Table of Contents Table of Contents
Previous Page  12 / 60 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 12 / 60 Next Page
Page Background

Reformhaus

Kurier

l

OKTOBER 2017

12

WOHLFÜHLEN

Bei Chemo- und

Strahlentherapie …

… sollten Sie ganz sanft zu

Ihrer Haut sein

Wer an Krebs erkrankt, ist froh, dass es diese Thera-

pien zusätzlich zur operativen Entfernung des Tumor-

gewebes gibt: Mit Chemotherapie und/oder einer ge-

zielten Bestrahlung kann man die Krankheit in vielen

Fällen besiegen. Doch können diese Verfahren auch

der Haut zusetzen. Zytostatika können Haut sowie Nä-

gel angreifen. Es kann unter der Therapie zu Hautrö-

tungen kommen, zu einer trockenen Haut und Juckreiz.

Nägel können brüchig werden und sich ablösen. Und

der Haarverlust während einer Chemotherapie tut zwar

nicht weh, ist aber für viele eine besonders belasten-

de optische Veränderung. Als Nebenwirkung einer Be-

strahlung kann es, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand,

zu einer Rötung der Haut, Ablösung oberflächlicher

Hautschichten und Schuppung kommen.

Beruhigend: In den meisten Fällen kommt die Haut eini-

ge Wochen bis Monate nach Beendigung der Therapie

wieder in Balance, Haare und Nägel wachsen wieder

nach. Wichtig: Besprechen Sie Fragen der Hautpflege

während der Therapie grundsätzlich mit Ihrem behan-

delnden Arzt.

Nach Abschluss der Therapie braucht die gereizte, sen-

sible Haut besondere Fürsorge, um wieder zu ihrem

Gleichgewicht zurückzufinden. Verzichten Sie auf lange,

ausgiebige Bäder, da sie die Haut zusätzlich austrock-

nen könnten. Duschen Sie möglichst kurz und nicht zu

heiß und verwenden Sie milde natürliche Reinigungs-

produkte.

Setzen Sie auch bei der Hautpflege auf zertifizierte Na-

turkosmetik-Pflegeprodukte, die frei von potenziell rei-

zenden Stoffen wie Alkohol, Mineralöl, Konservierungs-

stoffe, Duftstoffe oder Parabene sind.

Auch beim Deo ist weniger mehr: Die Achseln lieber

häufiger mit einem weichen Waschlappen reinigen, auf

keinen Fall alkohol- und aluminiumhaltige Anti-Tran-

spirantien verwenden, da sie die Haut potentiell reizen

können und Aluminium im Verdacht steht, Krebs zu för-

dern. Positiv sind hingegen Hautpflegeprodukte mit na-

türlichen, rückfettenden, beruhigenden Inhaltsstoffen,

die die natürliche Hautbarriere stärken, wie Nachtker-

zenöl, Aloe vera oder Süßholzwurzelextrakt.

Extratipp: Verbinden Sie das Eincremen der Haut mit

einer leichten Massage. Solche Streicheleinheiten för-

dern die Entspannung und setzen nachweislich Glücks-

botenstoffe frei.

Das geht

unter die

Haut

Sonderfall Haare + Kopfhaut

Wenn man infolge einer Chemotherapie seine

Haarpracht verliert, darf man die Kopfhaut-

pflege nicht vergessen. Verwenden Sie zum

Waschen am besten ein besonders mildes,

unparfümiertes Naturkosmetik-Shampoo

– auch dann, wenn der erste Flaum wieder

nachwächst. Cremes, die Sie im Gesicht gut

vertragen, können Sie auch für Ihren Kopf

verwenden. Unter Perücken schwitzt man häu-

fig. Daher ruhig in den eigenen vier Wänden

Luft an den Kopf lassen. Zur Abwechslung

einfach mal ein dünnes Tuch als Kopfschmuck

umbinden. Und versuchen Sie, selbstbewusst

zu sein: Die meisten Köpfe sehen auch ohne

Haare wunderschön aus.

Extratipp: Sind auch die Augenbrauen als

Folge der Chemo ausgefallen, können Sie

sich von einer versierten Kosmetikerin zeigen

lassen, wie man diese mit einem feinen Brau-

enstift nachstrichelt. Das verleiht dem Gesicht

Kontur und Ihnen ein gutes Gefühl.

Übrigens: In der Erholungsphase nach der

Therapie kann man mit der richtigen Ernäh-

rung oder passenden Nahrungsergänzungs-

mitteln den natürlichen Haarwuchs fördern.

Essen sie häufiger Hirse, da sie mit Kiesel-

säure Haare und Nägel stärken kann. Greifen

Sie auch täglich zu bei Nüssen und Haferflo-

cken, sie sind gute Biotin-Lieferanten.