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Herzensgut

Für ein gesundes Herz-Kreislauf-System

Stand: 02.04.2020 (02.04.2020)

Und es schlägt und schlägt und schlägt – allein an einem Tag pumpt unser Herz rund 7.000-mal Energie in unseren Körper. Meist bekommen wir gar nichts davon mit, von diesem eifrigen Organ, das unser Blut durch den Körper pumpt und so mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Genauso soll es sein.

Für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und ein langes Leben können wir selbst viel tun – etwa durch die Ernährung. Neueste Studien zeigen, welche Lebensmittel und Ernährungsweisen am besten sind.

Wir merken es lange nicht so richtig, dass mit unserem Herzen etwas nicht stimmt. Vielleicht registrieren wir mal leichten Herzdruck, Schwindelgefühle oder Herzrasen, fühlen uns allgemein schwach und schnell müde: Herzprobleme wie Arteriosklerose oder koronare Herzkrankheiten entwickeln sich meist unbemerkt über viele Jahre. Schlaganfall und Herzinfarkt – die häufigsten Todesursachen in der industrialisierten Welt – sind der Endpunkt einer langen Entwicklung.

Typische Ursachen sind meist Bluthochdruck, Diabetes sowie Fettstoffwechselstörungen. Jetzt die gute Nachricht: Wir haben es selbst in der Hand, unserem Herzen seine Arbeit zu erleichtern, es gesund zu erhalten. Neben ausreichender Bewegung, Rauchstopp und Stressabbau ist vor allem die Ernährung eine wichtige Stellschraube für ein gesundes langes Leben. Was unsere Gefäße elastisch hält, wie das Zusammenspiel zwischen vegetativem Nervensystem, Darm und Essverhalten funktioniert und was (auch wie viel) bei uns auf den Tellern landen sollte, um das Herz zu stärken, ist in der Medizin größtenteils bekannt und durch Studien belegt.

Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Naturheilkunde der Charité Universitätsmedizin Berlin, bewertet die wichtigsten Trends zur Ernährung und zeigt, wie mit einer Umstellung Heilerfolge bei Erkrankungen und Beschwerden erzielt werden können. Diesmal: Herzgesund alt
werden ist kein Hexenwerk

Frisch zubereitet

„Das Verrückte ist, dass wir uns trotz der Menge an Nahrungsmitteln, die uns unbegrenzt zur Verfügung stehen, nicht nur ungesund, sondern auch häufig einseitig ernähren“, so Prof. Michalsen. Viele häufig konsumierte Lebensmittel sind stark verarbeitet und voller Kalorien, enthalten aber wenig Ballaststoffe für den Darm. Mineralstoffe und Vitamine sind durch Verarbeitung und industrielle Landwirtschaft weniger als früher vorhanden und werden deshalb manchmal hinzugesetzt. Doch das ist nicht das Gleiche. „Studien zeigen, dass ein Lebensmittel eben nicht durch die einzelnen Bestandteile gesund wird, sondern durch das Zusammenspiel. Alle Wirkstoffe in der Natur sind in anderen Substanzen gebunden, die sich gegenseitig beeinflussen und etwa Nebenwirkungen mindern“, erläutert Prof. Michalsen. Hinzu kommt, dass in vielen fertigen Lebensmitteln wie Keksen, Kuchen oder Croissants einer der wichtigsten Geschmacksträger gesättigte Fette wie verarbeitetes Palm- oder Kakaoöl sind. Über die Schädlichkeit dieser Fette sind sich die ErnährungsexpertInnen einig. Solche Fette sind Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Besser vegetarisch

Wurst, Fleisch und tierische Milchprodukte stehen in den letzten Jahrzehnten in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß für jede / n von uns zur Verfügung und sind zu alltäglichen Nahrungsmitteln geworden. Beides belastet in unterschiedlichem Ausmaß unseren Organismus. Für die Gefäßesind vor allem die darin enthaltenen gesättigten Fettsäuren problematisch. Sie erhöhen die Blutfettwerte und fördern Ablagerungen,die zu Engpässen oder Verhärtungen der Blutbahnen führen. Außerdem sind sie für Entzündungsprozesse verantwortlich. Besonders der beliebte Wurstaufschnitt zum Brot, die Salami auf der Pizza und die Currywurst in der Imbiss-Bude vereinen alle schlechten Eigenschaften – voller ungünstigerFette, üppig gesalzen und stark verarbeitet –, die unser Herz-Kreislauf-System schädigen. Je öfter wir darauf verzichten, desto größer der Gewinn für unsere Gesundheit.

Eine vegetarische Ernährungsform ist für Prof. Andreas Michalsen in vielerlei Hinsicht zu empfehlen: „Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck und Schlaganfall sowie der Diabetes Typ 2 sind dabei die Erkrankungen, bei denen man den Nutzen am deutlichsten sieht. Ich kann das täglich bei meinen PatientInnen beobachten. Wenn sie weniger tierische Fette essen und sie durch pflanzliche er setzen, zeigt sich nach wenigen Wochen schon, dass der Blutdruck sinkt, sich die
Verdauung normalisiert und die Gesamtkonstitution verbessert.“

Gesättigte tierische Fette sind auch in Milchprodukten enthalten und hier ebenfalls ungünstig. Aber während Prof. Michalsen von Fleisch und Wurst generell abrät, hat der Praktiker gegen geringe Mengen Bio-Butter und Bio-Milchprodukte nichts einzuwenden. Also: Mehr gute pflanzliche Fette essen und weniger ungesunde schlechte. Und dabei die Kilos im Blick behalten, denn Übergewicht ist natürlich für das Herz-Kreislauf-System immer belastend. Schaut man sich die sogenannten Blue Zones an, Regionen auf unserer Erde, in denen Bevölkerungsgruppen leben, die gesund besonders alt werden, fällt auf, dass dort viel Gemüse, Hülsenfrüchte, vollwertiges Getreide, aber nur sehr wenig Fleisch und keine lebensmitteltechnisch verarbeiteten Produkte verzehrt werden. Ob auf Sardinen, in Okinawa, Uganda, Kenia oder in der bolivianischen Amazonasregion – Gemeinschaften, die sich traditionell ernähren, fallen in Studien durch eine sehr geringe Rate an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auf.

„Bei leichter Herzschwäche ist der Eingriffelige Weißdorn als Heilpflanze bekannt. Er enthält natürliche Glykoside und Katechine. Diese Wirkstoffe senken den Gefäßwiderstand und erhöhen Schlagkraft sowie Reizschwelle des Herzens. Das entlastet und kräftigt das Herz zugleich.“

Prof. Andreas Michalsen

Oder mal ganz verzichten

Ein Wundermittel bei Herzproblemen und Stoffwechselerkrankungen kannten schon unsere Vorfahren: das Fasten. Es mobilisiert die Selbstheilungskräfte, wenn Blutfette, Blutzucker, Bluthochdruck die Gefäße belasten und bewirkt eine Art „Reset“ im Körper: Der Stoffwechsel ordnet sich neu  indem sich Insulin, Blutzucker- und Cholesterinspiegel verändern. Der Blutdruck sinkt, und über die veränderte Darmflora werden herzschädigende Entzündungsprozesse gebremst.

Das Besondere: „Wir hier in der Klinik beobachten, dass Fasten oft die deutlichen positiven Veränderungen, die Lust auf eine dauerhafte Umstellung wecken“, so Prof. Michalsen. Und er ergänzt: „Ich kenne kein pharmazeutisches Medikament, das solche Erfolge bewirkt, wie das Heilfasten.“

Fasten klingt nach Hungern und Verzicht, wer es ausprobiert, kennt auch die andere Seite. Denn beim Fasten wird der Hormonstoffwechsel angestoßen, darunter auch Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, die für die gute Stimmung zuständig sind. Sie sind unter anderem für das berühmte Fastenhoch verantwortlich. Wochenweises Heilfasten zur Behandlung von Erkrankungen sollte allerdings unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Gesunde können mit sachkundiger schriftlicher oder Online-Anleitung selber fasten, sollten aber einen ärztlichen Gesundheits-Check durchführen lassen.

Für zu Hause empfiehlt Prof. Michalsen auch Intervallfasten, zeitreduziertes Fasten, also tageweise nur eine Gemüsebrühe zu sich zu nehmen oder Reis- und Obsttage mit maximal 600 bis 800 Kalorien einzulegen. Nach neueren Studien reicht aber wohl auch eine tägliche Fastendauer von 14 Stunden. Damit Intervallfasten seine Wirkung entfaltet, sollte es an fünf von sieben Tagen durchgeführt werden.

Tipp

Gehen Sie zum Blutspenden. Das ist ein moderner Aderlass, der günstig auf Gefäße und Herzgesundheit wirkt.

Basics für die Herz-gesunde Ernährung

 

Fette

Gute Fette sind entscheidend für die Herzgesundheit. Und der Mythos, dass sie dick machen, ist schon lange widerlegt. Die richtigen Fette, natürlich im richtigen Maß, halten die Zellen und Gefäße jung und sorgen für einen reibungslosen Ablauf in der Grundversorgung.

Gute Fette:

  • Natives Olivenöl – mediterrane Gesundheit für jeden Tag.
  • Leinöl – die heilsame Wirkung des Pflanzenöls wurde schon von der Apothekerin Dr. Johanna Budwig im vergangenen Jahrhundert entdeckt. In der Leinsaat sind zudem Phytohormone wie Lignane, die einen positiven Effekt bei Diabetes und Bluthochdruck haben.
  • Weizenkeimöl – gutes, also kalt gepresstes Weizenkeimöl steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe.
  • Rapsöl – eine regionale Alternative zum Olivenöl. Besonders kalt gepresstes Rapsöl enthält viele Antioxidantien.
  • Walnüsse und Walnussöl – etwa 65 Prozent einer Walnuss bestehen aus Öl. Deshalb sind die Nüsse eine gesunde Knabberei. Das Öl ist reich an ungesättigten Fettsäuren im richtigen Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis. Kalt gepresst entfaltet sich die volle positive Wirkung des Öls. Es stärkt das Herz und hält die Gefäße elastisch.
  • Unser Tipp: Ab und an mal eine Bio-Avocado genießen, eine der wenigen Obstsorten mit hohem Anteil an guten Fetten im optimalen Verhältnis von Omega-3 und Omega-6. Oder wie wäre es, mit gesunden Fetten in den Tag zu starten. Wie? Einfach und schnell zubereitet ist z. B. eine Budwig Creme (Rezept, rechts). Sie hält nicht nur lange satt, sondern ist mit ihren Omega-3-Fettsäuren und schwefelhaltigen Aminosäuren der perfekte Partner für unsere Gesundheit

Schlechte Fette:

  • Höchstens in Maßen genießen sollte man alle tierischen Fette.
  • Meiden sollte man Transfette, die durch die Verarbeitung von Pflanzenölen entstehen. Häufig enthalten etwa in Frittiertem, Billigmargarinen, Kartoffelchips, Blätterteigwaren wie Croissants sowie Fertigprodukten.

Kohlenhydrate

Für eine vollwertige Ernährung sind sie unverzichtbar – Kohlenhydrate. Sie liefern die nötige Energie und versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Gute Kohlenhydrate

  • Komplexe, vollwertige und unverarbeitete Kohlenhydrate sind in Gemüsen, Früchten, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide enthalten. Solche gesunden Kohlenhydratquellen enthalten meist Ballaststoffe, also schwerverdauliche Bestandteile, die wichtig für die Bakterienvielfalt im Darm sind. Sie stecken ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln.

Nur in geringen Maßen genießen

  • Kurzkettige, ungünstige Kohlenhydrate. Dazu zählen: Haushaltszucker, zugesetzter Fruchtzucker, Weißmehl, polierter Reis.

Proteine

Die dritte Gruppe der Hauptnährstoffe, die Eiweiße, haben einen guten Ruf. Aber auch hier gilt: möglichst wenig tierische Eiweiße zu sich nehmen, während pflanzliche keine negativen Aspekte haben. Proteine sorgen für ein langes Sättigungsgefühl und sind wichtig für viele Funktionen im Körper wie Muskelaufbau, Stärkung des Immunsystems und Stoffwechsel. Übrigens: In 100 g Hülsenfrüchten wie Linsen sind mehr Proteine enthalten als in 100 Gramm Fleisch.

Gute Eiweiße

  • Sie stecken in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen und Erbsen, in Nüssen, Vollkornbrot und Hirse.

Nur in geringen Maßen genießen

  • Tierische Eiweiße in Käse, Milch, Ei und Quark

Einfach nur gut

Speziell für unser Herz sind diese Lebensmittel empfehlenswert:

  • nitrathaltiges Gemüse wie Rote Bete (auch als Saft, dann täglich mindestens 0,25 Liter), Spinat und Rucola.
  • Heidelbeeren – auch getrocknet
  • Mandeln, Wal-, Haselnüsse und geschroteter Leinsamen (auch durch den reichhaltigen Anteil an Omega-3-Fettsäuren)
  • Hafer und Haferkleie
  • Weizenkeime
  • dunkle Schokolade
  • Kurkuma
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Granatapfelsaft

Diese Produkte aus dem Reformhaus® unterstützen das Herz-Kreislauf-System

Alsiroyal, Gesundes Herz Kapseln

Die Kapseln enthalten eine spezielle Kombination aus Weißdornbeeren und wertvollen Mikronährstoffen. Darunter Folsäure, Vitamin E, B1, C sowie Magnesium, die unter anderem den Energiestoffwechsel, die Blutbildung sowie Muskelfunktionen, etwa des Herzmuskels, unterstützen.

Alsiroyal, Leinöl 600-Kapseln

Die Kapseln enthalten pflanzliche Omega-3-Fettsäuren, sind frei von Fischöl und deshalb ohne Nachgeschmack. Gewonnen wird das Leinöl von Leinsamen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Zudem ist das Produkt vegan, mit gelatinefreier Kapselhülle.

Dr. Budwig, Omega-3-Leinöl

Genussvoll Gutes tun für das Herz-Kreislauf-System. Durch ein besonders schonendes Verfahren werden alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Dabei erhält es ein mildes und frisches Aroma.

Dr. Wolz, Cardio Care

Die Gefäß-Aktiv-Kapseln fördern mit hochdosierten Kakaoflavanolen die Elastizität der Blutgefäße und tragen so zu einem gesunden Blutfluss in allen Blut- und Kapillargefäßen sowie Organen bei.

Schoenenberger, Weißdorn, Naturreiner Heilpflanzensaft

Schon 10 ml des Heilpflanzensafts aus Weißdornblättern mit Blüten-Presssaft, 3-mal täglich vor den Mahlzeiten eingenommen, stärken nachhaltig das Herz-Kreislauf-System.

Hübner, Weißdorn Herz-Kreislauf-Tonikum

Das traditionelle pflanzliche Arzneimittel harmonisiert die Herz-Kreislauf-Funktion.

Salus, Protecor Herz-Aktiv-Kapseln

Das Zusammenspiel aus Weißdornbeeren-Trockenextrakt, Vitamin E, Magnesium, Vitamin B1 und Vitamin D3 unterstützt die normale Herzfunktion.

Bakanasan, Knoblauch-Kapseln

Die wertvollen Vitamine B1 und C bieten in Kombination mit Knoblauch, Weißdorn und Olive eine ausgewogene Versorgung an Nährstoffen. B1 liefert sowohl einen wichtigen Beitrag zu einer normalen Funktion des Herzens als auch zu einem normalen Energiestoffwechsel. Vitamin C unterstützt die Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße.

Sie wollen noch mehr wissen?

Prof. Dr. Andreas Michalsen „Mit Ernährung heilen: Besser essen, einfach fasten, länger leben. Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis“, Insel-Verlag, 24,95 Euro.

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