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Im Gespräch mit Ben Urbanke

Schnell, schneller – vegan!

Stand: 20.10.2016

Seit einigen Jahren fährt der Dreißigjährige bei Radrennen ganz vorn mit. Sein Erfolgsgeheimnis? Die richtige, rein pflanzliche Ernährung.

Sie leben seit vier Jahren vegan, wie kam es dazu?

Das war eine bewusste Entscheidung aus ökologischen Gründen – eine rein pflanzliche, biologische Ernährung verbraucht weniger Wasser, Fläche und es werden keine Tiere gequält. Allerdings hat schon meine Mutter auf eine vernünftige Ernährung geachtet, ich bin mit gesunden Lebensmitteln aufgewachsen.

Nur vegan zu leben reicht mir aber nicht, schließlich sind Pommes und Coca Cola auch vegan. Ich will mich wach und voller Energie fühlen. Statt auf Industriefood setze ich auf frische, unbelastete Lebensmittel. Statt Weißmehlprodukte stehen vollwertige Produkte mit einer hohen Nährstoffdichte auf dem Speiseplan.

Als aktiver Radsportler fahren Sie bei den anspruchsvollsten Rennen der Welt mit. Hatten Sie nicht Angst, nur mit veganer Ernährung geschwächt vom Rad zu fallen?

Das war die größte Überraschung überhaupt: Ich war viel besser als vorher. Seither konnte ich meine Leistung weiter steigern. Und zwar so enorm, dass es auch meinen Sport-Kollegen aufgefallen ist – und sie jetzt immer etwas von meiner Verpflegung abhaben wollen.

Nehmen Sie Ihre Verpflegung zu den Wettkämpfen mit?

Ja, genau. Denn bei den Veranstaltungen gibt es an Verpflegungsstationen auch nur das Übliche: Currywurst, Spaghetti-Bolognese, Kuchen, Käse- und Salami-Stullen. Danach fühlt man sich genau wie jeder, der in der Mittagspause zu Deftigem wie Nudeln mit dicken Soßen oder fettem Fleisch greift. Nämlich träge und müde.

Sportlernahrung – da denken viele immer noch an Fleisch als  Kraftquelle …

… wegen der Proteine. Dabei ist das verkehrt. Denn Fleisch hat zwar viele Eiweiße, ist aber auf der anderen Seite säurebildend und entzieht dem Körper Mikronährstoffe. Und rein pflanzliche Produkte sind basenbildend. Deshalb ist es viel besser, Eiweiß etwa aus Lupinen und Hanf zu beziehen.

Können davon auch Nichtsportler profitieren?

Klar. In der heutigen Welt wird man immer mehr gefordert, immer mehr Aufgaben kommen hinzu – Tag für Tag. Gerade da ist eine Art Grundfitness wertvoll – durch Ausgleich mit Bewegung und einer gesunden Ernährung.

Welche Superfoods haben Sie immer zu Hause?

Chiasamen, Lupinen, Hanfsamen, als basisches Eiweiß. Kokoswasser für die Elektrolyte. Viel Obst und Gemüse. Datteln hab’ ich auch immer und Avocados. Im Moment bevorzuge ich die verschiedenen Kohlsorten.

Verraten Sie uns die wichtigsten Bestandteile Ihrer Ernährung?

Ja, meine Sport-Verpflegung erfüllt vier Funktionen: Die erste dient dem Energiehaushalt. Dafür sorgt ein hoher Eisengehalt aus mehreren Quellen, die alle den Kriterien bio, basisch und vegan, entsprechen. Das sind Chiasamen, Kakao und Moringa, plus Datteln. Sie haben sehr viel Kalzium. Datteln sind auch gut als Zwischenmahlzeit, wenn man eine mentale Flaute hat. Denn sie enthalten Glucose, das ist der wichtigste Nährstoff, der das Gehirn mit Energie versorgt.

Die zweite Funktion nenne ich „Wake me up“. Statt Kaffee zu trinken,was den Blutzuckerspiegel erhöht, greife ich zu Matcha und Maca. Dieses Koffein ist neutral für den Blutzuckerspiegel und schont den Magen- und Darmtrakt. Die dritte Funktion betrifft die Protein-Versorgung und zwar auf Lupinenbasis. Und die vierte für die Versorgung mit Antioxidantien. Diese Vitamine und Mineralstoffe kurbeln den Stoffwechsel an und schützen vor den Folgen von Stress. Ich setze hier auf Beeren, also Acai, Aronia und Heidelbeeren. Ich habe daraus vier Riegel entwickelt, und wir planen, sie im Reformhaus® zu vertreiben.

Was gefällt Ihnen am Reformhaus®?

Da fühle ich mich halt zu Hause. Die Bioqualität ist eine andere als im Supermarkt. Da gibt es zwar auch Waren mit Biosiegel, aber es ist das Siegel mit den geringsten Anforderungen. Beim Reformhaus® ist das anders, da steht auch eine Überzeugung dahinter. Und es gibt gute MitarbeiterInnen-Schulungen hinsichtlich der Produktsegmente und auch darüber hinaus. Die Beratung ist qualifiziert und wertvoll – gerade für Einsteiger. Auch, um zu erfahren, welche Synergien zwischen den einzelnen Nahrungsmitteln bestehen.

Also: Wie wende ich die Superfoods wirklich an? Und wie bereite ich sie so zu, dass es auch noch schmeckt?

Gut zu wissen: Maca und Matcha – die Wachmacher: Maca gilt als das Anden-Ginseng. Die Pflanze aus Peru wirkt anregend, hilft bei Stressabbau und enthält viele wertvolle Proteine, Fette und Mineralstoffe. Bei uns ist Maca meist als Pulver erhältlich. Der Grüntee Matcha wird ebenfalls zu Pulver verarbeitet. Es enthält Inhaltsstoffe, die sowohl beruhigend als auch konzentrationsfördernd wirken. Beides lässt sich gut für Smoothies verwenden.

Leckere Powerrezepte gibt es im Buch „Be faster – go vegan“ von Ben Urbanke, Narayana Verlag, ISBN 978-3-944125503, Preis: 19,80 Euro.

Eine kleine Auswahl der Rezepten finden Sie hier:

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