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Frau gießt Öl auf den Salat

Drei Fragen an unsere Expertin

Dauerhaft gesund & schlank

Stand: 18.12.2018 (18.12.2018)

Warum ist schlank aus medizinischer Sicht erstrebenswert?
Dr. Fleck: Es ist wissenschaftlich seit Jahren eindeutig geklärt, dass vor allem das viszerale Bauchfett eine dramatische Bedrohung für die Gesundheit in sich birgt. Diese Fettzellen sind nämlich keineswegs träge, sondern produzieren am laufenden Band Adipokine, Botenstoffe, die krankmachende Entzündungen anfeuern, mit katastrophalen Folgen. Entzündlich veränderte Fettzellen, die auch ein schlanker Mensch haben kann, nicht nur Übergewichtige, schaffen den perfekten Nährboden für degenerative Erkrankungen wie Demenz, Herz-Kreislauf-Leiden oder schmerzhafte, chronische Darmerkrankungen und sogar für Krebs. Deshalb mein Appell: Auch Schlanke können entzündlich verändertes Fett bunkern und sind dann in Gefahr!

Das klingt recht drastisch, wollen Sie uns aufrütteln?
Dr. Fleck: Ja, unbedingt. Das Thema Übergewicht und auch die Gefahr für die „dünnen Dicken“ darf nicht weiter verniedlicht werden oder unerkannt bleiben. Wir sind inzwischen Opfer einer verzerrten Wahrnehmung. Leichtes Übergewicht gilt schon als normal, Adipositas als etwas dick. Ich möchte die Menschen überzeugen, dass es sich lohnt, eine einfache individuell passende Ernährungsumstellung zu sich zu nehmen. Es geht nicht um Kilos, sondern darum, langfristig Schäden abzuwenden. Der Gewinn ist Gesundheit und mehr Lebensqualität.

Wie kann man dauerhaft schlank bleiben? Viele scheitern, weil sie zu wenig Zeit haben, immer auf die Ernährung zu achten …
Dr. Fleck: Einspruch! Um schlank zu sein, bedarf es wenig Zeit, sondern nur Planung. Und für lange Arbeitstage einfache Rezepte wählen.

Dicke Mythen

1. Nur Kalorien zählen macht schlank
Lange galt die Gleichung: Um abzunehmen muss Energiezufuhr minus Energieverbrauch ein negatives Resultat ergeben. Der logische Schluss: Reines Kalorienzählen führt zum Erfolg. Tatsächlich gibt es Experimente, die zeigen, dass die TeilnehmerInnen, die täglich 1.800 Kalorien entweder in Form von Fast Food oder Süßkram zu sich nahmen, Gewicht verloren. Doch dieses ungesunde Abnehmen ist mit einem hohen Gesundheitsrisiko verbunden. Es geht auch anders – mit vernünftiger Auswahl an Nahrungsmitteln und einem ganzheitlichen Ansatz, der auch guten Schlaf, Schmerz- und Entzündungsfreiheit im Blick hat, sowie dauerhaft funktioniert.

2. Dicksein liegt in den Genen
Die Herkunft beeinflusst zweifellos unser Essverhalten. Wir lernen von unseren Eltern und Geschwistern. Sind sie übergewichtig, ist das Risiko höher, auch dick zu werden. Es gibt auch Dickmachergene, die zu mehr Appetit führen. Doch Gene wirken nie direkt, sondern werden durch den Lebensstil beeinflusst und können sich sogar durch das Verhalten verändern.

3. Fett macht dick
Ein seit den 60er-Jahren verbreiteter Irrtum ist die Fettreduktion als idealer Abnehmhelfer. Die Rechnung war einfach: Fett hat neun Kalorien pro 100 Gram, Kohlenhydrate dagegen nur vier Kalorien pro 100 Gram. Der Geschmacksträger Fett wurde einfach durch Zucker ersetzt – beispielsweise bei der fettarmen Milch. Wobei inzwischen ein Blick auf die Zutatenliste verrät, dass beide gleichviel Kalorien haben. Eine echte Mogelpackung. Das Fatale: Zucker fördert den Teufelskreis aus Unterzuckerung, Heißhunger – und den schnellen Griff zum Nachschub. Experten haben herausgefunden: Dadurch werden die Darmbakterien auf Gewichtszunahme programmiert.

4. Rauchen macht schlank
Nach einem Rauchstopp machen viele die Erfahrung, dass in den ersten Monaten das Gewicht steigt. Nikotin treibt den Stoffwechsel an und hemmt Hunger. Rund 200 Kalorien verbrauchen Raucher im Schnitt mehr am Tag. Doch es zeigt auch, dass Zigarettenkonsum eine ungünstige Fettverteilung fördert. Dieses Fett erhöht das Risiko für Diabetes und Entzündungsprozesse im Körper. Langfristig sind Ex-Raucher schlanker als zuvor, weil sie sich fitter fühlen und ihr Lebensstil sich verbessert.

5. Dicke sind eben willensschwach
Nein, wer häufig kohlenhydratdichte Lebensmittel wie Zucker, Pizza und Pommes konsumiert, dessen Gehirn zeigt im Zentrum für Sucht und Verlangen eine erhöhte Aktivität. Im diesem „Nucleus accumbens“ entsteht etwa die Vorliebe für süße Speisen aller Art. Eine Sucht zu durchbrechen ist für niemanden einfach.

Was ist lästig und kommt immer zur unpassenden Zeit? Lesen Sie unsere Tipps gegen Heißhunger!

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