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Auszeit für den Darm

Warum Intervall- und Heilfasten so gut tut

Stand: 02.03.2018 (02.02.2018)

Intervall-Fasten

Das klingt doch ideal – man muss auf nichts verzichten, keine spezielle Diät einhalten oder Kalorien zählen und kann doch gesünder und schlanker werden. Mit dem Intervall-Fasten ist das ganz unkompliziert und vor allem dauerhaft umzusetzen. Beispielsweise mit dem 16:8-Fasten. Das bedeutet acht Stunden ganz normal seine Mahlzeiten einzunehmen und dann ist erst mal Schluss mit Brot, Naschkram oder warmen Speisen. So gönnt man „dem Organismus und dem Stoffwechsel eine lange Pause von der Verdauung“, erläutert Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin. 16 Stunden sollte die Auszeit für den Darm dauern – genug Zeit für den Putztrupp im Darm. Aber auch 14 Stunden sind ein Erfolg.

Einfacher wird’s, wenn die Nacht in die Essenspause integriert wird. Findet um 17 Uhr die letzte Mahlzeit statt, ist um 9 Uhr Zeit für ein Frühstück. „Ich lasse dagegen meist das Frühstück ausfallen, da es mir wichtig ist, mit meiner Familie abends zusammen zu essen. Schließlich soll die Methode die Lebensqualität verbessern und nichtverschlechtern“, so Prof. Michalsen. 

Unser Körper ist sehr gut darauf vorbereitet, einen größeren Abstand zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken. Denn noch nie zuvor war so permanent Nahrung verfügbar wie in heutiger Zeit. Auch die Essenskultur hat sich verändert, noch vor wenigen Jahrzehnten waren der Keks zwischendurch oder das schnelle Würstchen auf die Hand undenkbar. Bei unseren Großeltern hieß es noch: Gegessen wird am Tisch. Gar nicht so dumm, wie sich jetzt herausstellt. Chefarzt Prof. Michalsen erläutert: „In diesen Phasen, in denen man nichts isst, hat der Körper Gelegenheit, die Zellen zu reinigen. Dort lagern sich Abfallprodukte ab, wie deformiertes Eiweiß. Solange die Zelle zu tun hat, weil wir sie füttern, bleibt der Müll einfach liegen.“

Viele Studien zum Fasten sind übrigens gar nicht so neu. Schon vor 40 Jahren beobachteten amerikanische Forscher, dass Mäuse, die ständig gefüttert wurden, die gleichen Krankheiten entwickelten wie wir Menschen. Also Diabetes, Bluthochdruck, Rheuma und Übergewicht. Mäuse, die immer mal wieder auf Nahrung verzichten mussten, erkrankten um ein Drittel weniger an den chronischen Leiden. „Erste kleine Studien am Menschen sprechen dafür, dass Fasten auch bei neurologischen Erkrankungen wie beginnender Demenz und Multiple Sklerose helfen kann.“

Fasten als Heilmethode kann uns ein längeres und gesünderes Leben bescheren. Sogar wenn die Möglichkeit bleibt, sich in den verbleibenden acht Stunden den Bauch vollzuschlagen, wie Skeptiker kritisch anmerken. Prof. Michalsen widerspricht: „Nein, das ist wirklich gut untersucht. Sie holen diese Kalorienmenge nicht wieder rein. Und der Gesundheitseffekt durch den Reparaturmechanismus der Zellen besteht auf jeden Fall. Selbst wenn man nicht abnimmt.“ Auch weitere Stoffwechselprozesse werden positiv beeinflusst, beispielsweise körpereigene Hormonsysteme, die für die Regulation von Hunger oder Sattheit entscheidend sind. Bei regelmäßigem Essen neigen sie, wie etwa die Insulinproduktion, chronisch zur Übersteuerung. Eine wesentliche Ursache für Übergewicht.

Das gilt auch für andere Fasten-Intervalle wie das 2:5-Fasten. Dabei reduziert man die Nahrungsmenge an zwei Tagen in der Woche drastisch – erlaubt sind dann nur magere 500 Kalorien. An den anderen Tagen isst man ganz normal.

Doch warum gerade Intervall-Fasten? „Das ist ideal, weil es für jeden zu machen ist. Für diese Fastenform gibt es keine bekannten Risiken. Man kann es auch durchführen, wenn man Medikamente einnehmen muss, anders als bei dem  wochenweisen Heilfasten“, so Prof. Michalsen. Außerdem können wir uns an diese, eigentlich natürlichen Essenspausen gewöhnen und uns somit vor vielen chronischen Erkrankungen schützen. Eine weitere Hoffnung ist, so wieder unterscheiden zu lernen zwischen Appetit und wirklichem Hunger. Dafür gibt es ein eindeutiges Signal: das Magenknurren.

Unser Experte: Prof. Dr. Andreas Michalsen, Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie Charité - Universitätsmedizin Berlin; Chefarzt Abteilung Naturheilkunde, Immanuel Krankenhaus in Berlin-Wannsee, Buchautor

Klassisches Heilfasten

Nach Buchinger

Bis zu vier Wochen darf beim Heilfasten nach Otto Buchinger auf feste Nahrung verzichtet werden. Erlaubt sind Säfte und nährstoffreiche Suppen – alles unter 250 Kalorien am Tag. Ein solch drastischer Verzicht sollte nur mit ärztlicher Begleitung erfolgen. Das war auch dem Pionier des deutschen Heilfastens, Dr. Otto Buchinger (1882–1970) bewusst, er gründete 1932 in Bad Pyrmont seine berühmte Fastenklinik. Die Therapie wird mit naturheilkundlichen Behandlungen und einer angenehmen Atmosphäre kombiniert. Ruhe und Aktivitätsphasen wechseln sich ab. Ein besonderes Detail: zwei Löffel Honig am Tag sollen die Zellregeneration unterstützen. Die ersten Tage dienen der Vorbereitung, bei den sogenannten Entlastungstagen mit etwa 600 Kalorien am Tag gibt es fettarme gesunde Gerichte. Zu der Behandlung gehört auch eine Darmentleerung – etwa durch die Gabe von Glaubersalz, Einläufen oder der Colon-Hydrotherapie. Am Ende der Zeit stehen das Fastenbrechen und eine Umstellungsphase. Dann wird der Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt.

Die F. X.-Mayr-Kur

Der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr (1875–1965) entwickelte seine Ernährungstherapie, um Entzündungen der Darmschleimhaut vorzubeugen und zu heilen. Dabei ging er davon aus, dass er damit auch viele der Folgeerkrankungen behandeln kann: chronische Müdigkeit, schwaches Immunsystem, Gelenk- und Rückenschmerzen, Hautprobleme und natürlich Bauchweh. Die drei Säulen heißen: Schonung, Säuberung und Schulung.

Bekannt geworden ist die F. X. Mayr-Kur auch als Milch-Semmel-Diät. Denn altbackene Brötchen stehen jeden Morgen und Mittag auf dem Speiseplan. Der Sinn ist, dass man die trockene Backware lange kaut – mindestens 32-mal. Dazu gibt es ein paar Löffel Milch oder Joghurt. Eine Mayr-Kur sollte mit ärztlicher Begleitung oder in einer der darauf spezialisierten Kurkliniken durchgeführt werden. Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Diagnostik. Die Fastenphase startet mit einer Darmentleerung entweder mit Glaubersalz und/oder der Colon-Hydro-Therapie. Weitere Elemente der Therapie sind Bauchmassagen und umfangreiche Ernährungsschulungen. Die Kur dauert bis zu vier Wochen.

Basenfasten

Ziel dieser sanften Fastenvariante ist es, den Säure-Basen-Haushalt im Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Das wird erreicht durch eine gezielte Ernährung mit basischen Früchten, Gemüse und Kräutern. Dabei sollte zwischen Säuren und Basen stets ein Übergewicht an Basen bestehen, damit Stoffwechsel und Immunabwehr reibungslos funktionieren können. Das Dr.-Jentschura-Basenfasten beginnt zum Beispiel mit einer Darmreinigung mit F.X. Passagesalz oder Bittersalz. Leichte Bewegung wie Walken, Radfahren oder Schwimmen ergänzen die Fastenphase.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind vitalisierende Trockenbürstungen am Morgen. Die Bürstungen der Haut in Ausscheidungsrichtung (vom Herzen weg) stimulieren die Blutzirkulation. Die mehrwöchige Trinkkur mit basischen Kräutertees soll dem Körper helfen, eingelagerte Reparaturüberreste zu lösen. Parallel dazu sollte die Ernährung nährstoffreich und vegetarisch sein, damit die gelösten Säuren neutralisiert und ausgeleitet werden können. Die Haut ist das größte Ausscheidungsorgan. Deshalb ergänzt Dr. Jentschura die Kur durch Bäder und Wickel mit basischen Pflegesalzen, die Sie im Reformhaus® bekommen.

Seminartipp: Basenfasten

Vitalität mit frischen Früchten und Gemüse

  • 04.02. – 09.02.18 (So – Fr) oder
  • 18.02. – 23.02.18 (So – Fr) oder
  • 18.03. – 23.03.18 (So – Fr)

Basenfasten ist die Alternative zum klassischen Fasten. Frische Früchte und Gemüse garantieren Wohlbefinden und ermöglichen eine Gewichtsabnahme. Sanfte Entlastung für Körper und Geist.

Mehr Informationen unter www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172/300 98 22

Zum Weiterlesen

  • In seinem Bestseller „Heilen mit der Kraft der Natur - Meine Erfahrung aus Praxis und Forschung – Was wirklich hilft“ beschreibt Prof. Dr. Andreas Michalsen ausführlich den Nutzen des Intervall-Fastens für jedermann und des Heilfastens bei bestimmten Krankheiten. Insel, 19,95 Euro
  • Die Vorschläge von Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck in ihrem neuen Buch lassen sich auch mit Intervall- Fasten verbinden. „Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode. So werden Sie auch das innere Bauchfett los. Mit köstlichen Gesundrezepten“, Becker Joest Volk Verlag, 29,95 Euro
  • Dr. h.c. Peter Jentschura gibt Tipps zum Basenfasten in Eigenregie. „Gesundheit durch Entschlackung“, Jtb-Verlag, 14,50 Euro
  • Schon 1980 veröffentlichte der Arzt Dr. Ruediger Dahlke „Bewusst Fasten. Ein achtsamer Wegbegleiter“. 2016 erschien es komplett überarbeitet im Königsfurt-Urania Verlag, 9,95 Euro. Seit drei Jahrzehnten begleitet Ruediger Dahlke Fastende. Besonders ist sein achtsamer und spiritueller Ansatz seines Programms.

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