Reformhaus

Helfer von Feld und Wiese

Seit jeher haben Menschen Heilpflanzen bei inneren und äußeren Leiden angewandt

Die Welt verändert sich! Schon lange vor dem Menschen und seit 300.000 Jahren mit dem Menschen. Nach dem Ende der letzten Eiszeit, ca. 10.000 v. Chr., hat der Mensch begonnen, die Natur nach seinem Willen zu ändern. Indem Samen ausgesät, Zwiebeln und Stecklinge gepflanzt wurden, steuerte man, welche und wie viel Nahrung die Natur wachsen lassen sollte. Der Nomade aus der Wüste wurde sesshaft, begann die Aussaat zu pflegen, sie zu wässern und vor Unkraut und Fressfeinden zu schützen. Es war der Beginn der Landwirtschaft und des menschlichen Anbaus bis heute. Seitdem ist viel geschehen.

Der moderne Mensch lebt heute meist in Wohnungen aus Beton, jagt sein Mittagessen im Supermarkt und fährt mit dem Auto zu seinen Freunden. Zur Unterhaltung schaut er sich Geschichten auf hochauflösenden Bildschirmen an und wenn er Fragen hat, antwortet ihm zunehmend das Internet. Während viele Entwicklungsschritte der Menschheit langsam geschehen sind, haben sie insbesondere in den letzten Jahren einen großen Sprung gemacht.

Fernseher (1929), Computer (1938) und das Internet (1993) – all das gab es vor hundert Jahren noch nicht. Auch das Auto (1885), Telefon (1876) und die Glühbirne (1835) bereichern unser Leben noch nicht lang. Genauso hat sich in der Medizin in den letzten Jahrzehnten viel getan und was früher als unheilbar galt, mit dem lässt sich heute in zunehmendem Maße gut leben. Auf der einen Seite hat uns der Fortschritt sehr viel Lebensqualität geschenkt. Auf der anderen Seite macht uns der schnelle Wandel zu schaffen. Lebens-, Arbeits- und Ernährungsmethoden ändern sich.

Prof. Dietrich Grönemeyer, Arzt und Verfechter der wissenschaftlich begründeten ganzheitlichen Medizin

Schattenseite des Fortschritts: Zivilisationskrankheiten

Trotz einer stark verbesserten, medizinischen Versorgung sind viele Menschen durch Schmerzen, Krankheiten körperlicher wie psychischer Art sowie Allergien und Unverträglichkeiten beeinträchtigt. Unsere DNA und unser instinktgesteuertes Unterbewusstsein kommen mit dem Wandel unseres modernen Lebensstils nicht mit. In der Natur ist Stress meist nur von kurzer Dauer. Man rennt weg oder kämpft und dann ist die Gefahr auch schon wieder vorbei. In unserer modernen Welt ist Stress meist beständig und der Ausgleich durch Bewegung, Entspannung und positive soziale Kontakte bleibt viel zu oft aus. Wir verharren in der Anspannung, körperlich wie mental. Die Muskeln beginnen zu schmerzen, die Seele brennt aus und Immunsystem und Verdauung schalten auf Sparflamme.

Zivilisationskrankheiten entstehen häufig durch ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren. Infektionen, Stress, Schlaf-, Bewegungs- und Kontaktmangel sowie ein Mangel an Vitalstoffen in der Ernährung spielen dabei eine Rolle. Diese Faktoren schwächen unseren Körper, sodass einzelne oder mehrere Noxen (krankmachende Stoffe oder Umstände) uns schneller denn je aus der Bahn werfen können. Wir werden anfälliger für Erkrankungen. UV-Strahlung, Feinstaub, Zusatzstoffe in Lebensmitteln oder Kleidung reizen den Körper noch zusätzlich. Selbst plötzliche und / oder kleine Reize wie schlechte Nachrichten können uns mental reizbarer, aggressiver oder depressiver werden lassen. Wir wissen es ja an sich! Aber was können wir tun?

Das Wissen von gestern kann das Know-how von heute sein

Es gibt viele Ansätze, den eigenen Körper zu stärken und bei Krankheiten zu unterstützen. Ich bin in 6. Generation als Arzt tätig. Seit meiner Kindheit bin ich mit naturheilkundlichen sowie schulmedizinischen Methoden durch die Ärzte in meiner Familie vertraut. Heute kombiniere ich sie gerne miteinander. Dabei behandle ich stets von leicht nach schwer. Erkrankungen, welche durch eine Wechselwirkung des Körpers und mentale Stressoren entstehen, wie etwa die sogenannten psychosomatischen Erkrankungen, lassen sich beispielsweise häufig naturheilkundlich und auch mit psychologischen Techniken oder Entspannungsmethoden behandeln. Bei starken Schmerzen, Entzündungen, Krebs, Verschleißerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Arthrosen sind meist schulmedizinische Methoden gefragt. Die Kombination mit naturheilkundlichen Ansätzen kann Sinn machen, wenn die behandelnden Ärzte oder Therapeutinnen dies für sinnvoll erachten.

Die Heilpflanzenkunde ist Teil der Naturheilkunde und der Pharmazeutischen Biologie. Meist werden Heilpflanzen getrocknet und zerkleinert eingesetzt, wobei nur bestimmte Pflanzenteile verwendet werden. Dies können Blätter, Blüten, Rinde, Frucht, Samen, Wurzeln oder Wurzelstock sein. Heilpflanzenpräparate sind nicht immer unbedenklich, es kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geben. Dies sollte vor Einnahme unbedingt geprüft werden. Bis heute sind Heilpflanzen verlässliche Helfer und gehören in jeden Haushalt.

Zum Weiterlesen

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Naturmedizin und Schulmedizin! Mein gesammeltes Gesundheitswissen wichtiger Volkskrankheiten.
S. Fischer Verlag
24 Euro


Meine persönlichen wichtigsten Heilkräuter sind:

Ringelblume (Calendula officinalis) bei Entzündungen, Ekzemen, Furunkeln, Wunden, Warzen und trockener Haut.
Kurkumawurzel (Curcuma longa) bei Völlegefühl, Blähungen und schlechter Verdauung, Gelenkbeschwerden und zur Immunstärkung.
Zistrose (Cistus creticus) bei viralen oder bakteriellen Erkältungskrankheiten, Entzündungen im Mund und Rachenraum sowie bei Durchfall. Als Sud bei eitrigen Wunden.
Lavendel (Lavendula angustifolia) bei Unruhezuständen, Schlaflosigkeit, Einschlafstörungen – auch während der Wechseljahre, nervösen Magen-Darm-Beschwerden, leichten Schmerzen und funktionellen Kreislaufbeschwerden.

Achtung: Bei länger andauernden Beschwerden sollte der Arzt / Therapeut des Vertrauens aufgesucht werden.

Ihre Bewertung

Alle Kommentare (3):
Beate kommentiert am 17.06.2022
Heike kommentiert am 17.06.2022
Finde ich Klasse
anneliese kommentiert am 19.06.2022
Ist interessant.