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Seite 1 von 2 Fastenkuren im ÜberblickDie Leichtigkeit des SeinsJahresanfang, Zeit guter Vorsätze und der guten Gelegenheit, endlich Ballast loszuwerden. Das ist der Grund, weshalb jedes Jahr Menschen aufs Neue vom Fasten fasziniert sind. Der freiwillige Verzicht auf Essen und Genussmittel entlastet nicht nur den Darm und befreit den Körper von Abfallprodukten. Wer fastet, berichtet meist auch von einer stabileren Psyche, die er durch die Kur entwickelt. Während der Nahrungsverzicht für einige unvorstellbar ist, schwören andere auf die vielfältigen positiven Effekte des Fastens. „Fasten ist ein Gewinn – körperlich und psychisch“, ist Owe Hönck, Allgemeinmediziner und Kurarzt im Kurhaus Vitalium Dr. von Plachy in Bad Lauterberg überzeugt. Rund hundert Gäste besuchen jährlich die Kurklinik, um unter medizinischer Aufsicht zu fasten.
Fasten reduziert Gelenkschmerzen wie RheumaDas ist durchaus sinnvoll, denn körperlich profitiert der Organismus in mehrfacher Hinsicht: Der Zuckerstoffwechsel wird reguliert, der Blutdruck sinkt, überschüssiges Cholesterin und schädliche Triglyceride sowie entzündungsfördernde Stoffe werden abgebaut, wodurch sich beispielsweise Gelenkschmerzen bei Rheuma reduzieren. Und natürlich purzeln beim Fasten nebenbei auch einige Pfunde. „Auch das vegetative Nervensystem profitiert, das unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus und den Kreislauf reguliert“, sagt Hönck. Wer fastet, wirft Ballast abDarüber hinaus verspüren Fastende nach wenigen Tagen laut Hönck eine Leichtigkeit und sogar Freude. Die Stimmung hellt sich langfristig auf und Probleme, die die Seele belasten, werden besser verarbeitet. Am zweiten bis dritten Kurtag schaltet der Körper von einer Energiegewinnung durch die Nahrung auf die körpereigenen Reserven um, die er nun anzapft. Bei einer richtig durchgeführten Kur tritt weder ein Hungergefühl noch ein Leistungstief ein. Entscheidend und unverzichtbar ist dafür eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die je nach Fastenart aus Wasser, Tee und in kleineren Mengen auch aus Säften, Gemüsebrühe oder Molke bestehen kann. Fasten nach BuchingerDie klassischen Fastenarten sind das Fasten nach Buchinger, auch Heilfasten genannt, und die moderne Mayr-Kur. Auch das Basenfasten ist mittlerweile bei vielen Menschen beliebt, weil im Gegensatz zum Heilfasten alles gegessen werden darf, was der Körper basisch verstoffwechselt. Die bekannteste Form des Fastens ist aber wohl das nach dem Arzt Dr. Otto Buchinger benannte Buchinger-Fasten, das seit vielen Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird. Der Körper wird in der Eingewöhnungsphase mit kalorienreduzierter Kost, reichlich Flüssigkeit und der einmaligen Einnahme von Glaubersalz auf die Kur vorbereitet. Glaubersalz regt die Bewegung des Darms an und trägt so zu dessen Entleerung bei. Dadurch wird das Fasten eingeleitet. Heilfasten wird traditionell mit Gemüsebrühe, Obst oder Gemüsesäften und Honig sowie reichlich Tees und Wasser durchgeführt. Experten grenzen dabei das ärztlich überwachte Heilfasten, das ambulant oder am besten in einer Klinik durchgeführt wird, von dem zu Hause und in eigener Verantwortung angewendeten Fasten für Gesunde ab. Wichtig beim Fasten: Ruhe und Entspannung Neben der Reinigung und Pflege des Darms wird beim Buchinger-Heilfasten auch auf Entspannung und Ruhe Wert gelegt. Denn neben der körperlichen Dimension steht hier auch die psychosoziale und sogar die spirituelle im Vordergrund. Ein zentraler Bestandteil des Fastens nach Buchinger ist zudem ausreichend körperliche Bewegung. So wird verhindert, dass der Körper Muskelmasse abbaut.
Grundsätzlich aber müssen sich Fastende keine Sorgen um ihre Muskeln machen. „Die einzige Muskulatur, die bei sachgerecht durchgeführtem Fasten mit reichlich körperlicher Bewegung abgebaut wird, ist wahrscheinlich die Kaumuskulatur. Eine umfangreiche Studie der Charité Berlin belegt, dass beim Fasten nach Buchinger selbst nach drei Wochen kein nennenswerter Muskelabbau erfolgt“, klärt Dr. Edmund Semler, Ernährungswissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Fastenakademie, auf. Er selbst fastet nach Buchinger einen Tag pro Woche und zwei- bis dreimal im Jahr jeweils mindestens eine Woche lang. „Meine Erfahrungen sind exzellent. Es ist eine Wohltat für Geist, Seele und Körper.“ Dauer der Heilfasten-KurIn der Regel erstreckt sich Fasten für Gesunde auf fünf bis zehn Tage. Beim Heilfasten muss die Dauer nach Aussage von Dr. Edmund Semler individuell bestimmt werden. Anfänger starten zunächst mit höchstens fünf Tagen. Wer zum ersten Mal oder über einen längeren Zeitraum fastet, sollte zudem eine Kurklinik aufsuchen oder in einer Gruppe fasten, die von einem ärztlich geprüften Fastenleiter geführt wird. Der Aufenthalt in der Klinik bietet den Vorteil, dass Teilnehmer sich auf die Kur einlassen können, ohne von Alltagseinflüssen gestört zu werden. „Das Herauslösen aus der häuslichen Umgebung ist unbedingt empfehlenswert, um sich gehen zu lassen und so ins Gleichgewicht zu kommen“, berichtet Owe Hönck.
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