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Im Gespräch mit Prof. Dr. Ingo Froböse

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Stand: 08.08.2017 (08.08.2017)

Was sind die motorischen Meilensteine, die wir bei Kindern feststellen können?

Prof. Ingo Froböse: Meilenstein ist ein schwieriger Begriff, denn ich assoziiere ihn mit festen Zeitpunkten, an denen etwas stattfinden muss oder stattgefunden haben muss. Bei der motorischen Entwicklung von Kindern würde ich vielmehr von Phasen sprechen, in denen bestimmte Entwicklungsschritte stattfinden und die vielleicht auf den ersten Blick gar nicht als "Meilensteine" erkennbar sind. Denn auch das richtige Fallen, das Greifen oder das Öffnen einer Trinkflasche sind motorische Lernprozesse, diese folgen allerdings keinem starren Muster. Einzig lässt sich, wie auch im späteren Leben, eine Chronologie der Entwicklungsschritte vom Einfachen zum Komplexen nachvollziehen - auf das Krabbeln und Laufen folgen ganz klassisch komplexere Bewegungsmuster wie das Hüpfen, Rennen oder Balancieren.

Welche Bewegungsformen helfen besonders gut bei der motorischen Frühentwicklung?

Wichtig ist vor allem, dass Kinder sich vielfältig bewegen, sodass sie ganz unterschiedliche Bewegungserfahrungen machen können. Raufen, Toben, Ausprobieren sind hier die richtigen Stichworte. Kinder brauchen vor allem in sehr frühen Jahren noch keinen angeleiteten Sportunterricht. Vielmehr entwickeln sie sich dadurch motorisch weiter, dass sie sich frei in Räumen, sei es indoor oder outdoor, bewegen und dabei ihre Umwelt für das Ausüben von Bewegungen nutzen. Genau deshalb sind gut ausgebaute Spielplätze auch so essentiell für die motorische Frühentwicklung: Kinder können hier rennen, hangeln, klettern, kriechen, hüpfen und bewegen sich zudem auf unterschiedlichsten Untergründen wie Rasen oder Sand.

Was können Eltern tun, um ihr Kind bei der motorischen Entwicklung zu unterstützen?

Durch Spaß an Bewegung und etwas Kreativität können Eltern Ihrem Kind möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglichen! Denn gerade abseits des Spielplatzes können wir als Eltern einen aktiven Lebensstil vorleben und vorgeben. Genauso wichtig ist es aber auch, unseren Kindern Räume zur eigenen Bewegungsentwicklung zu bieten, beispielsweise im Garten, gemeinsam mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft auf der Spielstraße oder selbst durch einfache "Bewegungsparcours" im Kinderzimmer oder der Wohnung.

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