Im Gespräch mit Prof. Dr. Ingo Froböse

"Strongfood" - Das wissenschaftliche Kochbuch

Stand: 01.05.2017 (01.05.2017)

Empfehlen über:

Prof. Dr. Ingo Froböse ist wissenschaftlicher Beirat des Programms Reformhaus® activate your life.

Einer Ihrer Leitsätze lautet „Essen und Trimmen – beides muss stimmen“: Worin liegt diese gegenseitige Abhängigkeit?

Prof. Ingo Froböse: Durch körperliche Aktivität entstehen verschiedene Verbrauchssituationen, die kalorisch aber auch hinsichtlich der Vital- und Nährstoffe abgedeckt werden müssen. Unser Essen muss also einen energetischen Fluss sicherstellen, der einerseits die Aktivität möglich macht, und andererseits dafür sorgt, dass die Aktivität danach verarbeitet werden kann. Einen sehr spannenden Zusammenhang sehen wir beim Genuss. Denn nur, wenn wir Bewegung und Ernährung genießen können, funktioniert das Zusammenspiel auch langfristig.

Alle Welt redet von Superfoods und Powerfoods, die unseren Körper schützen und leistungsfähig machen sollen. Ist Strongfood nur eine weitere Bezeichnung für bestimmte Lebensmittel?

Ganz und gar nicht, denn bei Strongfood geht es nicht um einzelne Lebensmittel, sondern um ganzheitlich positive Effekte, die wir durch eine bestimmte Form der Ernährung erreichen können. Dabei liegt der Schwerpunkt auf drei Themen: Der Leistungsfähigkeit der Muskeln, der Ausdauerfähigkeit und zuletzt der mentalen Leistungsfähigkeit. Beim Strongfoodprinzip wird sowohl für den Aufbau dieser Prozesse als auch für die notwendige Regeneration gesorgt.

Auf welche Komponenten kommt es denn an, wenn ich mich „stark“ essen will?

Wenn es um sportliche Ernährung geht, kommen wir natürlich an Proteinen nicht vorbei. Eiweiß ist der wichtigste muskuläre Baustoff, damit der Körper neue Muskelmasse aufbauen kann. Wir müssen allerdings weiter denken und unserem Körper alle Makronährstoffe, sprich Kohlenhydrate, Fette und Proteine im richtigen, weil den Bedürfnissen angepassten Verhältnis zuführen. Neben dem Baustoff Eiweiß brauchen wir nämlich circa 300 – 500 Kalorien mehr Energie in Form von Kohlenhydraten und Fetten pro Tag, um zunächst Regenerations- und anschließend Aufbauprozesse abzuschließen. Ohne diese Energie hat unsere „Baustelle“ Muskulatur also nur den Baustoff, aber niemanden, der den nötigen Kran zum Bau betreibt.

Geht denn die Rechnung „viel hilft viel“ bei sportlicher Ernährung tatsächlich auf?

Bei Strongfood ist es nie eine Frage der Quantität, sondern immer eine Frage der Qualität. Wenn ich einfach mehr esse, ist es zwar kalorisch höherwertig, jedoch von den Makronährstoffen nicht zielgerichtet. Wenn ich also sowohl für regenerative Prozesse als Nachbereitung zu falschen Lebensmitteln greife oder leistungserbringende Prozesse nicht durch die richtige Ernährung vorbereite, kann ich so viel essen wie ich will, ein Vorteil ergibt sich dadurch nicht.

Inwieweit spielt der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine Rolle für die Wirksamkeit?

Der spielt eine große Rolle, selbst unabhängig von sportlicher Leistung. Denn unsere innere Uhr tickt biorhythmisch. Das bedeutet, dass er bestimmte Bedarfssituationen und Schwerpunkte hat. Morgens heißt das kohlenhydratreich und energiegeladen essen, mittags nährstoffreich und vitalstoffreich und abends proteinreich. Nahrung ist also niemals nur Selbstzweck, außer man möchte nur genießen, sondern sie hat eine Funktion im Körper und darum ist der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidend für seine Wirksamkeit.

Wie kann ich persönlich ermitteln, wie viel mein Körper benötigt?

Es hat ganz viel mit Subjektivität zu tun. Im Alltag muss ich einfach darauf achten: Habe ich vielleicht zu viel gegessen, kontrolliere ich mich morgen vielleicht mehr und reguliere ich mich so. Wichtig ist deshalb ganz klar: Es sollte keine Tagesbilanz aufgestellt werden, sondern immer eine Wochen-, wenn nicht sogar Monatsbilanz. Wer dennoch auf eine rechnerische Orientierung nicht verzichten möchte, kann die eigene Grundumsatzmessung zu Hilfe nehmen. So lässt sich verlässlich nachvollziehen, wie viel Energie der Körper für die täglichen Stoffwechselprozesse benötigt, doch der sportspezifische Bedarf ist und bleibt sehr individuell.

Wie lässt sich das Strongfood-Prinzip in der vegetarischen oder veganen Ernährung umsetzen?

Es gibt so unendlich viele tolle vegetarische und vegane Produkte die alle notwendigen Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette, Proteine und Vitalstoffe enthalten. Denn schließlich ist auch bei Strongfood die Herkunft nicht entscheidend, sondern nur die Zusammensetzung der Lebensmittel. Für Vegetarier und noch mehr Veganer bedeutet dies allerdings, speziell auf die Zufuhr von Proteinen und Vitamin B-Komplexen zu achten, denn die brauchen gerade unsere Sportler, weil sie Garant sind für Leistung und Fitness. Berücksichtigt man dies, steht einer vegetarischen oder veganen Strongfood-Ernährung nichts im Wege, wie man auch an den immer zahlreicher werdenden Spitzenathleten erkennen kann, die auf Fleisch oder gänzlich auf tierische Produkte verzichten.

Haben Sie zum Abschluss einen speziellen Tipp für DAS Strongfood-Gericht für jedermann?

Wie bereits beschrieben, ist Ernährung im Allgemeinen und Sportlernahrung im Speziellen immer ein Stück weit individuell zu betrachten. Aber gerade für Vegetarier gibt es ein paar Dinge, die immer auf dem Speiseplan stehen sollten: Tofu- und fermentierte Sojaprodukte sind wahre Proteinbomben für die Regeneration, ein Quinoa- und Linsensalat ist ebenso gut geeignet. Für echte Power sorgt ein selbst gestaltetes Müsli mit Amarant, Hanfsamen sowie Weizenkeimen.

 Unser Tipp: Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Outdoor-Training "Beweg dich frei!"

Strongfood - Das neue Kochbuch von Prof. Dr. Info Froböse

Wenn wir an Essen denken, so denken die meisten vielleicht an erster Stelle an den lukullischen Genuss! Doch ist es für unseren Organismus weit mehr als das. Essen nimmt eine bedeutsame Rolle ein, wenn es um unser Wohlbefinden, zielgerichtete Gesundheit und Lebensqualität geht.

Denn was viel zu oft in Vergessenheit gerät ist die Tatsache, dass jede Nahrungsaufnahme eine Kette an Reaktionen in unserem Körper auslöst. Im besten Fall - und dahin möchte ich Sie mit diesem Buch führen -  sind diese körpereigenen Prozesse positiver Natur! So zielgerichtet und effizient, dass die Baustoffe der Ernährung zum Strong Food wird und somit jeder Körperzelle vom Gehirn über die Muskulatur bis zum Nervensystem bedarfsorientiert versorgt, um langfristig fit, gesund und leistungsfähig zu werden und zu bleiben!

Überlassen Sie es also nicht dem Zufall, dass Muskeln wachsen, Nervenbahnen vitale und dynamische Transportbahnen darstellen oder Ihr Körper zur rechten Zeit leistungs- und regenerationsfähig ist! Steuerbar ist all dies mit Hilfe einer fokussierten Ernährung, die beispielsweise dafür sorgt Muskulatur zum Wachstum anzuregen und dem Körper notwendige Baustoffe für eine langanhaltende und zielführende Regeneration bereitzustellen.

Denn nur, wenn wir unserem Organismus eben jenes Baumaterial zur Verfügung zu stellen verhelfen wir ihm zu mehr Dynamik, Vitalität, Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt bedeutsamer Lebensqualität auf allen Ebenen -Langzeitwirkung inklusive! 

Freuen Sie sich auf eine zielgerichtete Ernährung für:

  • Ihre Muskelzellen und ihr Wachstum
  • die Steigerung Ihrer Ausdauer
  • eine fokussierte Steigerung der Leistungsfähigkeit
  • eine erhebliche Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • sowie der nachhaltigen Befähigung zur Regeneration und Erholung 

Empfehlen über:

Weiterscrollen, um zum nächsten Artikel zu gelangen