In die Natur trotz Pollenallergie / Fotolia-contrastwerkstatt

Jetzt geht’s raus!

Tipps bei Heuschnupfen und Pollenallergie

Das Ende des Winters naht. Endlich! Doch was bei den meisten gute Laune und neue Energie auslöst, bedeutet für andere den Beginn einer Leidenszeit: Sie haben eine Pollenallergie.

Die Augen tränen, die Nase juckt, das Atmen fällt schwer und eine Niesattacke folgt auf die nächste. Heuschnupfen geht erst im Frühling richtig los? Von wegen! Bereits im Januar und Februar fliegen die ersten Erlen- und Hasel-Pollen, die AllergikerInnen plagen. Und es sind nicht wenige, die von den Pollen, im wahrsten Sinne des Wortes, die Nase voll haben. Heuschnupfen zählt zu den häufigsten Allergien. Schätzungen zufolge reagiert bei jedem vierten bis fünften Erwachsenen das Immunsystem auf Blütenstaub mit einer Entzündung. Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. Bei den Kindern sind es etwa zehn bis 20 Prozent, bei den Teenagern sogar 15 bis 30 Prozent. Heuschnupfen ist eine der Volkskrankheiten mit den höchsten Zuwachsraten.

Warum der Organismus überreagiert

Es hat Gründe, warum bei immer mehr Menschen mit Heuschnupfen das Immunsystem den eigentlich harmlosen Blütenstaub wie einen Feind behandelt und auf Abwehr umschaltet. Neben einer genetischen Vorbelastung – je mehr Familienmitglieder AllergikerInnen sind, desto höher das Risiko, dass ihre Kinder ebenfalls eine Pollenallergie entwickeln – kann auch unser moderner Lebensstil mit seiner übermäßigen Hygiene dazu beitragen, Heuschnupfen zu bekommen. So leiden auf dem Land nur etwa halb so viele Kinder unter Heuschnupfen wie in der Stadt. Der Grund für den Unterschied liegt offenbar darin, dass auf dem Land Kinder, insbesondere, wenn sie auf dem Bauernhof aufwachsen, mit mehr Keimen und Bakterien in Kontakt kommen und so einen besseren Immunschutz aufbauen können als in der Stadt. Hinzu kommt, dass es Allergiegeplagte in Städten mit aggressiveren Pollen zu tun haben. In Verdacht stehen Luftverschmutzung, Bodenversiegelung und Nährstoffmangel, die als Stressfaktoren Pflanzen in der Stadt dazu bringen, mehr und aggressivere Pollen mit einer höheren allergenen Wirkung zu produzieren.

Damit nicht genug: Nicht nur, dass durch den Klimawandel die Schonzeit für Heuschnupfengeplagte immer kürzer wird, manche Pflanzen produzieren auch mehr Pollen, wenn mehr CO2 in der Luft ist. Und bei einer allergischen Rhinitis, so bezeichnen Fachleute den Heuschnupfen, reichen schon wenige Pollen aus, um eine heftige Reaktion des Immunsystems auszulösen. Dabei werden übermäßige Mengen des Botenstoffs Histamin ausgeschüttet. Das löst Entzündungen aus und regt die Schleimproduktion an. Je mehr Histamin im Körper vorhanden ist, desto heftiger die typischen Allergie-Beschwerden, mit denen der Körper versucht, die „gefährliche Substanz“ Histamin wieder loszuwerden.

Heuschnupfen-Symptome lindern

Für Heuschnupfengeplagte ist wichtig zu wissen, dass Histamin nicht nur vom Körper selbst gebildet wird, sondern auch durch eine histaminreiche Ernährung angekurbelt werden kann. Das kann während der Pollenflugzeit die Allergie-Symptome verschlimmern. Zu den Lebensmitteln mit einem hohen Histamin-Gehalt zählen z. B.: Hartkäse (je länger der Käse gereift ist, desto mehr Histamin enthält er), Pilze, Balsamicoessig, Weizenbackwaren oder Sauerkraut. Wie diese, sollten auch Lebensmittel, die im Körper Histamin freisetzen, nur in Maßen genossen werden. Dazu zählen z. B.: Bohnen und Hülsenfrüchte (hier besonders Kichererbsen und Sojabohnen), Zitrusfrüchte, Bananen und Birnen sowie Avocado und Tomaten. Andere Nahrungsmittel können bei Heuschnupfen die Symptome lindern. Wichtig für diese Wirkung sind die enthaltenden Nährstoffe und Mineralien Zink, Selen, Magnesium und Vitamin C, denn sie bremsen die Histamin-Ausschüttung. Besonders effektiv tut dies Magnesium. Deshalb kann es sinnvoll sein, diese Mineralstoffe zu ergänzen. In Ihrem Reformhaus® berät man Sie gerne. Auf natürliche Weise hilft zudem, täglich einen Esslöffel Schwarzkümmelöl zu sich zu nehmen. Denn es enthält reichlich ungesättigte Fettsäuren, die entzündungshemmende Wirkung besitzen und bei AllergikerInnen Juckreiz lindern können. Manche AllergikerInnen profitieren auch von einer Propolis-Kur. Generell gilt: Wer an Heuschnupfen leidet, sollte viel trinken, denn Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht. Nur so bieten sie einen effektiven Schutz auch gegen Viren und Bakterien. Empfehlenswert sind etwa zwei Liter Flüssigkeit pro Tag: Wasser, Kräutertees oder frische – nicht zitrus- oder tomatenhaltige (!) – Obst- und Gemüsesäfte.

Gut zu wissen

  • Der richtige Zeitpunkt für Outdoor-Aktivitäten: Auf dem Land ist die Pollenkonzentration morgens, in der Stadt abends am höchsten. Deshalb Spazierengehen oder Joggen in der Stadt am besten morgens zwischen 6 bis 10 Uhr, in ländlichen Gebieten abends zwischen 19 und 24 Uhr.
  • Nach einem Regenschauer draußen trainieren? Perfekt, denn der Regen wäscht einen großen Teil der Pollen aus der Luft.
  • Beim Sport kommen auch Heuschnupfengeplagte mal außer Atem. Umso wichtiger ist es, sich die richtige Atemtechnik anzugewöhnen, damit Heuschnupfengeplagte möglichst wenige Probleme bekommen: Einatmen durch die Nase, ausatmen durch den Mund. Durch die Nasenhaare und Schleimhäute gelangen weniger Pollen in den Körper.
  • Wer an Heuschnupfen leidet, sollte seine Haare am besten abends waschen – und so die Pollen, die sich dort über Tag verfangen haben, ausspülen.
  • Tagesaktuelle Pollenflug-Prognosen sowie einen Pollenflugkalender finden Interessierte unter: www.pollenstiftung.de
     

Hilfe für Heuschnupfengeplagte aus dem Reformhaus®

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