnostik geeignet

Holo-Transcobalamin II (Holo-TC):

  • Vorteile: Akkurater Messwert, es wird nur das B12 angezeigt, das an das Transportprotein Transcobalamin II gebunden und damit aktiv ist. Reagiert schnell auf Änderungen (mangelnde, steigende Zufuhr). Kann dadurch auch helfen, eine Störung der B12-Aufnahme zu entdecken.

Methylmalonsäure (MMA)

  • Vorteil: Unabhängig von anderen potentiellen Vitaminmängeln. Ein erhöhter Wert im Urin lässt mit großer Sicherheit auf eine Unterversorgung mit B12 schließen.
  • Nachteil: Nicht als präventiver Marker zur Frühdiagnostik geeignet

Homocystein

  • Nachteile: Ungenauigkeit. Ein erhöhter Homocysteinspiegel kann auf B12-Mangel hinweisen, er kann aber auch durch Mangel an Folsäure (B9) oder Pyridoxin (B6) entstanden sein. Nicht als präventiver Marker zur Frühdiagnostik geeignet

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Lesen Sie auch unseren ausführlichen Artikel zum Thema Vitamin B:

 Heldenhaft durch den Tag

 

 

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