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Qualität im Reformhaus®

Bio-Anbau von Anfang an

Hand aufs Herz: Was sagen Ihnen Bio-Siegel und Zeichen? Welche Qualität haben Bio-Produkte im Bio-Supermarkt und beim Discounter? Und was ist der Unterschied zwischen biologisch-dynamischem und biologisch-organischem Anbau und der EU-Bio-Verordnung? Wir haben Rainer Plum und Erwin Perlinger* aus dem Vorstand der Reformhaus-Genossenschaft befragt, wie sich das Reformhaus® innerhalb dieser gesundheitsbewussten Lebensmittelwelt positioniert.

Blauer Himmel, grüne Wiese, große Birke und ein alter KarremHerr Plum, wie würden Sie heute die Bedeutung des Reformhauses innerhalb der Bio-Branche einstufen?

Rainer Plum: Wenn Sie mal von einem Bild ausgehen und 30 Jahre zurückblicken, dann war für Konsumenten die Welt noch relativ einfach, wenn sie sich innerhalb eines naturorientierten ökologisch ausgerichteten Fachhandels mit Produkten versorgen wollten. Es gab das Reformhaus als Stätte mit langer Tradition und einer hohen Glaubwürdigkeit mit den bekannten Marken – der neuform und der Herstellermarken. Auf der anderen Seite gab es den Beginn der Naturkostbewegung mit ersten klaren Begriffen wie Bio und einer ebenfalls überschaubaren Situation.

Heute werden Sie als Konsument in dem Eindruck gelassen, es sei alles Bio, vom Discounter bis in den Online-Shop. Überall bekommen Sie Gesundheitsprodukte. Es gibt eine Flut von Siegeln und Themen, die auf den Gesundheitskonsumenten einstürmen. Den Durchblick zu behalten ist fast unmöglich.

Da kann ein Geschäftstyp wie das Reformhaus® Orientierung geben. Reformhäuser sind wie Leuchttürme! Nicht nur um in schwerer See zu zeigen, wo das rettende Land ist, sondern auch wo Heimat ist. Das Meer ist ja nicht die Heimat des Seemannes, sondern das Festland. Deshalb denke ich, dass das Reformhaus® wichtig ist – in der Flut von Informationen, in der wir alle ersaufen. Es ist Heimat und fester Boden unter den Füßen für alle, die ganzheitliche Qualität suchen.

Ich kann einen Teil meiner Verantwortung auch an diesen Geschäftstyp abgeben – nicht unkritisch, aber viele Menschen wollen das so. Das ist es, was das Reformhaus den Kunden gegenüber leisten muss: Ein Geschäft zu sein, das glaubwürdige Produkte anbietet.

Es gibt inzwischen eine Reihe gesetzlicher Zeichen und Bio-Siegel, warum reichen die nicht aus?

Rainer Plum: Das neue EU-Bio-Siegel oder das bekannte deutsche Bio-Siegel waren wichtige Schritte, um erste Kriterien anzulegen und den Konsumenten Orientierung zu geben. Es werden Standards gesetzt, um Bio vom konventionellen Anbau abzugrenzen, andererseits werden aber auch Zugeständnisse an die Industrie gemacht. Deshalb muss das neuform-Qualitätszeichen transportieren, dass es hier eine Qualität gibt, die über diesen Standards liegt.

Auch was die Verarbeitungsmethoden angeht. Es ist die Aufgabe des neuform-Zeichens, auch hier eine Heimat zu bieten in Form von Transparenz über die Kriterien, die von der Herstellerseite eingehalten werden müssen. Damit der Kunde weiß, hier gibt es mehr als das, was staatlich vorgegeben ist. Denn wenn nach oben sehr viel qualitative Entwicklung möglich ist, profitiert der Reformhaushandel.

Wie sieht die Produktion von Reform-Produkten aus? Könnten Sie das am Beispiel Trockenfrüchte schildern?

Erwin Perlinger: Ich würde gern ergänzen, dass das neuform-Qualitätszeichen schon seit den 1930er Jahren Werte transportiert. Es sollte Glaubwürdigkeit signalisieren und dem Kunden die Sicherheit geben, du kaufst das richtige Produkt. Wenn man bei diesem Bild mit dem Leuchtturm bleibt, ist das Signal: Hier ist dein Heimathafen, wo du als Kunde sichervor Anker gehen kannst. Es gilt eine ganzheitliche Qualitätsbetrachtung. Was heißt das für die Trockenfrüchte? Ganz tief in die Produktion hineinzugehen, in die Urproduktion, in den Landbau, in den Gartenbau, um nachzuvollziehen, wie das Produkt entstanden ist. Das zeigt, dass wir uns seit den 1980er Jahren für Bio-Projekte engagieren, wie auch viele Hersteller der neuform (seit Mitte 2014: Reformhaus eG, Anm. d. R.).

Wenn man auf die Wurzeln des ökologischen Landbaus zurückschaut, lernt man, dass die allerersten Leute, die sich in den 1920er Jahren mit ökologischem Landbau beschäftigt haben, Lebensreformer waren, wie die Gründer der Obstbausiedlung Eden in Oranienburg. Das ist die Wiege des ökologischen Landbaus. Daran sieht man, wie tief neuform, die Hersteller, die ganze Reformhausbranche mit dem Thema verwurzelt ist. Es war eben nicht Rudolf Steiner, der den ökologischen Landbau konzipiert hat, es waren andere wie Ewald Könemann in der Obstbausiedlung Eden, die wesentliche Impulse für die Umstellung der Landwirtschaft gegeben haben.

Rainer Plum: In der Zeitschrift „Bebauet die Erde“ veröffentlichte Könemann seine Aufsätze über den natürlichen Landbau.

Erwin Perlinger: Das waren die ersten Publikationen dazu. Daraus wurde mit der Weiterentwicklung von Müller und Rusch aus der Schweiz „biologischorganisch“. Und parallel wurde von Steiner die biologisch-dynamische Anbaumethode betrieben.

Rainer Plum: In Oranienburg entstand der viehlose Landbau nach Könemann aus der Vegetarier- Bewegung heraus.

Erwin Perlinger: In die ganzheitliche Betrachtung der Qualität fließen viele philosophische und lebensreformerische Ansätze ein. Im biologischdynamischen Landbau heißt es: „Ich brauche Viehhaltung, um Dünger zu erzeugen“. Einige Vegetarier kritisieren, dass am Ende die Kuh geschlachtet werden muss.

Im Reformhaus® hat man sich für eine lakto-ovovegetabile Ernährung stark gemacht, bis hin zur veganen Ernährung. Bei der Reformhaus-Kosmetik wird auf Produkte vom toten Tier verzichtet.

Rainer Plum: Es zeigt sich einmal mehr: Im Reformhaus® geht es nicht nur um schadstoffarme Ernährung, sondern um Überzeugungen, um eine eigene Philosophie.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Birgit Hedden-Liegmann.

 

Lesen Sie auch „Ein gutes Zeichen für Qualität“

 

* Erwin Perlinger ist 2013 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

[15.09.2011, Stand: 24.03.2016]

 

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