Frau lehnt entspannt an einer Mauer

Jetzt mal langsam

Das Slow-Prinzip

Stand: 30.01.2017 (30.01.2017)

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Unser Alltag ist eng getaktet: arbeiten, Kinder abholen, einkaufen, Sportstudio, Freunde treffen, Arztbesuch – alles geplant. So hetzen wir von früh bis spät durchs Leben. Immer wieder fassen wir den Vorsatz: Das muss mal anders werden! Wie weniger Hektik und dafür mehr Lebensqualität zu bewerkstelligen sind, zeigt Regina Tödter mit dem Slow-Prinzip. Und ganz einfachen Übungen.

Übungen: Stop mal! Das ist gerade ein schöner Augenblick

  • Durch die Slow-Brille gesehen: Kinder staunen über Kleinigkeiten. Erwachsene nicht mehr. Achten Sie mit der Slow-Brille auf schöne Begebenheiten: die Amsel im Futterhaus, der Anruf einer lieben Freundin. Das ist nicht selbstverständlich, also innehalten und darüber freuen. Im Büro geht das übrigens auch! Ein gutes Gespräch in der Kantine zum Beispiel.
  • Perspektive wechseln: Oh je, nach der Arbeit auch noch schnell kochen! Falscher Ansatz. Nehmen Sie es als Genuss: langsam Möhren schnippeln, die Kinder den Tisch decken lassen, den Duft des Essens genießen, sich auf das gemeinsame Mahl freuen.
  • Häppchenweise: Nicht schlingen, genießen! Versuchen Sie einmal mit Stäbchen zu essen: Das dimmt Ihr Tempo. Oder nehmen Sie die Gabel in die linke Hand und dann jeden Bissen bewusst wahrnehmen.
  • Ziemlich beste Freunde: Sehen Sie Ihr Adressbuch durch. Fragen Sie sich bei jeder Person: Wer ist wichtig, wem vertraue ich, wer regt mich an? Innige Freundschaften sollten Sie pflegen und sich bewusst Zeit dafür nehmen – ohne Handy, ohne Kinder.

Drei Fragen an unsere Expertin

Regina Tödter, Autorin und Coach mit dem Schwerpunkt Entschleunigung, Gesundheitsprävention

Was hemmt uns, mal alles gelassener anzugehen?

Wir nehmen uns oft alles schnell zu Herzen. Das heißt, wir identifizieren uns mit den Aufgaben, die wir tagtäglich erfüllen. Das macht uns irgendwann verbissen. Gelassener werden heißt, Abstand nehmen und Distanz einhalten! Das klappt besonders gut, wenn wir regelmäßig innehalten und die Aufgaben bewusst abschütteln.

Kann selbst der schlimmste Hektiker lernen zu entschleunigen?

Entschleunigen ist ein Akt der eigenen inneren Überzeugung. Wenn wir es wirklich wollen, erkennen wir auch, dass man im SLOW-Modus nichts verpasst. Im Gegenteil! In der Langsamkeit können wir tolle Momente entdecken, die wir in Hektik überspringen würden. Wichtig ist, dass jeder sein eigenes Wohlfühltempo herausfindet und, wenn dieses aus diversen Gründen nicht immer umsetzbar ist, wenigstens an den freien Tagen ausgiebig gelebt wird.

Wie kann ich mich in einer turbulenten Umgebung abgrenzen?

Wichtig ist, dass wir uns nicht anstecken lassen und jede Gelegenheit nutzen, zurück zum Ruhepol zu gelangen. Der sind wir selbst, jederzeit und allen Ortes. Im Büroalltag beispielsweise reicht es oft einfach, mal drei Minuten innezuhalten, sich einen Tee zu kochen, kurz vor die Tür zu gehen, tief durchzuatmen, sich einer anderen Aufgabe zu widmen, einen entspannten Kollegen aufzusuchen und so weiter. Es gibt viele kleine Slow-Momente, die einen durch den Tag tragen.

„Entschleunigen“ von Regina Tödter, Trias, ISBN: 978-3432100692, 95 Seiten, 12,99 Euro, Viele Tipps und Übungen von Zauberyoga bis Flexiday und Zentangle- Meditation machen gelassener und nehmen Druck aus unserem Alltag.

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