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Bewegung und Sport

Qigong – Fernöstliches für die Seele

Sanft und heilsam – so wird die Bewegungskunst Qigong aus China beschrieben. Auch in westlichen Ländern hat das Interesse zugenommen, weil der Tanz ausgleichend wirkt und zu mehr Wohlbefinden verhilft.

Das verwandte Tai Chi findet ebenfalls viele Anhänger: „Stark wie ein Holzfäller, geschmeidig wie ein Kind, gelassen wie ein Weiser” werde, wer es regelmäßig übt, sagt ein Sprichwort. Beide Methoden sind weit mehr als bloße Körperübung. Meditative Elemente, die Lenkung der Vorstellungskraft und alteine bewusste Atmung gehören untrennbar dazu. Die Namen vieler Übungen sind bildhaft, inspirierend, regen die Phantasie an.

So die Kranich-Übung: Gleich dem majestätischen Vogel schwingt der Sportler langsam seine Flügel. Symbolhaft auch das Wolkenschieben: Dunkle Wolken, alles Drückende und alle Sorgen werden beiseite geschoben, ein befreiendes Gefühl ist das Ergebnis. Andere Übungen heißen „Mit dem Herzen lächeln”, „Mit der Erdkugel spielen”, „Das Meer des Yangs öffnen”. Einige lassen sich prima auch im Alltag durchführen. Schütteln Sie doch zwischendurch mal den Stress weg!

Von Qigong profitieren kann jeder, gleich, ob neun Jahre jung oder über neunzig. Nicht ohne Grund wurde es in China zum Volkssport. Auf Plätzen und in Parks sind viele Alte zu sehen, die – in ihr Tun versunken und mit einer bewundernswerten Geschmeidigkeit – ihr tägliches Programm absolvieren.

Ein besonderes Plus: Gerade auch für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist das sanfte Training geeignet. Qigong geht nämlich oft selbst dann, wenn „normale“ Sportarten nicht (mehr) infrage kommen. Es kann zahlreiche Beschwerden lindern, Selbstheilungsprozesse unterstützen und zu einer höheren Lebensqualität beitragen.

Unterstützend bei chronischen Krankheiten

Reiches Erfahrungswissen, das in China von Generation zu Generation überliefert wird, belegt die Wirksamkeit von Qigong, und mittlerweile gibt es auch klinische Studien. In einer Ulmer Dissertation wurde nachgewiesen, dass es Asthmatikern gut tut; ihre Lungenfunktion verbesserte sich, sie benötigten weniger Medikamente und fühlten sich insgesamt wohler.

Bei anderen chronischen Krankheiten kann Qigong ebenfalls die schulmedizinische Behandlung unterstützen. Es stärkt allgemein die Muskulatur, Beweglichkeit, Koordination sowie den Gleichgewichtssinn. Als „Meditation in Bewegung” hilft es außerdem, Abstand zum Alltag zu gewinnen und die innere Balance wiederzufinden.

Interessant zu wissen:

Qigong steht nicht für sich allein, sondern ist ein wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), genauso wie Akupunktur, Heilkräutertherapie und Tuina-Massage. Ein Schlüsselbegriff in der TCM ist Qi, was mit „Atem“ oder „Lebensenergie” übersetzt wird: Qi fließt – in altunserem Körper wie im gesamten Kosmos. Kann es dies ungehindert tun, ist der Mensch gesund und die Welt im Lot. Krankheit dagegen wird als Folge eines gestörten Energieflusses angesehen.

Qigong-Übungen zielen darauf hin, die Lebensenergie zu stärken und Qi-Blockaden aufzuheben. Akupunktur-Behandlungen verfolgen das gleiche Ziel: An bestimmten Punkten, entlang sogenannter Meridiane (den Leitbahnen für das Qi), werden Nadeln – und damit Heilimpulse – gesetzt. Während der Patient sich bei der Akupunktur behandeln lässt, wird er bei Qigong selbst aktiv. Das sagt schon der Name.

Qi = Energie, Gong = Übung, Arbeit

Qigong ist demzufolge die Arbeit mit der Vitalenergie Qi. Wer übt, praktiziert im besten Sinne Selbsthilfe und übernimmt Verantwortung für das eigene Wohlbefinden.

Qigong-Kurse werden von Volkshochschulen sowie speziellen Zentren angeboten. Für Anfänger ist das Üben unter Anleitung der beste Weg. Dann sind die Bewegungsabläufe bald vertraut und „sitzen”, es können sich keine Fehlhaltungen einschleichen. Viele fortgeschrittene Qigong-Anhänger bleiben aber noch aus einem anderen Grund in der Gruppe, denn es hat einen besonderen Zauber, wenn mehrere zusammen die fließenden Bewegungen ausführen – als tanzten sie ein stilles Ballett.

Silvia Ruhland

Kostenzuschuss

Viele gesetzliche Krankenkassen zahlen einen Zuschuss für einen Qigong- oder Tai-Chi-Kurs. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse, ob diese sich an den Kosten beteiligt

Lesen Sie auch das Interview „Qigong oder Tai Chi?”

 

[27.05.2011, Stand: 26.11.2015]

 

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