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Kurkuma - viel mehr als ein Gewürz

Heilkräuter

Stand: 29.07.2016

Mit seinem pfeffrig-frischen Aroma und seinem scharf-bitteren, an Moschus erinnernden Geschmack spielt Kurkuma als Gewürz in unseren Küchen eine Außenseiterrolle. Wir kennen es meistens nur „undercover”, nämlich als Beimischung zu Curry und Senf. Dabei soll Kurkuma ein enormes gesundheitsförderndes Potenzial besitzen.

Zur Einleitung eine kleine Anekdote: 1995 wurden zwei indische Wissenschaftler mit Kurkuma als Heilkraut beim US-Patentamt vorstellig.
Das Indian Council for Scientific and Industrial Research wies allerdings nach, dass die Pflanze schon vor 4000 Jahren zur Wundbehandlung eingesetzt worden war. Die Gerichte ließen daraufhin das Patent zurückziehen. Die beiden Inder hätten eigentlich wissen müssen, dass gerade Kurkuma (Curcuma) auf eine überaus lange und ergiebige Heiltradition zurückblicken kann. So wird die mit dem Ingwer verwandte Gelbwurz schon in den uralten Sanskrit-Schriften der Ayurveda-Lehre erwähnt. Sie gilt dort als heißes, aber trotzdem leichtes und trockenes Gewürz mit reinigender und energiespendender Kraft.

Mittlerweile liegen zahlreiche Studien vor, die Kurkuma als wirkungsvolles Heilkraut bestätigen.

Gelbwurz für Leber und Galle

Hauptwirkstoff der Wurzelknollen sind ihre gelben Farbstoffe, und hier vor allem das Curcumin. Sie arbeiten als sogenanntes Cholagogum (galletreibendes Mittel). Zusammen mit den ätherischen Ölen der Pflanze fördern sie die Leber, mehrfettverdauende Galle zu produzieren. Und andererseits regen sie die Gallenblase als „Zwischenlager” der Galle dazu an, sich stärker in den Darm zu entleeren.

Kurkuma fördert also den Gallefluss – und der hat einen engen Bezug zur Leber, wie koreanische Forscher belegen konnten. Mithilfe der Gelbwurz konnten sie die Vermehrung von Hepatitis-Viren stoppen. Für Leber und Galle scheint die Pflanze also ein echter Segen zu sein. Curcumin diente schon vor etwa 80 Jahren den Pharma-Forschern als Referenzsubstanz, um synthetische Gallemittel herzustellen. Das heißt: Jedes neue Medikament gegen Gallebeschwerden musste sich fortan mit dem Gewürzstoff messen – das sagt einiges aus.

Kurkuma auch als Gute-Laune-Bringer

Kurkuma wirkt positiv auf Blutgerinnung und Cholesterinwerte. Es bilden sich weniger lebensbedrohliche Gerinnsel und Ablagerungen an den Blutgefäßwänden. „In einigen Fällen scheint er als Entzündungshemmer ähnlich stark zu sein wie Cortison”, erklärt der englische Heilpflanzenexperte Andrew Chevallier.

In einer Studie der Mahidol University im thailändischen Bangkok linderte er arthritische Knieschmerzen genauso wie die herkömmlichen Schmerzmittel. In anderen Studien blockierte Curcumin genau jene Substanzen, die bei Schuppenflechte und Darmentzündungen eine Schlüsselrolle spielen.

Zudem präsentierte sich der Farbstoff gegenüber Krebsgeschwüren als „Gelbe Gefahr”. Denn Tumorzellen entwickeln sich in seiner Gesellschaft deutlich langsamer, vor allem aber sinkt ihre Neigung, sich im Organismus durch Metastasen auszubreiten.

Seit einigen Jahren wird unter Forschern auch ein „Gute-Laune-Effekt” der Pflanze diskutiert. Denn im Labor verringerte sie den Abbau von Dopamin, Serotonin und anderen Neurotransmittern, die für ein funktionierendes und glückliches Gehirn benötigt werden. Ob dies ausreicht, um auch echte Depressionen zu lindern, wie es etwa vergleichsweise von Johanniskraut bekannt ist, muss noch näher untersucht werden.

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