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Delia Schulz

„Grüner Tee gehört zu einer gesunden Ernährung“

Interview mit Delia Schulz

Stand: 29.04.2019 (29.04.2019)

Fragen an Delia Schulz, Lebensmittelchemikerin bei SALUS

ReformhausKurier: Was macht grünen Tee so gesund?

Delia Schulz: Es sind die Inhaltsstoffe, vor allem die sekundären Pflanzenstoffe. In den Teeblättern sind Polyphenole enthalten, unter denen das Epigallocathechingallat, kurz EGCG besonders gesundheitsförderlich ist. Diese Polyphenole machen rund 30 Prozent der Inhaltsstoffe aus. Diese Flavonoide wirken antioxidativ. Sie gelten aufgrund ihrer chemischen Struktur als Radikalfänger, da sie mit freien Radikalen eine Verbindung eingehen und diese unwirksam machen.

Sind diese Wirkungen denn  belegt?

Es gibt viele Untersuchungen und Studien zur gesundheitlichen Wirkung von grünem Tee. Die Forschung hat großes Interesse daran. Das liegt daran, dass es vor allem aus der asiatischen Welt, in der grüner Tee als Getränk nicht weg- zudenken ist, viele gute Hinweise für gesundheitsförderliche Effekte gibt.

Kann grüner Tee denn heilen?

Ich würde nie behaupten, dass grüner Tee das kann. Aber man kann zumindest von einer präventiven Wirkung ausgehen. Und das deshalb, weil wir aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten weniger pflanzliche Nahrungsmittel zu uns nehmen, also auch weniger Polyphenole. Das kann der grüne Tee ausgleichen. Er gehört zu einem bunten Spektrum gesunder Ernährung. Grüner Tee wirkt positiv auf den gesamten Organismus. Von heilenden Eigenschaften würde ich nicht sprechen – dies kann in mancher Situation falsche Hoffnung wecken. Grüner Tee ist vorwiegend ein Genuss- und kein Heilmittel.

Kann man auch zu viel des Guten trinken?

Wer zu viel trinkt, spürt das am Harndrang und daran, dass man durch das enthaltene Koffein sehr aufgedreht ist. Offiziell sind aber keine Grenzen gesetzt. Eine Kanne in der Früh und eine nachmittags ist kein Problem für unseren Körper. Allerdings sollte man bedenken, dass grüner Tee aufgrund der Behandlung der Pflanzen in den Herkunftsländern China und Indien viele Schadstoffe enthalten kann. Daher empfehle ich, unbedingt auf Bio-Qualität zu achten. Hier werden keine Pestizide eingesetzt.

Warum darf grüner Tee nicht mit kochendem Wasser gebrüht werden?

Je heißer das Wasser ist, desto mehr Bitterstoffe lösen sich. Die sind zwar gesundheitlich nicht schädlich, aber sie schmecken nicht jedem. 80 Grad ist ein guter Mittelwert, um einen milden Aufguss zu erhalten, mit möglichst vielen Geschmacksstoffen und einer moderaten Menge an Bitterstoffen.

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