dunkelhaarige Frau ist nachdenklich

Klarer Kopf

Mit Ernährung heilen

Stand: 31.10.2020

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Was unser Gehirn braucht, damit wir konzentriert und hellwach durch den Alltag gehen können – Prof. Andreas Michalsen verrät es.

Blitzgescheit im Gespräch reagieren, Regalsysteme entspannt zusammenbauen, weil man die richtige Konstruktion schon vorm inneren Auge sieht. Oder: Den Namen des ehemaligen Kollegen sofort parat haben. Alle Informationen erinnern, die man für einen Einkauf braucht, um daraus schmackhafte, gesunde Gerichte zu zaubern.

Unser Gehirn hat viel zu tun und manchmal schwächelt es leider im falschen Moment. Damit die kleinen Nerven-Rädchen wie gewünscht ineinandergreifen, sollten wir ein paar Erkenntnisse aus der Wissenschaft beherzigen.

Unser Gehirn braucht die richtige Nahrung, Entlastungszeiten und einen guten Reinigungstrupp für störende Ablagerungen. Zunächst zum Putztrupp: Das zelluläre Reinigungsprogramm, die Autophagie, sorgt auch im Gehirn wie im gesamten Körper im besten Fall für einen reibungslosen Ablauf. Inzwischen weiß man, dass man die Autophagie mit langen Essenspausen und Fasten unterstützen kann. Permanentes Snacken dagegen behindert die Konzentration und blockiert den Verjüngungsprozess der Zellen.

Neue Erinnerungen schaffen

Die Fähigkeit, auch im zunehmenden Alter, neue Erinnerungen abspeichern zu können, wird durch die sogenannte synaptische Plastizität ermöglicht. Im Prinzip beschreibt dieser Begriff die Fähigkeit von Synapsen, chemische Signale zu erkennen und weiterzuleiten. Um diese Leistung zu stabilisieren, hat sich eine eiweißähnliche Substanz in den Mittelpunkt vieler Forschungsprojekte von Neurologen geschoben: das Spermidin. Dieser Stoff wurde erstmals im Sperma entdeckt, daher der Name. Doch er wird in fast allen Körperzellen gebildet und kommt auch in Lebensmitteln vor.

Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus in Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité: „Studien zeigen, dass einzelne Nahrungsmittel, die Spermidin enthalten, das Gedächtnis fördern: Spermidin ist in Weizenkeimen, Pilzen, Äpfeln, Soja, gereiftem Käse, Erbsen, Nüssen und Brokkoli enthalten.“

Speziell das Spermidin aus Weizenkeimen nutzen Demenzforscher, um einem geistigen Abbau entgegenzuwirken. Mit vielversprechenden Resultaten. Außerdem wichtig: Viel trinken, das erleichtert den Informationsfluss, weil Nähr- und Sauerstoff auch ins Gehirn gelangen. Die richtigen Fette, also Omega-3-Fettsäuren (im Reformhaus® zum Beispiel Dr. Budwig Omega-3 Leinöl; Alsiryoal® Bioaktives Omega-3-Leinöl 600) sorgen für elastische Zellmembranen und fördern die Weiterleitung von Informationen. Außerdem sind Fette wichtig, um Vitamine zu lösen und verarbeiten zu können.

Zu viel Stress killt die Konzentration

Hellwach und konzentriert durch den Alltag. Da braucht es aber noch mehr als die richtige Ernährung. Prof. Michalsen: „Stress und Schlafmangel sind die beiden größten Feinde von Konzentration und Gedächtnisleistung. Dabei werden Hormone ausgeschüttet, die Denkprozesse behindern. Sehr wirksam als Ausgleich ist Meditation. Dadurch steigt die Hirnleistung und Demenz wird vorgebeugt. Auch kreative, künstlerische und musische Aktivitäten wirken schützend (lesen Sie auch: Stresskiller Ginseng).

Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Naturheilkunde der Charité Universitätsmedizin Berlin, bewertet die wichtigsten Trends zur Ernährung und zeigt, wie mit einer Umstellung Heilerfolge bei Erkrankungen und Beschwerden erzielt werden können. Diesmal: konzentriert und hellwach in stressigen Zeiten

Prof. Dr. Andreas Michalsen „Mit Ernährung heilen: Besser essen – einfach fasten, länger leben“. Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis. Insel-Verlag, 24,95 Euro.

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