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Ernährung nach Sebastian Kneipp

Ab ins kalte Wasser

Stand: 14.01.2017 (16.04.2014)

Sebastian Kneipp hat den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele verstanden und eine ganzheitliche Therapie aufgebaut. Seine Lehre basiert auf insgesamt fünf Säulen, von denen seine Wasseranwendungen die größte Bekanntheit erlangt haben.

Pfarrer sein - das will Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) von klein auf. Doch als viertem Spross einer Weberfamilie ist seine Kindheit von Armut und Entbehrung geprägt. So muss er früh mit anpacken und beim Geld verdienen helfen. Erst als sich der entfernt verwandte Kaplan Merkle seiner annimmt und ihn unterrichtet, wird er 1844 auf dem Gymnasium aufgenommen. Vier Jahre später macht er das Abitur und beginnt ein Theologiestudium.

Mut zur Selbsttherapie

Schon länger macht Kneipp eine hartnäckige Tuberkulose zu schaffen. Erst ein zufällig entdecktes Buch über die Heilkraft von kaltem Wasser macht ihm Mut, sich selbst mit seiner Erkrankung zu befassen. Und tatsächlich: Kurze Bäder in der nur wenigen Grad kalten Donau bringen ihn auf den Weg der Besserung. Für Kneipp wird dies zum Schlüsselerlebnis. Immer öfter gibt er sein Heilkonzept weiter. Zuerst Kommilitonen, später auch Menschen, die sich einen Arzt oder Apotheker nicht leisten konnten - was allerdings nicht bei jedem gut ankommt. So muss sich Kneipp mehr als einmal vor Gericht verantworten.

Wirkung der Heilpflanzen

Mindestens ebenso wichtig ist Kneipp die innere Anwendung des Wassers - das Trinken. „Das unverfälschte Getränk, das in jedem Quell der liebe Herrgott spendet, (...) ist dem Menschenkörper am besten und förderlichsten", schreibt er in seinem 1886 erschienen Werk „Meine Wasserkur". Außerdem widmet er sich darin den Heilwirkungen und Anwendungsgebieten von Heilpflanzen. Dazu nutzt Kneipp das alte Wissen der Klostergärten und entwickelt es weiter. Ein noch heute bekannter Klassiker ist Anis-Kümmel-Fenchel-Tee für die Milchbildung beim Stillen. Kneipps liebste Heilpflanze jedoch war die Arnika. Sie hat sich bei äußerlicher Anwendung bewährt, wie etwa bei Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Muskelkater und Venenbeschwerden.

Ganzheitliches Lebenskonzept

Sein Erstlingswerk macht Kneipp weit über die Grenzen Wörishofens bekannt, wo er seit 1855 in einem Dominikanerkloster als Beichtvater wirkt. Immer mehr Hilfesuchende strömen dorthin und lassen sich von ihm behandeln. Zudem erhält er Anerkennung von offizieller Seite. Es folgen weitere Bücher wie „So sollt Ihr leben" und „Ratgeber für Gesunde und Kranke", in die er verstärkt seine Vision einer ganzheitlichen Lebensweise einfließen lässt.

So lobt Kneipp beispielsweise eine „einfache, nahrhafte Kost" und verordnet Bewegung wie regelmäßiges Holzhacken, Dreschen und Barfußgehen. Die letzte Säule seines Konzeptes heißt Entspannung, auch Balance, Lebensordnung oder Ordnungstherapie genannt. Alle Begriffe stehen für das gleiche Ziel: Körper und Geist regelmäßig Abstand und Ruhe vom Alltag zu gönnen.

Sebastian Kneipp stirbt am 17. Juni 1897 im Alter von 76 Jahren in Bad Wörishofen. Er hinterlässt drei Kliniken, eine einzigartige Naturheilmethode und wird durch seine Taten und Ideen zur Legende.

Sebastian Kneipp - von damals bis heute

Heute muss es niemand Kneipp nachtun und in einen eiskalten Fluss springen, um von den durchblutungsfördernden Wirkungen der Wasseranwendungen zu profitieren. Kneipp mildert seine Methode noch zu Lebzeiten zugunsten von beispielsweise Teilbädern, Wassertreten und Wickeln, ab. Worauf es aber heute noch ankommt, ist der Wechsel von warm und kalt: So folgt zum Beispiel einem warmen Vollbad der kalte Guss mit weniger als 18 Grad Celcius kühlem Wasser. Denn der Kälteschock stimuliert die Durchblutung. Rund 120 verschiedene Anwendungen sind so entstanden, die nicht nur therapeutisch, sondern auch präventiv von Nutzen sind. Wer schon vor der Anwendung fröstelt oder durch eine Erkältung geschwächt ist, für den ist Kälte tabu.

Im Einklang mit heutigen Empfehlungen

Eine gesunde Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung, geistige Entspannung sowie der Einsatz von Heilkräften aus der Natur runden sein nachhaltiges Gesundheitskonzept ab. Das Beste daran: Alle Methoden sind wegweisend für unser heutiges Verständnis eines ganzheitlichen Lebensstils und stehen im Einklang mit den Empfehlungen der modernen Naturheilkunde, Schulmedizin und Ernährungswissenschaft. Im Falle der von Kneipp empfohlenen Kost heißt das: vollwertig mit viel Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Milchprodukten - getreu dem Motto „Mehr von der Pflanze, weniger vom Tier". Trotzdem ist die Ernährung nach Kneipp keine Askese. Im Gegenteil: Als Genussmensch wusste er gute Speisen zu schätzen und war einem Gläschen Wein oder Bier durchaus nicht abgeneigt.

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