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Yoga bereichert unser Leben

Körper und Seele in Balance

Stand: 20.07.2016

Den einen geht es um die Körperübungen. Anderen um Entspannung. Und manche vertiefen sich in die Philosophie des Yoga. Ein Gespräch mit der bekannten Yogalehrerin und Autorin Anna Trökes über den ungebrochenen Zustrom zur Lebenskunst des Yoga.

ReformhausKurier: Die Übungen des Yoga wirken auf Körper, Geist und Seele. Ist das Ganzheitliche das Geheimnis, warum Yoga so viele Menschen anspricht?
Anna Trökes: Yoga bewirkt ganz allgemein Wohlbefinden. Nach einer Yogastunde fühlen sich die Frauen, und es sind zu 80 Prozent weibliche Teilnehmerinnen, anders als vorher. Der Wohlfühleffekt ist abrufbar. Außerdem schwinden vielleicht die Rückenschmerzen oder das Kopfweh. Jedenfalls ist eine Veränderung spürbar. Darüber sprechen sie mit Freundinnen und Kolleginnen – so erklärt sich der Zulauf.

Kann Yoga auch heilende Kräfte haben?
Achtsames Yoga wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus. Es kommt in Balance. Das geschieht, wenn LehrerInnen oder Übende mit sich selbst nicht zu fordernd sind und es Pausen zum Nachspüren gibt. Dann kommt das Nervensystem zur Ruhe und alle Beschwerden, die mit dem vegetativen Nervensystem zusammenhängen, werden weniger. Kopf- und Nackenschmerzen, Verdauungsstörungenoder auch Burnout-Symptome schwinden. Das kann präventiv und auch im Sinne einer Therapie wirken.

Kann jeder einfach so loslegen oder raten Sie Anfängern zu einem Kurs?
Unbedingt zu einem Kurs! Jeder Mensch nimmt seine eigene Art der Haltung und der Bewegung mit auf die Matte. Ein Yogalehrer kann da günstigere Wege aufzeigen, um den Körper nicht unnötig zu belasten.

Worauf sollten Anfänger besonders achten?
Das A und O ist die Körperwahrnehmung, die jeder aktivieren und verfeinern muss. Am Anfang sollten einfache Übungen stehen, die die Wahrnehmung schulen: die Schulterbrücke, der Hund, die Katze. Auch das richtige Stehen ohne Verspannung will geübt werden. Man muss nicht gleich in der zweiten Stunde den Sonnengruß können.

Wie oft sollten wir üben?
Ein Kurs einmal pro Woche ist realistisch. Also ein bis anderthalb Stunden. Günstig wäre in der Woche dreimal zu üben. Einmal im Kurs und zweimal mit Hilfe aus dem Internet (siehe Tipp im Kasten), denn der Körper muss die Bewegung lernen und dabei helfen Wiederholungen.

Gehört Meditation unabdingbar zum Yoga dazu?
Ja, eigentlich ist es sogar ein Synonym. Mit Meditation meine ich aber nicht: hinsetzen und Augen zu. Auch die konzentrierte Übungspraxis und bewusste Körperarbeit kann sehr meditativ sein. Übende lenken ihren Blick auf den Atem oder in den Körper. Das ist eine Form der Meditation. Nach einer Kursstunde, etwa in der Abschlussentspannung, sollten Fragen wie „Wie fühlte ich mich vorher? Wie danach? Was brachte die Stunde? Kann ich davon etwas in den Alltag einbauen?“ Anlass zum Nachdenken geben und das meditative Potenzial wecken.

Wie kann man bewusst atmen lernen?  
In Verbindung mit der Bewegung geht das gut. Auch räkeln und dehnen unterstützt tiefen Atem. Lächeln animiert zu entspanntem Atmen. Viele Menschen leiden heutzutage an den hohen Anforderungen, die das Leben stellt und aus denen sich Stress ergibt. Da wäre eine Anweisung: „Jetzt entspannt atmen!“ kontraproduktiv, weil sich das wieder nach Leistung anhört. Dagegen sind Anregungen, dem Atem zu folgen und das Ein- und Ausatmen zu beobachten, einfacher zu befolgen.

Wie oft und lange praktizieren Sie selbst Yoga?
In Stunden kann ich das nicht ausdrücken. Denn mein ganzes Leben ist Yoga. Ich praktiziere seit 43 Jahren fast täglich, unterrichte seit 41 Jahren. Auch wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe oder ein Buch schreibe, ist das eine Form von Yoga.

Zwei einfache Übungen für EinsteigerInnen

 

 

Entspannt am Abend

Legen Sie sich auf den Bauch, die Stirn auf den rechten Handrücken. Linken Arm nach vorn strecken. Dehnen Sie sich über die Diagonale: linker Arm, rechtes Bein. Beim Einatmen Kopf, Arm, Bein leicht heben, beim Ausatmen zum Boden zurück. Ein- und ausatmen. Dann die Übung 3- bis 4-mal in derselben Diagonale wiederholen. Danach andere Diagonale.

Effekt: kräftigt Rücken-, Schulter-, Gesäßmuskeln, verbessert die aufrechte Haltung.

Belebend am Morgen

Achten Sie auf ausreichend Raum für die Arme. Heben Sie den rechten Arm mit den Fingerspitzen weit nach oben. Kräftig dehnen. Die Fingerspitzen der linken Hand dehnen sich gleichzeitig nach unten. Führen Sie den rechten Arm gedehnt über den Kopf nach hinten unten und den linken gedehnt nach oben. Werden Sie dabei immer schneller. Das Becken bleibt gerade, nur der Brustkorb geht mit.

Effekt: belebt den Brustraum, regt die Atmung an.

Die Übungen sind entnommen aus:

Anna Trökes: Yoga. Mehr Energie und Ruhe, Gräfe und Unzer, 80 Seiten plus 70 Min. Übungs-CD, 17,99 Euro, ISBN 978-3-8338-4830-8.

Ideal für Einsteiger mit Energieübungen am Morgen und Entspannung am Abend.

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