Spazieren gehen hält gesund

Glück im Grünen

Stand: 01.07.2020 (01.07.2020)

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Glück im Grünen - Jetzt geht’s raus in die Natur! Wir freuen uns auf die sommerliche Outdoor-Saison und achten darauf, dass durch unser Verhalten keine Ansteckungsgefahr entsteht.

Wenn Sie sich das nächste Mal gestresst oder überreizt fühlen, gehen Sie in die Natur – in einen Wald, einen Park oder Garten. 20 bis 30 Minuten im Grünen lassen den Stresspegel signifikant sinken, so das Ergebnis einer neuen Studie von der Universität Michigan. Damit die von Professorin Mary Carol Hunter „Natur-Pille“ genannte Methode auch funktioniert, müssen Handy und Sportsachen zu Hause bleiben. Absichtslos ist das Zauberwort, um im Grünen zu genesen, einfach mal so sein!

Dass die Natur uns guttut, konnte in zahlreichen Untersuchungen immer wieder bestätigt werden. Waldspaziergänge, die in Japan als anerkannte Therapie („Waldbaden“) gelten, senken Blutdruck und Herzfrequenz, steigern die Lungenkapazität und verbessern die Elastizität der Arterien.

Studien zeigen: Grün hält gesund

Doch ist dieser positive Effekt langfristig? Um das herauszubekommen, hat ein Team um Caoimhe Twohig-Bennett von der Universität von East Anglia in Norwich 140 Studien mit Daten von mehr als 290 Millionen Menschen ausgewertet. Die Wissenschaftler verglichen die Gesundheit von Menschen, die häufig im Grünen waren oder in einer grünen Umgebung wohnen, mit der von Menschen, die kaum Kontakt mit der Natur haben. Ergebnis: Grün hält gesund. Das Risiko für Typ 2 Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Frühgeburten und Schlafstörungen reduziert sich und das Stressniveau sinkt.

Auch die emotionale Befindlichkeit pendelt sich auf ein Allzeithoch ein: Forscher der Universität von Exeter fanden heraus, dass Menschen in der Natur glücklicher sind. Schon wenn sie in einer Großstadt in einen grüneren Stadtteil umziehen, steigt ihre Zufriedenheit innerhalb der ersten drei Jahre massiv.

Und wie lässt sich die heilsame Wirkung der Natur erklären? Die Wissenschaft hat dafür gleich ein ganzes Bündel an möglichen Ursachen parat. Da sind zum einen natürlich die frische Luft und die Bewegung. Aber es gibt auch kleine Helfer: antimikrobielle Phytonzide. Das sind chemische Abwehrstoffe, die Bäume und Pflanzen produzieren, um sich gegen Bakterien, Pilze und Viren zu schützen. Und es scheint, so Twohig-Bennett, dass diese Stoffe eine gesundheitsfördernde Wirkung auf uns haben.

Für die Psychologie spielt auch unser natürliches Erbe eine große Rolle. Künstliche Umwelten umgeben uns noch nicht lange; verglichen mit dem langen Zeitraum der Evolution dauert die Moderne erst einen Wimpernschlag. Erblicken wir eine park-ähnliche Landschaft, mit sanften Hügeln, Bäumen, einem Bach oder See und Wiese und Gras werden jahrtausendealte Erinnerungen an die Verwandtschaft mit früheren Savannenbewohnern und ein natürlicheres Leben im engen Bezug zur Natur wach.

Stressbedingte Erregungszustände werden sofort gedämpft, Alltagssorgen und Ängste in den Hintergrund gedrängt, unser ewig grübelnder Verstand kommt zur Ruhe. Für eine niederländische Arbeitsgruppe um die Umweltpsychologin Agnes van den Berg ist die heilsame Wirkung der Natur auf deren fraktale, also komplexe geometrische Beschaffenheit zurückzuführen. Das heißt, Bäume, Sträucher, Büsche sind sich selbst ähnlich, sind in sich verschachtelt, die Muster wiederholen sich. Dadurch sind die Reize, die auf uns einströmen, leicht zu verarbeiten. Wir müssen nicht groß darüber nachdenken.

Die Pioniere der Forschung, Rachel und Stephen Kaplan von der Universität Michigan, stellen in den Mittelpunkt ihrer Theorie den Umstand, dass wir in der Natur im Gegensatz zu den täglichen Anforderungen in Familie und Beruf unsere Aufmerksamkeit einmal nicht fokussieren, nicht ständig zielorientiert denken und handeln müssen. Die beständig angespannte Aufmerksamkeit ermüdet nämlich wie ein Smartphone-Akku. Dürfen wir hingegen unsere Blicke absichtslos von Baum zu Busch schweifen und unser Interesse unangestrengt mal zu dieser Waldblume, mal zu jenem Wildkraut wandern lassen, lädt Mutter Erde diesen Akku wieder auf.

Mutter Erde lädt unseren Akku auf

Aber wie oft sollten wir uns in der Natur aufhalten, um unsere körperliche und psychische Gesundheit nachhaltig zu fördern? Wissenschaftler um Mathew White von der Universität Exeter empfehlen, zwei Stunden pro Woche im Grünen zu verbringen. Shane O’Mara, Professor für Experimentelle Neurowissenschaft am Trinity College der Universität Dublin, hält vier- bis fünf halbstündige Spaziergänge in der Woche für sinnvoll. Regelmäßiges Gehen, am besten in der Natur, verbessert die Hirnaktivität, hebt die Stimmung, fördert die Kreativität und verlangsamt den Alterungsprozess. Und das alles kostet uns nichts, außer ein bisschen Willenskraft. Also los!

3 Fragen an Prof. Martin Schmitz

 

Viele Menschen haben in der Corona-Krise das Spazierengehen für sich entdeckt. Welche Wirkung diese Entwicklung auf uns und unsere Umgebung haben könnte, erklärt Professor Martin Schmitz von der Kunsthochschule Kassel. Der Spaziergangswissenschaftler untersucht den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, unserer Wahrnehmung und dem Planen und Bauen.

Reformhaus® Magazin: In den letzten Jahren galt Spazierengehen nicht gerade als ultimativer Freizeittrend. Doch derzeit sind viel mehr Menschen zu Fuß unterwegs. Erleben wir eine Renaissance des Spazierengehens?

Prof. Martin Schmitz: Entfallen die gewohnten Wege von A nach B und befinden wir uns überdies in Heimarbeit, möchten wir uns bewegen und wählen die einfachste Form, die es gibt: Wir gehen spazieren. Eine Menge Menschen betrachtet dabei die Umgebung aufmerksamer als zuvor.

Warum?

Je schneller wir unterwegs sind, beispielsweise in der Eisenbahn oder im Auto, desto abstrakter wird die Wahrnehmung. Das ist der kinematografische Effekt; Städte und Landschaften laufen wie im Film an uns vorbei. Gehen wir hingegen spazieren, entdecken wir neue Dinge zu interpretieren. Spazierengehen schafft Schönheit. Die Wissenschaft erfährt übrigens schon seit einiger Zeit größeres Interesse. In den 1990er-Jahren noch belächelt, wird sie jetzt ernst genommen. Immer mehr Menschen interessieren sich für die reale Umwelt, unternehmen Pflanzenspaziergänge, kommen zu meinen Vorträgen. Wir kümmern uns alle mehr um die Gestaltung der Welt.

Wie wird das unsere Gesellschaft verändern?

Mobilität beeinflusst unsere Wahrnehmung und das wiederum hat Einfluss auf unsere Umwelt und Städte. Je mehr Menschen mit Verantwortung spazierengehend den Schwachsinn der Stadtplanung wahrnehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Städte besser geplant und Fehler in Zukunft vermieden werden. Vielleicht sollte man Stadtplaner auch direkt zum Spaziergang einladen. Vielleicht entdecken sie dann, dass sie an dem Ort, der ideal für ein Picknick wäre, eine Schnellstraße geplant haben...


Outdoorspiele für Kinder

1. GESTALTWANDELN: „WENN ICH EIN VÖGLEIN WÄRE ...“

... könnte ich die Welt von oben sehen! Und wenn ich ein Busch wäre, könnte ich meine Wurzeln ganz tief in die Erde wachsen lassen! Und wenn ich eine Ameise wäre, würde ich mit ganz vielen anderen Ameisen ein großes Haus bauen! Damit ein Waldspaziergang für die Kleinen nicht langweilig wird, sucht sich jedes Kind eine neue „Identität“: eine Pflanze, ein Tier, einen Stein. Aber: Das bleibt noch ein Geheimnis. Denn nun denkt sich jedes Kind eine Geschichte aus, wie sich die neue „Identität“ im Wald so anfühlt, was sie arbeitet, was sie sieht, ob sie Flügel oder acht Beine hat und die anderen Kinder und die Eltern müssen raten.

2. SPIEGLEIN, SPIEGLEIN

Bei diesem Spiel müssen die Kids ganz schön aufpassen, denn sie dürfen nur rückwärtslaufen und dabei nicht vom Weg abkommen! So geht’s: Mit Kreide malen die Kinder zwei parallel nebeneinander verlaufende, möglichst gewundene Wege aufs Pflaster. Dann starten zwei Mitspieler mit dem Rücken zum Weg, jeder hat einen Spiegel in der Hand und darf sich nur danach orientieren. Wer sich umdreht, hat verloren und wer als Erster das Ziel erreicht hat, hat gewonnen. Auf einem breiteren Waldweg funktioniert das Spiel auch, wenn, statt Kreide zu benutzen, viele kleine Steinchen gesammelt und gewundene Wege damit gelegt werden.

3. GEHEIME ZEICHEN – GEHEIME VERSTECKE

Diese Variante der klassischen Schnitzeljagd macht im Wald genauso viel Spaß wie im Viertel, in dem man wohnt. Zu Beginn überlegen sich alle Mitspieler eine Geheimsprache aus Kreidezeichen, Papierschnipseln, Moos, Stöckchen, Steinen. Was heißt zum Beispiel „geradeaus“, was „links abbiegen“, was „in 50 Metern Ziel erreicht“. Dann werden zwei Gruppen gebildet: die „Tracker“ (Sucher, sprich: Trecker) und die „Hider“, (Verstecker, sprich: Heider). Die „Hider“ überlegen sich ein cooles Versteck, starten dann mit 20 Minuten Vorsprung und markieren ihren Weg dahin mit den verabredeten Geheimzeichen. Achtung: Kleine Irrwege und Fallen sind erlaubt! Die „Hider“ gewinnen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben, die „Tracker“, wenn sie sie vorher eingeholt haben.

SOS-Hilfen

Insektenstich:

Bei kleinen Insektenstichen kann Aloe vera helfen. Aloe unterstützt die natürliche Regeneration der Haut. Hilfreich und wunderbar kühlend ist dann Aloe vera Gel (im Reformhaus® z. B. von ARYA LAYA oder von Santaverde). Hilft auch bei kleinen Verletzungen.

Aufgeschürfte Knie:

Beim Spielen haben sich die Kids ihre Knie aufgeschlagen oder Papa hat sich beim Brot schneiden in den Finger geschnitten? Keine Panik! Kleine Verletzungen, die nicht zu stark bluten, können wir gut selbst versorgen. Zunächst ggf. die Wunde mit Wasser (Trinkwasser) von der Erde reinigen, Splitter oder Steinchen entfernen. Eine prima Hilfe aus dem Reformhaus®: Medizinischer Manuka Wundheilhonig. Den Honig auf die gereinigte Wunde auftragen und mit einem sterilen Tuch oder Pflaster abdecken. Wer den Wundheilhonig nicht zur Hand hat – auch der normale Manuka Honig wirkt antibakteriell (maximal MGO 150 verwenden).

Zeckenschutz:

Wer im Grünen sitzt sollte sich nicht nur vor zu viel Sonne schützen, sondern auch gegen Zecken. Die kleinen Blutsauger, deren Biss ernsthafte Erkrankungen zur Folge haben kann, lauern im Gras. Doch keine Angst, wer sich schützt, muss wenig befürchten.

Deshalb:

  1. Schuhe und Socken tragen, dazu eine lange Sommerhose, am besten eine helle. So lassen sich die kleinen Vampire schnell erkennen und man kann sie entfernen, bevor sie zubeißen.
  2. Zeckenschutz verwenden. Schwarzkümmelöl (im Reformhaus® z. B. von Hübner) hilft, Zecken zu vertreiben. Denn, oral eingenommen, verursacht es einen Geruch, der Zecken abschreckt. Auch äußerlich angewendet hält Schwarzkümmel-Öl Zecken von der Haut fern (im Reformhaus® z. B. Hübner, Zeckenschreck).

Schon gewusst?

Vermülltes Brachland lässt unseren Puls fünfzehn Mal schneller schlagen, als wenn wir an gepflegtem Grün vorbeispazieren. Das haben Ärzte der Universität von Pennsylvania herausgefunden. Die sogenannte Guerilla-Gardening-Bewegung setzt auf Samenkugeln, die auf verödetes Land geworfen werden und dort ihre ganze Pracht entfalten. Machen wir doch mit! Fertige Samenkugeln kaufen oder selbst herstellen: Blumensaat (Reformhaus® Glückswiese) und feuchten Sand mischen, zu Kugeln formen und aushärten lassen.

Schöne Bücher für kleine und große Leseratten

Die wunderbare Welt der Eiche

All die Lebewesen, die uns in der Natur meist verborgen bleiben, lernen wir in diesem großformatigen, mit genauem Blick illustrierten Sachbilderbuch kennen: vom kleinsten Käfer bis zum imposanten Greifvogel. Doch so verschieden all die Bewohner der Eiche sind, eines haben sie gemeinsam: Sie alle brauchen den großen, majestätischen Baum zum Leben. Gerstenberg Verlag

20 Euro

Die Natur. Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür

Von Maria Ana Peixe Dias, Ines Teixeira do Rosário, Ein Buch für die ganze Familie, randvoll mit Wissen zu Bäumen und Blumen, Insekten, Amphibien, Vögeln, Reptilien und Säugetieren, Gesteinen, Gewässern, Wolken und Sternen. Mit vielen Anregungen für Streifzüge vor der eigenen Haustür. Beltz & Gelberg

22,95 Euro

Coachingraum Natur: Draußen Entspannung, Kraft und Lebendigkeit finden

Von Kerstin Peter. Wenn wir nach draußen gehen, kommen wir bei uns selbst an! Kerstin Peter lädt Sie in 75 Übungen ein, den Coachingraum Natur kennenzulernen. Öffnen Sie in der Natur Ihre Sinne, und kommen Sie ins Gleichgewicht, lassen Sie Ballast los, entspannen Sie sich, und treffen Sie schwierige Entscheidungen. Schirner Verlag

19,95 Euro

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