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In Bewegung bleiben

Fit und vital in herausfordernden Zeiten: Das rät Prof. Froböse

Reformhaus® Magazin: Können Bewegung und Sport uns helfen, auch in Zeiten des Wandels gesund zu bleiben?

Professor Froböse: Von der ersten Sekunde der körperlichen Aktivität an erhöht sich die Durchblutung in der arbeitenden Muskulatur, die Stoffwechselaktivität wird nach oben gefahren, das Immunsystem stellt alles bereit, was wir benötigen und repariert, was kaputt ist, meine Muskulatur schüttet Botenstoffe aus, die Myokine, die entzündungshemmend wirken und die inneren Organe leistungsfähiger halten. Ich ernähre Knochen und Knorpelsysteme, weil sie nicht am Tropf des Blutes hängen, sondern durch die Bewegung gespeist werden. Ich ökonomisiere die Arbeit des Herzens und der Lunge, der Zuckerstoffwechsel und der Fettstoffwechsel werden reguliert, ich entwickle eine größere Insulinsensitivität, und eine höhere Toleranz, mit Insulinzucker umzugehen, weil er ja auch schneller verbrannt wird. Außerdem werden im Gehirn Wachstums- und Erneuerungsprozesse angeregt. Und ich könnte noch mehr nennen …

Klingt nach einem Rundum-Sorglos-Vorsorge-Paket. Hilft das auch unserer Psyche?

Oh ja, auch die seelische Gesundheit profitiert davon. Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet und die machen gute Laune. Ich empfehle vor allem Ausdauertraining, weil es hormonell so positiv wirkt und zudem schöne Erlebnisse verschafft – wenn man es in der freien Natur macht: Reiner Sauerstoff, viel Licht, Wind und Wetter, die den Organismus stimulieren und das Immunsystem positiv reizen. Durch die Bewegung entwickle ich zudem eine gute Haltung, die wiederum mein Selbstwertgefühl stärkt. Das hängt auch mit der Muskulatur zusammen, denn die ist ein emotionales Organ mit einer Verbindung zum Gehirn und die beiden kommunizieren miteinander. Geht es mir gut, ist die Muskulatur entspannt, geht es mir schlecht, ist sie angespannt.

Welche Sportarten eignen sich besonders?

Um das Klima zu erfahren, ist Wandern ideal. Ich kann verschiedene Klimazonen durchschreiten, in die Höhe gehen, vom Gipfel ins Tal schauen und wahrnehmen, was sich verändert hat. Ist die Luft anders, die Sonneneinstrahlung intensiver, der Wind stärker? Wandern, Mountainbiking und Radfahren bieten die intensivsten Naturerlebnisse, die man haben kann.

Wie wirkt sich das auf mich aus?

Menschen, die Sport in der Natur betreiben, nehmen nicht nur das Klima anders wahr, sie genießen es ganz anders und haben auch das Bedürfnis, die Natur als Partner zu betrachten, sensibel und schützend mit ihr umzugehen.

Was sollte ich beachten, wenn ich in der Großstadt lebe und draußen Sport treiben möchte?

Großstädte bieten durchaus Naturräume, zum Beispiel öffentliche Parks, wo wir beim Sport Blätterrauschen und Vogelstimmen erleben können. Stadtplaner sollten Verbindungen zwischen solchen Räumen herstellen, da gibt es auch schon einige vielversprechende Beispiele. Ist der nächste Park trotzdem zu weit entfernt, sollte man mittags laufen: Mehr Licht als morgens und abends, wenig Verkehr und am besten abseits der Hauptstraßen.

Gibt es ein tägliches Grundprogramm, das wir in jedem Fall absolvieren sollten?

Stündliche Unterbrechung der Inaktivitätszeit! Das heißt einmal in der Stunde den Hintern hoch und ein paar Meter gehen. Im Stehen telefonieren und das Treppenhaus nutzen. Im Homeoffice gilt: Läuten Sie den Feierabend mit einer halben Stunde Spazierengehen ein. So be- und verarbeiten Sie die Arbeit und bieten den Sinnen etwas anderes als den Bildschirm des Computers.

Gut zu wissen

Videos mit konkreten Bewegungstipps zum Mit- und Nachmachen verrät Prof. Froböse im Reformhaus® YouTube Kanal und in seinem Buch „Die Gesundheitsformel“

Prof. Dr. Ingo Froböse: „Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen. 7 Schlüssel für ein langes Leben“,
ZS Verlag
24,99 Euro


Auf YouTube anschauen
Stichwort: activate your life

Karin Stahlhut

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