Reformhaus

Eine Wurzel gegen viele Übel(keiten)

Prof. Dietrich Grönemeyer, über die Vorzüge der Heilpflanze

Prof. Dietrich Grönemeyer, Reformhaus® Experte und Verfechter der wissenschaftlich begründeten ganzheitlichen Medizin, empfiehlt Ingwer zur unterstützenden Therapiebegleitung.

Das erste Mal, dass ich die tolle Wirkung von Ingwer kennengelernt habe, war auf den Fahrten nach Holland in meiner Kindheit! Wir fuhren damals stundenlang über Landstraßen an die Nordsee! Mir graute davor, weil mir immer nonstop übel war und ich mich regelmäßig erbrach! Puuuh! Doch das änderte sich sehr, seit meine Mutter mir Ingwerdrops aus dem Reformhaus® vor der Reise „rezeptierte“! Was für ein vorher nicht vorstellbarer Segen!

Heute wissen wir um die besondere Bedeutung von Ingwer (Zingiber officinale) bei Reiseübelkeit besser Bescheid. Obwohl die genaue Wirkungsweise erst in den letzten Jahren entschlüsselt worden ist, war die Wirkung von Ingwer gegen Verdauungsschwierigkeiten schon vor 5.000 Jahren bekannt. Besonders Fischer wussten dies zu schätzen! Der unverwechselbare Geschmack und die positive Wirkung auf die Gesundheit machen Ingwer auch in unserer Zeit zu einer der beliebtesten Heilpflanzen. So kommt der Wurzelstock bei Übelkeit, Dyspepsie, grippalen Infekten und sogar bei Migräne zum Einsatz.

Die moderne Schulmedizin hat erst seit Kurzem begonnen, die Wirkungsweisen des Ingwers zu untersuchen und zu bestätigen. Im Jahr 2000 zeigte eine Metastudie, dass ein Gramm pulverisierter Ingwer besser gegen Übelkeit wirkt als Metoclopramid. Metoclopramid ist ein gängiges synthetisches Mittel gegen Übelkeit und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel geführt. Bestätigt wurde die Wirkung von Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen infolge von Seekrankheit, Chemotherapie, Schwangerschaft und nach Operationen. Die Wirkstoffe des Ingwers setzen direkt am Brechzentrum des Gehirns an, wo sie deren Rezeptoren besetzen und den Brechreiz dadurch verringern. Da Ingwer auch wehenfördernd sein kann, sollte man Ingwer in der Schwangerschaft nur in geringen Mengen (max. 1,5 g / Tag, für max. 2 Wochen) und nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin nehmen.

Traditionell wird Ingwer nicht nur bei Übelkeit, sondern bei vielen weiteren Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Ingwer enthält zwischen 2,5 und 3 Prozent ätherische Öle und Scharfstoffe wie das Gingerol. Die verschiedenen Wirkstoffe sind für das breite Wirkungsspektrum verantwortlich. Im Bereich Verdauung fördert Ingwer die Sekretion der Verdauungssäfte (Speichel, Magensaft, Galle). Er wirkt krampflösend und steigert die Tätigkeit des Darms (Tonus und Peristaltik). Ein milder Ingwertee kann darum bei krampfartigen Beschwerden, Blähungen und Völlegefühl sowie Übelkeit und Brechreiz helfen.

Wann sollte man auf medizinische Anwendungen mit Ingwer verzichten? In der Schwangerschaft und bei Kindern unter sechs Jahren. Menschen mit Gallensteinleiden sollten ihre Ärztin oder Arzt konsultieren.

Tipp:

Für den Tee ein fingerdickes Ingwerstück (bio) schälen, zerkleinern und mit 1 l kochendem Wasser aufgießen. 8 Minuten ziehen lassen. Die Wurzelreste abseihen und den Tee in eine Thermoskanne füllen. Über den Tag verteilt in drei bis vier Portionen trinken.

Prof. Dietrich Grönemeyer

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Alle Kommentare (2):
anneliese kommentiert am 09.07.2022
Eine gute Zusammenfassung, und Einiges ist neu für mich - Danke!
Manuela kommentiert am 11.07.2022