Reformhaus

Der Reinigungstrupp

Die Nieren sind der Mittelpunkt der Filteranlage unseres Körpers

Sie regeln unseren Wasserhaushalt, bilden Hormone – unsere Nieren sind die „Kläranlage“ in unserem Körper. Schade, dass wir ihnen so wenig Beachtung schenken.

Ihnen rutscht so schnell nichts durch

Die Nieren sind der Mittelpunkt einer gigantischen Filteranlage, etwa 300-mal am Tag wird unsere gesamte Blutmenge durch die faustgroßen Bohnen ähnelnden Nieren hindurchgeschleust und gereinigt. Daraus entstehen rund 180 Liter des sogenannten Primärharns. Das entspricht einer Menge von etwa einer Badewanne voll Flüssigkeit, die auf besondere Stoffe gecheckt wird, um dann zu einer kleinen Menge Urin konzentriert und ausgeschieden zu werden. Der Rest wird in den Kreislauf zurückgeschickt.

Nicht alles, was im ersten Vorgang herausgefiltert wird, ist schädlich. Es werden unter anderem flüssige Stoffe von Substanzen wie Kalium und Natrium getrennt. Andere Stoffe, die nützlich für die Filterung sind, werden hinzugefügt. Die Sortierarbeit übernehmen dabei rund drei Millionen Nierenkörperchen (Nephronen), die mit ihren Füßchenzellen eine Art Feinstgitter bilden. Funktioniert die Niere nicht so gut, ist die Struktur durchlässiger und das Blut verliert wichtige Substanzen wie Eiweiße und Vitamine. In den bohnenförmigen Organen wird auch entsalzt, wenn im Blut zu viel von diesem eigentlich lebenswichtigen Mineral vorhanden ist. Eine Funktion, die in Zeiten von stark gesalzenen Lebensmitteln immer wichtiger wird und eine zunehmende Belastung für die Abläufe darstellt.

Nieren sind wahre Haushalts-Genies

Denn unser Blut wird nicht nur gereinigt, sondern das Organ reguliert auch den Wasser- und Elektrolyt-Haushalt sowie den Blutdruck. Außerdem sorgen die Nieren für eine ausgeglichene Säure-Basen-Balance, überprüfen also den pH-Wert der Körperflüssigkeiten. Etliche Hormone werden hier gebildet und das für die Knochenbildung wertvolle Vitamin D aktiviert.

Und wenn der Ablauf gestört ist?

Die komplexen Funktionen der Nieren sorgen auch für unterschiedliche Auswirkungen, wenn der Ablauf gestört ist. Die Folgen können sein, dass Schadstoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden, dass die Hormonbildung, etwa für die Blutbildung, gestört ist oder der Elektrolyt-Haushalt nicht mehr ausreichend reguliert wird. Häufige Symptome für Nierenprobleme sind unangenehm riechender Urin, Ödem-Bildungen im Gewebe, also Wasseransammlungen, unerklärlicher Juckreiz, aber auch allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Übelkeit.

 

Können die Nieren weh tun?

Ja, allerdings werden die Schmerzen oft mit Rückenschmerzen verwechselt. Stiche in der Seite oder dumpfe Schmerzen im mittleren bis unteren Rücken sind typisch. Ein Test kann auf Nierenprobleme hinweisen: Dabei zwei bis drei Fingerbreit über dem Beckenkamm einen leichten Schlag mit der Handkante ausüben. Es tat weh? Dann ist das zumindest ein Indiz, dass die Nieren möglicherweise das Problem sein können. Viele chronische Nierenerkrankungen bleiben allerdings häufig lange unentdeckt, da sie sich vor allem anfangs nicht bemerkbar machen.

Vorsicht bei Schmerzmitteln!

Sie sind frei verkäuflich und zumindest anfangs sehr wirkungsvoll: Schmerzmittel. Das verführt auch zu einem schnellen, häufigen Griff bei typischen chronischen Leiden wie Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen. Doch sind es genau die häufigsten Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS), die die Nierendurchblutung verringern und die Funktion stören. Da die häufige Einnahme von Schmerzmitteln sowieso deren Wirkung reduziert, besser Alternativen aus der Natur anwenden. Fragen Sie im Reformhaus® nach natürlichen Anti-Schmerz-Hilfen wie etwa Kurkuma oder Brennnesseln.

Versalzen Sie es nicht

Da die Nieren dafür verantwortlich sind, ein Zuviel an Salz auszuscheiden, können wir sie mit einem reduzierten Salzkonsum entlasten. Tatsächlich nehmen fast alle Menschen immer mehr Salz zu sich. Wir haben uns an diesen Geschmacksverstärker gewöhnt und kriegen scheinbar gar nicht genug. Die meisten Fertiggerichte und Snacks enthalten reichlich von diesem in passenden Mengen höchst wertvollen Mineral. Wer Probleme mit den Nieren hat oder wer ihnen Gutes tun will, kann sich schrittweise die Vorliebe für Salz wieder entziehen. Am einfachsten, indem man frisch kocht und weniger salzt oder selbst Brot backt und nur noch ein bis zwei Prisen Salz pro 250 g hinzufügt. Bei deftigem Essen auf andere gesunde Gewürze wie Curry oder Kräuter ausweichen. Besonders gefährdet sind Salzsensitive, bei denen der Blutdruck stark ansteigt, wenn sie zu viel Salz benutzen. Ein Salzblut-Test zeigt an, ob man zu den Salzsensitiven gehört.

Sind Sie ein Lakritz-Fan?

Schmeckt zwar lecker, doch wer Probleme mit den Nieren hat, sollte seine Leidenschaft für die schwarze Süßigkeit einschränken. Besonders extrastarkes Lakritz enthält viel Glycyrrhizin, das die Kortisol-Produktion der Nebenniere erhöht und den Blutdruck antreibt. Zudem enthält es auch noch eine ordentliche Portion Salz. Alles nicht gut für Nieren.

Der Stein kommt ins Rollen

Oder eben nicht, beides ist nicht angenehm. Nierensteine, unter denen häufiger Männer leiden, machen sich allerdings meist drastisch bemerkbar, wenn sie mit Koliken durch den Harnleiter abgehen. Eine Rolle bei der Entstehung spielt wohl die Ernährung und eine Veranlagung zur Bildung von Nierensteinen.

Warum kann man mit einer Niere überleben?

Und das sogar meistens völlig ohne Einschränkungen. Forscher der Universität Heidelberg haben sich diese Frage gestellt. Und sie sind inzwischen davon überzeugt, dass die Natur mit den zwei Nieren eine Art Reservepolster angelegt hat, da die Nierenkörperchen nur eine geringe Regenerationsfähigkeit haben. Je älter man wird, desto weniger Nephronen haben wir, aber die Anzahl ist insgesamt üppig bemessen. Wer also nur eine Niere hat, kann ganz normal leben, sollte aber auch besonders auf seine Gesundheit achten.

Gesunde Nieren – was sie lieben – und was nicht

Unsere körpereigene Kläranlage liebt ausreichend Flüssigkeit. Für eine gute Durchspülung sind Mineralwasser (im Reformhaus® z. B. St. Leonhard’s Quelle still) und Kräutertee (im Reformhaus® z. B. 7x7® Kräutertee bio von P. Jentschura® oder Alles Gute Bio Kräutertee von Sonnentor) optimal. Dies gilt für gesunde Nieren, bei geschwächten sollte die Flüssigkeitsmenge nicht zwei Liter pro Tag überschreiten.

Eine ausgewogene, möglichst pflanzliche Ernährung sorgt für einen reibungsfreien Ablauf. Fleisch sollte hingegen möglichst selten auf dem Speiseplan stehen. Eine umfangreiche Studie von 2016 deckte einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum von Schweine-, Rind- sowie Lammfleisch und Nierenschwäche auf. Sojaprodukte und Gemüse hingegen waren nicht nur unschädlich, sondern deuten auf eine schützende Wirkung. Eine vegetarische Ernährung punktet also auch in Bezug auf die Nierengesundheit.

Auch Meditation und Entspannungstechniken haben einen positiven Einfluss auf das Organ: In den Nebennieren werden die Stresshormone gebildet und in den Kreislauf geschickt. Wer sich dauernd unter Druck setzt oder sich in einer kritischen Lebensphase befindet, sollte den Blutdruck im Blick behalten und für Entspannung sorgen.

Nieren lieben Wärme. Auf dem Fahrrad mit hochgerutschtem T-Shirt – keine gute Idee. Großmutters Ratschlag, immer schön ein wärmendes Unterhemd zu tragen, sollten wir befolgen. Vor allem, weil Kälte die lokale Immunabwehr schwächt. Wer das Gefühl hat, sich verkühlt zu haben, sollte wärmende Wickel ausprobieren. Gut geeignet ist zum Beispiel ein Basischer LeibWickel® von P. Jentschura® aus dem Reformhaus®. Ein guter Nierenschutz sind gesunde Harnwege. Vor allem natürliche Arzneien und Heilkräuter sind deshalb für den gesamten Urogenitaltrakt gut.

Gut zu wissen

Fakt ist: Wer dauernd zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, riskiert ein Versagen der Nieren. Expert:innen empfehlen deshalb allen, die körperlich normal aktiv sind, anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen: Wasser oder Kräutertees. Achtung: Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke wie Limonaden oder Nektar sollte man aber meiden. So zeigte schon eine japanische Studie von 2013, dass diese zuckerhaltigen Getränke das Risiko für Nierenleiden erhöhen können. Ebenso sollte Alkohol unbedingt gemieden werden. Er stimuliert die körpereigene Harnsäurebildung.

Gesunde Blase

Es ist passiert. Bakterien oder Viren, zumeist eigentlich harmlose Escherichia-coli Bakterien (abgekürzt E.coli), die sich im Darm tummeln, sind in die Harnwege geraten, das Immunsystem hat sie nicht erwischt. Der Körper schaltet in die nächste Abwehrstufe und bekämpft die Eindringlinge jetzt mit stärkeren Mitteln – einer Infektion. Typische Anzeichen: Brennen beim Wasserlassen, Unterleibsschmerzen und manchmal sogar Fieber. Es gilt, die Erreger möglichst schnell wieder loszuwerden, bevor sie ins Nierenbecken wandern – etwa mit einer Durchspülungstherapie. Also, zwei bis drei Liter trinken, am besten Kräutertees mit Heilpflanzen wie Goldrute, Birkenblätter, Schachtelhalm, Brennnessel, Hauhechel plus Hagebuttenschalen. Im Reformhaus® z.B. in SALUS Nieren-Blasen-Tee oder Sanatura® Femiflora Plus mit Extrakten aus Birkenblättern und Cranberry, täglich nach dem Frühstück in ca. 150 ml Flüssigkeit einrühren und trinken. Preiselbeeren und Cranberrys enthalten Inhaltsstoffe, die Anhängsel auf den E.coli Bakterien verkleben. So können sie sich nicht an der Blasenwand festhalten und werden schnell wieder herausgespült. Am besten sogenannte Muttersäfte mit 100 Prozent Fruchtsaftanteil oder Cranberry-Präparate einnehmen. Ein weiterer Tipp ist der Einfachzucker D-Mannose. Er besetzt die Blasenwände, sodass der Effekt ein ähnlicher ist, wie bei den Preiselbeeren und Cranberry – die E.coli Bakterien gleiten ab: Kombiniert enthalten z. B. in: Alsiroyal® Cranberry plus D-Mannose, im Reformhaus® als Sticks oder Kapseln erhältlich.

Eine Multitalent unter den Entzündungshemmern ist der neuseeländische Mānuka Honig (im Reformhaus® z. B. Manuka Health Mānuka Honig MGO 310+ oder höher). Darin ist besonders viel Methylglyoxal enthalten, das Bakterien, Viren und Pilze bekämpft. Einfach in den Tee einrühren oder pur genießen. Auch vorbeugend empfehlenswert. Außerdem sind Entspannung und Ruhe angesagt, vielen hilft bei der Genesung auch Wärme. Gönnen Sie sich ausreichend Zeit, damit senkt man auch das Risiko, erneut zu erkranken. Eine Blasenentzündung ist vor allem für viele Frauen ein wiederkehrendes Thema. Das ist nicht nur lästig, sondern belastet den ganzen Körper und kann auch die Nieren schädigen. Schon mit der Ernährung kann man Entzündungen vorbeugen. Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Paprika und Beerenobst enthalten zahlreiche Antioxidantien. Dazu unterstützen die guten Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl (im Reformhaus® z. B. Dr. Johanna Budwig, Omega-3 Leinöl), vor allem in Kombination mit Vitamin D die Abwehrkraft. Gerade, wenn die Nieren auch betroffen sind, kann die Bildung von Vitamin D eingeschränkt sein, dann ist es sinnvoll, zusätzlich etwas einzunehmen (im Reformhaus® z. B. Alsiroyal® Vitamin D3(+K2) SOFORT Schmelztabletten; Dr. Wolz Vitamin D3 Kapseln oder Hübner Vitamin D3 Tropfen).

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Yvonne Hagen

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