Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Fruktose-Unverträglichkeit

Darauf sollten Sie achten

Stand: 13.12.2018 (13.12.2018)

Anders als eine Lebensmittelallergie ist die Fruktose-Intoleranz keine Abwehrreaktion des Immunsystems, sondern eine Störung im Verdauungssystem. Konkret ist die Transportfunktion im Dünndarm unzureichend. Die verzehrte Fruktose gelangt deshalb unverdaut in den Dickdarm, wo sie gar nicht hin soll. Hier wird der Fruchtzucker von Bakterien zersetzt, dabei entstehen Gase, die zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen. Typische Folge sind Depressionen. Warum? Auch Eiweiße werden nicht richtig transportiert, die sind aber enorm wichtig, um unsere Glückshormone zu bilden, das Serotonin. Deshalb gehören Stimmungsschwankungen zum Krankheitsbild.

Fruktose steckt in vielen Lebensmitteln

Es gibt eine angeborene und eine erworbende Fruktose-Unverträglichkeit. Die häufigere ist die erworbene Fruchtzucker- Intoleranz (oder Fruktose-Malabsorption). Sie hat den Vorteil, dass man sie rückgängig machen kann. Damit Fruktose im Darm wieder richtig verstoffwechselt werden kann, muss der Darm, der ja ein regelrechtes Sensibelchen geworden ist, geschont werden. Das bedeutet: Für mindestens vier Wochen sollte kein Fruchtzucker zu sich genommen werden.

"Kann ausgerechnet der Fruchtzucker im gesunden Obst krank machen? Leider ja!"

Dr. Anne Fleck, Ernährungsmedizinerin

Worin steckt Fruchtzucker noch – außer in Obst? Die Antwort überrascht immer wieder meine PatientInnen. Denn viele verarbeitete Lebensmittel enthalten Fruktose. Sie wird als Süßungsmittel und Zuckerersatzstoff unter Bezeichnungen wie Invertzucker, Maissirup oder Sorbit (E 420) zugesetzt. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, ein Test bei Arzt gibt darüber Aufschluss, müssen Sie in dieser Karenzphase die Etiketten studieren.

Nach dem Verzicht

Sind die Beschwerden abgeklungen, können Sie testen, was Ihnen bekommt. Mit einem Ernährungstagebuch finden Sie es genau heraus. Heidelbeeren beispielsweise enthalten sehr wenig Fruktose und sind ein gutes Versuchsobjekt. Mein Tipp: Kombinieren Sie fruchtzuckerhaltige Lebensmittel mit Eiweiß wie Quark oder Naturjoghurt, dann ist Fruktose besser bekömmlich. Kartoffeln dagegen sind voller Fruchtzucker.

Noch ein Tipp: Kartoffeln verlieren den Stoff, wenn man sie kleingeschnitten 24 Stunden lang wässert. Besonders vorsichtig wäre ich bei Softdrinks, kalorienreduzierten Lebensmitteln und Süßigkeiten. Das Gute: Eine erworbene Fruktose- Unverträglichkeit kann man komplett überwinden.

Unsere Kolumne "Doc Fleck hilft" von Dr. Anne Fleck, kurz Doc Fleck. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie, Präventiv- und Ernährungsmedizin mit Expertise auf dem Gebiet der Naturheilkunde und alternativen Heilmethoden. Seit Jahren ist sie als Expertin auf dem Gebiet der innovativen Ernährungs- und Präventionsmedizin tätig. 

Empfehlen über:

Weiterscrollen, um zum nächsten Artikel zu gelangen