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Gesundheit und Arbeitswelt

Stress und Erschöpfung früh erkennen

Die Journalistin Carola Kleinschmidt beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Gesundheit und Arbeitswelt.

Wie merkt man, dass man sich dauerhaft zu viel aufbürdet?

altWer ständig das Gefühl hat: „Ich müsste mich eigentlich erholen”, ist vermutlich schon eine ganze Weile über seine Kräfte gegangen. Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel daran: Wenn man am Abend mit einer Freundin aus war, bringt das vielleicht kurzfristig ein Hüpfen im Herz, aber sobald man die Haustür aufmacht, ist alles schon wieder wie vorher. Der Erholungseffekt hält nicht an.

Ein anderer Anhaltspunkt: Die Freude an den kleinen Dingen ist abhanden gekommen. Früher hat man sich auf den Sommer, die Ferien gefreut – heute kommt einem die Organisation eher als Last vor. Unendlich viele Menschen fühlen sich im Moment so; der ganz große Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen nehmen das eher wahr. Aber ganz oft ändern sie nichts daran, weil sie zum Teil auch gar nicht wissen, was.

Hier komme ich zum dritten Punkt, der eine Erschöpfung kennzeichnet. Fast alle Betroffenen glauben, dass sich die Situation nicht ändern lässt. Es kommt ihnen vor, dass sie ihr Leben nicht in der Hand haben, sondern dass das Leben sie in der Hand hat. Wenn das Gefühl der Gelassenheit verloren gegangen ist, zeigt sich daran bereits die Auswirkung der Erschöpfung.

altWas raten Sie Menschen, die solche Anzeichen an sich bemerken?

Es gibt verschiedene Ebenen der Erschöpfung. Das verdeutlicht das Bild der Erschöpfungsspirale, die wir auch in unserem Buch beschrieben haben. Wer merkt, ich schlafe schlecht, grübele zu viel, mir tut’s hier und da weh, ohne dass es medizinische Ursachen dafür gibt, befindet sich auf der ersten Stufe der Erschöpfung. An der Stelle hilft es, wieder mehr auf den Biorhythmus zu achten: regelmäßig zu essen, sich kurze Pausen zu gönnen, fünfmal am Tag das Gesicht zu entspannen, also sich immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzuholen und nicht im Hamsterrad weiterzurennen.

Die meisten sind über diesen Punkt jedoch lange hinaus. Die zweite Stufe der Erschöpfung ist ganz oft geprägt von Reizbarkeit und Launenhaftigkeit. Man möchte eigentlich nicht mehr die Freunde treffen, das raubt einem die Zeit, man lässt den Sport ausfallen, weil das einem auch die Zeit raubt ...

In dem Fall kann es manchmal helfen, Tagebuch zu schreiben. Davor steht aber immer die Erkenntnis: „Hier stimmt was nicht, so will ich mein Leben nicht führen.” Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, brauchen viele Betroffene Unterstützung. Das muss nicht gleich eine Therapie sein. Vielleicht hilft es, einen VHS-Kurs zu biografischem Schreiben zu belegen. Oder an einem Wochenende mit einer Freundin zu wandern.

Findet man eine Nische, um nachzudenken, kommt man wieder darauf, wie man lieber ohne Stress leben möchte. Nicht umsonst gehen immer mehr Menschen auf Pilgerreise oder fangen mit Yoga an. Das kann ein Kristallisationspunkt sein, an dem zu spüren ist: So fühlt es sich an, wenn mein Leben und ich zusammenpassen. Andere brauchen an dieser Stelle Hilfe. Das kann zum Beispiel die psychosoziale Hilfe sein oder ein guter Hausarzt.

Die dritte Stufe der Erschöpfung ist immer geprägt durch Gedanken wie: „Eigentlich wäre ich lieber ganz weg” oder „Meine Energien sinken ins Bodenlose”. Dann ist ärztliche Hilfe nötig.

Und was machen Sie persönlich gegen den Alltagsstress?

Inzwischen arbeite ich so, dass ich um 16 Uhr noch Energie für den Rest des Tages habe. Nach einem anstrengenden Meeting oder auch nach diesem Interview lege ich eine kurze Pause ein, egal, ob das ein Schnack mit der Kollegin ist oder ich einen Kaffee trinke. Ich rase nicht wie früher sechs Stunden durch eine Aufgabe und danach soll irgendwie meine Familie, mein Partner oder irgendwer dafür sorgen, dass ich mich wieder erhole. Das habe ich aus diesem Buch mitgenommen. Auch achte ich verstärkt auf körperliche Anzeichen von Stress und überlege ganz genau, was die Ursachen der Unruhe sind. Stress ist immer eine sehr individuelle Angelegenheit.

Lesen Sie auch: „Antioxidantien – Schutz gegen freie Radikale”

[23.03.2011, Stand: 23.09.2016]

 

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