Reformhaus

Power für die Leber

Prof. Dietrich Grönemeyer, über die Vorzüge der Heilpflanze

Prof. Dietrich Grönemeyer, Reformhaus® Experte und Verfechter der wissenschaftlich begründeten ganzheitlichen Medizin, empfiehlt Mariendistel zur unterstützenden Therapiebegleitung.

Disteln erwecken oft den Anschein von Unkraut, dabei können sie voller Heilkräfte stecken. Die Mariendistel (Silybum marianum) gilt in der Naturmedizin als eine der wichtigsten Heilpflanzen bei der Behandlung von Gallen- und Leberbeschwerden.

Ich erinnere mich noch genau daran, dass die naturheilkundlichen Ärzte meiner Familie uns Jugendlichen und Eltern immer einmal jährlich eine „Leberkur“ mit Mariendistel und Artischocke ans Herz gelegt haben. Der Geschmack war zwar gewöhnungsbedürftig, aber wir waren eisern. Und heute noch begleitet mich der Saft. Auch nach schwerem, fettigem Essen und bei Völlegefühl im Bauch. Die Leber ist ein Organ mit vielen Aufgaben. Eine davon ist es, das Blut zu entgiften. Die Leber neutralisiert Gifte wie Alkohol oder die Abbaustoffe von Medikamenten, sodass diese gefahrlos ausgeschieden werden können. Damit die Leber dabei nicht selbst geschädigt wird, kann es sinnvoll sein, die Leber in Zeiten großer Belastung zu stärken. Die Früchte der Mariendistel enthalten ein Gemisch an Wirkstoffen, die die Leber schützen. Sie werden unter dem Namen Silymarin zusammengefasst. Studien konnten zeigen, dass Silymarin die Leber schützt, indem es

• die Membran (äußere Hülle) der Leberzellen stabilisiert. Das verhindert, dass bestimmte Gifte in die Zellen eindringen können.

• freie Radikale abfängt, die die Zellen schädigen können.

• die Regeneration der Leberzellen unterstützt. Silymarin kurbelt die Proteinsynthese an. Proteine sind wichtig für Reparaturen und die Funktion der Zellen.

Auf diese Weise können Extrakte aus den Mariendistelfrüchten die Schädigung der Leber durch Gifte wie Alkohol, einige Giftpilze oder Schwermetalle vermindern. Auch werden sie gerne in Begleitung von chronischen Leberkrankheiten wie Hepatitis oder Leberzirrhose verordnet.

In der Medizin kommen die speziellen Wirkstoffe der Mariendistel besonders bei einer akuten Vergiftung durch einen Knollenblätterpilz zum Einsatz. Bei einigen anderen Lebererkrankungen nutzen Ärzte Fertigarzneimittel als ergänzende Therapie.

Ein selbstgemachter Tee aus den Früchten eignet sich zur Behandlung leider nicht. Silymarin ist kaum wasserlöslich. Das heißt, es geht zu wenig Wirkstoff in das Teewasser über. Konzentrierte Extrakte oder Naturarzneimittel sind deutlich wirksamer. Bei Verdauungsbeschwerden reicht der Wirkstoffgehalt im Tee allerdings aus.

In der traditionellen Medizin setzt man ihn als Magenbitter bei Blähungen, Bauchschmerzen oder Völlegefühl ein. Tipp: Um den fettigen, schalen Geschmack des Tees zu verbessern, kann man Fenchelsamen hinzugeben. Wollen Sie Mariendistel gegen Leberbeschwerden austesten, lassen Sie sich bitte vorher von einem Arzt beraten, ob es sinnvoll ist, welche Dosierung und Therapiedauer zu Ihnen passt. In der Regel ist die Mariendistel gut verträglich. Hochdosiert kann sie aber leicht abführend wirken. Vorsicht bei Diabetes. Die Distel senkt den Blutzuckerspiegel.

Prof. Dietrich Grönemeyer

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Alle Kommentare (5):
Diana kommentiert am 26.08.2022
Prima erklärt.? Ich selbst mache sogar 2xjährlich eine Kur mit Mariendistel-Tonikum und es tut meinem Körper immer spürbar gut. "Power für die Leber" trifft wahrlich zu. ??
anneliese kommentiert am 26.08.2022
Danke, Alles gut und informativ und anregend! - Individualisieren muss ich es ja doch selber . . . sonst würde ich 5 Sterne geben.
Andreas kommentiert am 27.08.2022
Informativ, authentisch, ermutigend.
Brigitte kommentiert am 28.08.2022
Den Bericht habe ich sehr interessant gefunden! Den fünften Stern konnte ich nicht anklicken!
Gast kommentiert am 09.07.2018