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Die Antibiotika-Apokalypse verhindern

Natürlich heilt am Besten

Stand: 06.03.2017

Stellen Sie sich vor, es gäbe keine wirkungsvollen Antibiotika mehr. Auch dann nicht, wenn Sie wirklich welche bräuchten.

Unvorstellbar? Leider nicht. Denn seit einiger Zeit warnen Wissenschaftler genau davor. Sie nennen das die „Antibiotika-Apokalypse“: eine Welt, in der sich wegen übermäßigen Einsatzes gegen alle bekannten Antibiotika Resistenzen entwickelt haben. Sie gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren immer mehr Menschen deswegen sterben werden. Im Jahr 2050 könnten es weltweit sogar bis zu zehn Millionen sein. Das sind tatsächlich apokalyptische Dimensionen.

Das Problem ist einfach erklärt: Jedes Mal, wenn wir Antibiotika einsetzen, erhöht sich das Risiko, dass Bakterien Resistenzen dagegen entwickeln. Insbesondere Krankenhäuser haben inzwischen mit immer mehr multiresistenten Keimen zu kämpfen – mit teils fatalen Folgen für Patienten. Ursachen hierfür gibt es mehrere: Ärzte verschreiben viel zu oft und viel zu schnell Antibiotika. Patienten wiederum nehmen diese dann falsch ein. Und Pharmaunternehmen entwickeln statt neuer Antibiotika lieber andere Medikamente, die lukrativer sind. Doch ein entscheidender Faktor wird in der Debatte fast vollkommen übersehen: unser Hunger nach Tierprodukten.

Seit man in den 1940er-Jahren entdeckte, dass Antibiotika in der Tiermast wachstumsfördernd wirken, werden sie in gigantischen Mengen an Tiere verfüttert. In Deutschland ist der Einsatz zur Wachstumsförderung in der Mast inzwischen zwar verboten. Trotzdem wird immer noch weit über die Hälfte aller Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt: zur Behandlung von Krankheiten und zur Verhinderung von deren Ausbreitung – beides oft Folgen der fürchterlichen Haltungsbedingungen der Tiere. Durch den Verzehr von Tierprodukten befördern wir nicht nur diese bedrohliche Entwicklung. Nein, wir nehmen zusätzlich auch noch Antibiotika-Reste und sogar bereits resistente Keime auf. Guten Appetit!

Die „Antibiotika-Apokalypse“ zu verhindern, ist nicht nur in unserem eigenen Interesse. Wir schulden das auch unseren Kindern und Kindeskindern, denen wir diese Welt hinterlassen. Einen wichtigen Schritt dazu können wir alle sofort auf unseren Tellern machen. Durch die Entscheidung für eine pflanzliche Ernährung leisten wir einen doppelt wichtigen Beitrag: Wir fördern damit nicht nur unsere Gesundheit, sondern sorgen zugleich dafür, dass uns Antibiotika auch in Zukunft noch helfen, wenn wir sie wirklich einmal benötigen.

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