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Schuhe aus!

Auf nackten Füßen zu mehr Gesundheit

Stand: 01.07.2018 (01.07.2018)

Unsere Füße sind wenig gewürdigte Helden. Auf ihnen lastet unser volles Gewicht. Wenn wir gehen, laufen oder springen sogar das Fünffache, bei 70 Kilo immerhin 350 Kilo. Sie spielen also im Wortsinn die tragende Rolle in unserem Leben – und werden doch, da fast immer verpackt in Schuhe und Stiefel, zu wenig beachtet. Erst jetzt im Sommer werden sie in Sandalen und Flip-Flops wieder öffentlich sichtbar – und damit leider auch alles, was wir ihnen an Belastungen und Sünden zumuten.

Im Schnitt gehen wir täglich circa 10.000 Schritte, in etwa 80 Lebensjahren umrunden wir quasi dreimal den Erdball! Unsere Füße müssen also extrem stabil sein. Und doch sind sie ein filigranes Meisterwerk aus 26 Knochen und 27 Gelenken. Hinten im Fuß liegen die Knochen übereinander,vorne und in der Mitte nebeneinander. Dadurch entsteht auf der Innenseite des Fußes ein Längs- und im hinteren Fuß ein Quergewölbe. Diese sind durch 32 Muskeln und mehr als 100 Bänder und Sehnen miteinander verbunden. Gesunde Füße liegen nie platt auf dem Boden, die Gewölbe dienen als Stoßdämpfer wie auch in der Sohle eingelagerte kleine Fettpolster. Zudem sind unsere Füße hochsensibel dank rund 1.700 Nervenenden, die sie mit allen Körperteilen und -zonen verbinden, darauf basiert bekanntlich die Fußreflexzonenmassage.

Produkt-Tipps aus dem Reformhaus®

Und ausgerechnet diese kleinen Wunderwerke der Natur quetschen wir in enge Schuhe, Pumps und waghalsige Stilettos! Die bösen Folgen kennen wir fast alle: Hornhaut und Schrunden, Hühneraugen oder eingewachsene Zehennägel. Das Schlimmste aber: Bei dauerhaften Belastungen der Füße können sich diese verformen, werden zu Platt-, Senk- oder Spreizfüßen.

Laut Statistik kommen 98 Prozent der Kinder mit gesunden Füßen zur Welt, aber fast 50 Prozent der Erwachsenen weltweit haben früher oder später verformte Füße – und damit Schmerzen beim Gehen, nicht nur an den Füßen, oft auch in der Hüfte, im Rücken, überall. Vor allem Frauen entwickeln– insbesondere auf High Heels – den fiesen Hallux valgus, einen Schiefstand des großen Zehs. Manchmal so schlimm, dass orthopädische Einlagen nicht mehr helfen können und eine OP nötig wird.

Dabei muss es gar nicht so weit kommen – wenn wir einige Grundregeln beachten. Nötig sei häufiger Schuhwechsel, denn jedes Modell fordert den Fuß wieder anders. Frauen sollten viel öfter flache Schuhe tragen, möglichst mit weicher Sohle und Massage-Fußbett.

Unser „Reformhaus® activate your life“-Gesundheitsexperte Prof. Dr. Ingo Froböse rät Ihnen, auf diese vier Dinge zu achten, damit Sie das Erlebnis Barfußlaufen auch genießen können.

1. Beginnen Sie langsam

Wer direkt alle Schuhe aus seinem Schrank verbannen und die Welt auf nackten Sohlen erkunden will, aufgepasst! Denn eine langsame Gewöhnung und eine gut trainierte Fußmuskulatur sind die Grundvoraussetzung für gesundes Barfußlaufen. Die Strukturen in den Füßen, aber auch Unterschenkel und Knie brauchen Zeit, sich an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen. Bei einem zu schnellen Wechsel zum Barfußlaufen sind häufig Zehen oder Fersenschmerzen zu beobachten, aber auch Entzündungen oder Brüche sind in Einzelfällen möglich. Nehmen Sie sich also Zeit! Legen Sie immer wieder kleine Strecken barfuß zurück oder starten Sie in Minimalschuhwerk mit dünner Sohle und weniger Stütze. Halten Sie am besten eine Eingewöhnungszeit von sechs bis acht Wochen ein. So können sich Ihre Füße im wahrsten Sinne des Wortes schrittweise an die neue Belastung zu gewöhnen.

2. Barfußlaufen will gelernt sein

Die Ferse setzt zuerst auf, dann wird über den Vorfuß abgerollt. So sind wir es beim Laufen in unseren dick besohlten Laufschuhen gewöhnt. Aber Achtung! Beim Barfußlaufen fehlt diese federnde Schicht unter unseren Fußsohlen, sodass die Krafteinwirkung beim Aufsetzen mit der Ferse hohe Belastungen auf Fußknochen, Unterschenkel und Knie erzeugt. Um diese Strukturen zu schützen, müssen wir deshalb beim Barfußlaufen den Abrollprozess von vorne beginnen. Der Vorfuß setzt zuerst auf und dann wird über die Ferse abgerollt. So wird der Stoß beim Aufsetzen besser abgefedert und auch die Bodenkontaktzeit minimiert. Das bewirkt eine geringere Krafteinwirkung auf die unteren Extremitäten und wirkt sogar gelenkstabilisierend. Dieser natürliche Laufstil sorgt somit nicht nur für starke Füße, sondern auch für gesunde Gelenke.

3. Barfuß joggen – mit Vorsicht herantasten!

Wenn wir uns an die Königsdisziplin des Barfußlaufens heranwagen, muss eines klar sein: Unsere Füße können nicht von einem Tag auf den anderen alle Dämpfungs- und Unterstützungssysteme eines Laufschuhs ersetzen. Denn natürlich steigt bei höherem Tempo auch die Belastung auf die Muskeln und Gelenke. Am besten ist es, auf das eigene „Fuß-0-Meter“ zu hören und bei Schmerzen oder Unwohlsein den Füßen ausreichend Regenerationszeit einzuräumen. Um die Gewöhnung schonend zu gestalten, können wir auch ganz einfach einen Zwischenschritt einbauen und zunächst auf Laufschuhe mit barfußähnlichen Laufeigenschaften zurückgreifen. Diese sind in jedem Sportschuhfachgeschäft zu finden.

4. Geländegänge neu erleben

Laufen auf verschiedenen Untergründen beschert unseren Sohlen, Bändern, Sehnen und Muskeln im Beinbereich aufgrund von unterschiedlichen Reizen eine Extraportion Training. Dabei sollten aber nicht nur Wohlfühluntergründe wie das Gras im heimischen Garten oder der Sandstrand unseren Fußsohlen schmeicheln. Auch die Sinneserfahrung auf Schotter, rauem Asphalt oder verwurzelten Waldwegen ist wichtig für die Anpassungsfähigkeit unserer Füße. Wenn Sie auf diese vier Dinge achten, dann steht Ihren Barfußabenteuern nichts mehr im Wege. Also zeigen Sie Ihren Füßen auch etwas von der Welt und gönnen Sie ihnen regelmäßige Schuh-Pausen

Barfuß laufen – hier macht es richtig Spaß

Am Strand und auf der Wiese: Barfuß laufen ist das Beste, was Sie Ihren Füßen gönnen können. Nur zwei Prozent der traditionellen Barfußläufer – etwa in Afrika – kennen überhaupt Fußprobleme. In vielen Orten – Bad Wörishofen, Lüneburger Heide, Bad Orb u. a. – gibt es Barfußparks (www.barfusspark.info) Da läuft man nacheinander über Torf, Schlick, Kiesel, Sand, Moos und eine Wiese. Die hochsensiblen Füße erspüren jeden Untergrund intensiv und rollen intuitiv vom Ballen zur Ferse ab. Auch einige Fitness- und Sportstudios bieten solche Barfußpfade an. Aber auch zu Hause sollten wir barfuß über Teppiche und Holzfußböden gehen. Holz ist ideal, weil es federt und damit die Füße massiert, die Gelenke, Muskeln und Bänder stärkt und festigt. Über die Fußreflexzonen entspannt sich zudem der ganze Körper.

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