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dunkelhaarige Frau ist nachdenklich

Klarer Kopf

Mit Ernährung heilen

Stand: 11.11.2019

Was unser Gehirn braucht, damit wir konzentriert und hellwach durch den Alltag gehen können – Prof. Andreas Michalsen verrät es.

Blitzgescheit im Gespräch reagieren, Regalsysteme entspannt zusammenbauen, weil man die richtige Konstruktion schon vorm inneren Auge sieht. Oder: Den Namen des ehemaligen Kollegen sofort parat haben. Alle Informationen erinnern, die man für einen Einkauf braucht, um daraus schmackhafte, gesunde Gerichte zu zaubern.

Unser Gehirn hat viel zu tun und manchmal schwächelt es leider im falschen Moment. Damit die kleinen Nerven-Rädchen wie gewünscht ineinandergreifen, sollten wir ein paar Erkenntnisse aus der Wissenschaft beherzigen.

Unser Gehirn braucht die richtige Nahrung, Entlastungszeiten und einen guten Reinigungstrupp für störende Ablagerungen. Zunächst zum Putztrupp: Das zelluläre Reinigungsprogramm, die Autophagie, sorgt auch im Gehirn wie im gesamten Körper im besten Fall für einen reibungslosen Ablauf. Inzwischen weiß man, dass man die Autophagie mit langen Essenspausen und Fasten unterstützen kann. Permanentes Snacken dagegen behindert die Konzentration und blockiert den Verjüngungsprozess der Zellen.

Neue Erinnerungen schaffen

Die Fähigkeit, auch im zunehmenden Alter, neue Erinnerungen abspeichern zu können, wird durch die sogenannte synaptische Plastizität ermöglicht. Im Prinzip beschreibt dieser Begriff die Fähigkeit von Synapsen, chemische Signale zu erkennen und weiterzuleiten. Um diese Leistung zu stabilisieren, hat sich eine eiweißähnliche Substanz in den Mittelpunkt vieler Forschungsprojekte von Neurologen geschoben: das Spermidin. Dieser Stoff wurde erstmals im Sperma entdeckt, daher der Name. Doch er wird in fast allen Körperzellen gebildet und kommt auch in Lebensmitteln vor.

Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus in Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité: „Studien zeigen, dass einzelne Nahrungsmittel, die Spermidin enthalten, das Gedächtnis fördern: Spermidin ist in Weizenkeimen, Pilzen, Äpfeln, Soja, gereiftem Käse, Erbsen, Nüssen und Brokkoli enthalten.“

Speziell das Spermidin aus Weizenkeimen nutzen Demenzforscher, um einem geistigen Abbau entgegenzuwirken. Mit vielversprechenden Resultaten. Außerdem wichtig: Viel trinken, das erleichtert den Informationsfluss, weil Nähr- und Sauerstoff auch ins Gehirn gelangen. Die richtigen Fette, also Omega-3-Fettsäuren (im Reformhaus® zum Beispiel Dr. Budwig Omega-3 Leinöl; Alsiryoal® Bioaktives Omega-3-Leinöl 600) sorgen für elastische Zellmembranen und fördern die Weiterleitung von Informationen. Außerdem sind Fette wichtig, um Vitamine zu lösen und verarbeiten zu können.

Zu viel Stress killt die Konzentration

Hellwach und konzentriert durch den Alltag. Da braucht es aber noch mehr als die richtige Ernährung. Prof. Michalsen: „Stress und Schlafmangel sind die beiden größten Feinde von Konzentration und Gedächtnisleistung. Dabei werden Hormone ausgeschüttet, die Denkprozesse behindern. Sehr wirksam als Ausgleich ist Meditation. Dadurch steigt die Hirnleistung und Demenz wird vorgebeugt. Auch kreative, künstlerische und musische Aktivitäten wirken schützend (lesen Sie auch: Stresskiller Ginseng).

Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Naturheilkunde der Charité Universitätsmedizin Berlin, bewertet die wichtigsten Trends zur Ernährung und zeigt, wie mit einer Umstellung Heilerfolge bei Erkrankungen und Beschwerden erzielt werden können. Diesmal: konzentriert und hellwach in stressigen Zeiten

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Weizenkeime

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie forscht mit konzentriertem Spermidin aus Weizenkeimen. Sie zählt es zu den Substanzen, die Effekte des Fastens in der Zelle nachahmen. Doch Weizenkeime haben noch andere gesunde Bestandteile, sie sind reich an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren. Solche pflanzlichen Eiweiße sind echte Nervennahrung. (im Reformhaus® zum Beispiel Dr. Kleinschrodt’s Superfood Mix mit Weizenkeimen und Hanfsamen)

Pilze

Regelmäßige Pilzmahlzeiten (zum Beispiel mit Champignons, Shiitake oder Austernpilzen) haben eine positive Wirkung auf die kognitiven Fähigkeiten, also auf das Erinnerungsvermögen, so eine Studie der Universität in Singapur. Die ForscherInnen fanden heraus, dass zwei Mahlzeiten mit 150 Gramm Pilzen in der Woche ausreichten, um einem Abbau der Gedächtnisleistung entgegenzuwirken. Sie führten den Effekt auf das in den Pilzen enthalten Ergothionein, eine Aminosäure, zurück. Es war übrigens egal, welche Art der Pilze und ob sie getrocknet oder frisch verarbeitet wurden. (im Reformhaus zum Beispiel: Terra Mundo Vitalpilze)

Äpfel

Neben dem Spermidin enthalten Äpfel einen weiteren interessanten Stoff, das Quercetin. Es ist ein Flavonoid und in Äpfeln in einer einmaligen Konzentration enthalten. Studien der Cornell Universität in New York zeigten, dass Quercetin Hirnzellen vor oxidativen Schäden schützen kann. Und tatsächlich scheint ein Apfel am Tag die ideale Menge zu sein.

Soja

Die Sprossen aus Fernost bündeln gleich eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen, die unsere Denkfähigkeit und Nervenkraft stärken. Dazu gehören auch B-Vitamine, die ein Bestandteil der Nervenfasern sind, und Lecithin, wichtiger Nahrungsstoff für Nervenzellen. Außerdem Eisen, Magnesium und Kalium. Wem die Wechseljahre zu schaffen machen, kann mit den Phytohormonen aus den Sojaprodukten die hormonellen Schwankungen ausgleichen, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. (im Reformhaus® zum Beispiel Alsiroyal® Klima-Aktiv-Kapseln Soja-Isoflavone; Reformhaus® Soja Kerne, geröstet; Alsiroyal® Eiweiß 90 Soja; Fauser-Vitaquell Soja Öl bio)

Haferflocken

Am besten ist die Vollkornvariante. Haferflocken enthalten komplexe Kohlenhydrate. Sie sorgen im Gegensatz zu einfachen Kohlenhydraten wie in Zucker oder Weißmehl für eine dauerhafte Energieversorgung. Davon profitieren vor allem unsere Nerven. Ein konstanter Blutzuckerspiegel verhindert aber auch Schwächegefühl und Heißhungerattacken. Außerdem: Haferflocken enthalten viel Magnesium, Eisen und verschiedene B-Vitamine, die für eine gute Synapsenanbindung der Nervenenden sorgen. Eine Prise Zimt dazu verbessert noch die Gedächtnisleistung. (im Reformhaus® zum Beispiel: Reformhaus® Hafer Flocken bio und Hafer Wunder)

Parmesan und anderer gereifter Käse

Das im Parmesan enthaltene Casein passiert die Blut-Hirn-Schranke und stimuliert einige Rezeptoren im Gehirn. Und zwar mit einer verblüffenden Wirkung, es lindert Schmerzen, sorgt für gute Laune und fördert auch durch das ebenfalls enthaltene Spermidin die Konzentrationsfähigkeit. Empfohlen werden allerdings maximal 30 Gramm am Tag, denn der Käse enthält auch viel Salz und Kalorien.

Nüsse

Ein hoher Gehalt an Tryptophan sorgt indirekt für gute Stimmung bei Konzentrationsaufgaben. Die Aminosäure ist nämlich unverzichtbar beim Aufbau des Botenstoffes Serotonin. Ebenfalls wichtig, B-Vitamine. Günstig, dass beides neben dem Spermidin in Nüssen vorhanden ist. Außerdem sind in Haselnuss, Mandel und Walnuss viel von dem Anti-Stressmineral Magnesium enthalten. (im Reformhaus® zum Beispiel: Reformhaus® Haselnuss Kerne oder Mandel Kerne; Lihn Walnuss Kerne)

Erbsen

Mit 46 Milligramm / Kilogramm gehören Erbsen ebenfalls zu den guten Spermidin-Lieferanten. Und fördern so den verjüngenden Fasteneffekt für die Zellen ganz ohne zu hungern. Die kalorienarmen grünen Kügelchen enthalten zudem viele gesunde Proteine und Mineralstoffe. Tiefgekühlt verlieren die Erbsen nichts von ihrer geistesstärkenden Wirkung. (im Reformhaus® zum Beispiel Alsiroyal Eiweiß 80 Erbsenprotein; Raab Vitalfood Erbsenprotein bio)

Brokkoli

Eine Ernährung mit viel Gemüse hält das gesamte Gefäßsystem im Körper elastisch. Und damit beugt es Demenzen vor und liefert die besten Vorrausetzungen für einen klaren Verstand. Übrigens schärft Brokkoli nicht nur den Verstand, sondern auch den Blick. Vitamin B2 ist gut für die Augen und ein hoher Anteil an Vitamin C schützt die Zellen vor schädlichen Einflüssen.

Vollkorngetreide

Nervennahrung in kompakter Form. Viele Ballaststoffe verhindern einen Leistungsabfall durch Hungerattacken. Dadurch, dass Keimling und Schale des Korns hier komplett enthalten sind, anders als beim Weißmehl, enthält es noch alle wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralien. Die Auswertung von 45 Studien zum Vollkornkonsum zeigten, dass ein hoher Vollkornanteil in der Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes 2 schützt. (im Reformhaus® zum Beispiel Reformhaus® Weizen, Hafer, Gerste, Reis)

Prof. Dr. Andreas Michalsen „Mit Ernährung heilen: Besser essen – einfach fasten, länger leben“. Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis. Insel-Verlag, 24,95 Euro.

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