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Von wegen grauer November / Interview

Warum Kontakte zu anderen Menschen so wichtig sind

Wir haben Dr. Christine Rummel-Klugevon der Stiftung Deutsche Depressionshilfe / Deutsches Bündnis gegen Depression e. V., Leipzig, befragt, was das Wohlbefinden steigert.

herbstliche Allee mit LaubViele Menschen rutschen in der dunklen Jahreszeit leichter als sonst in ein Stimmungstief. Was hilft am besten dagegen?

Gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Rückzug und Müdigkeit können Symptome einer saisonal abhängigen Depression sein. Seit circa. 20 Jahren kennt man den Zusammenhang zwischen Lichtmangel und einer so genannten Winter-Depression. Dafür stehen heute mit Lichttherapie, medikamentöser Therapie mit Antidepressiva und auch Psychotherapie wirksame Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Regelmäßige, körperliche Bewegung (beispielsweise Spazierengehen) oder sportliche Aktivitäten im Freien in Form von Jogging, Walking, Radfahren oder Skilanglauf können vorbeugend sein bzw. helfen, aus dem Stimmungstief herauszukommen. Auch eine ausgewogene Ernährung ist für das Wohlbefinden wichtig.

Welche Rolle spielen Kontakte zu anderen Menschen?

Dr. Christine Rummel-KlugeGute soziale Beziehungen und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Menschen wie zum Beispiel Theater- oder Museumsbesuche, Ausflüge oder das Treffen von Freunden sind für unser seelisches Wohlbefinden sehr wichtig und können die Stimmung verbessern.

Manchmal fällt es schwer, sich von der Couch aufzu-raffen. Haben Sie einen Tipp, wie es trotzdem klappt?

Um aktiv zu werden, ist es wichtig, sich nicht zu überfordern, sondern kleine, realisierbare Schritte zu machen. Dabei können ganz konkrete Planungen und feste Verabredungen hilfreich sein. Auch wenn man vorher wenig Lust hat auf den verabredeten Spaziergang, wird man sich, nachdem man sich dann doch aufgerafft hat, weil es ausgemacht war, danach bestimmt besser fühlen.

Wenig Antrieb und das Vernachlässigen sozialer Kontakte können aber auch ein Symptom einer Depression sein und dann ist unbedingt professionelle Hilfe erforderlich, zum Beispiel durch den Hausarzt.

Haben Sie noch einen Buchtipp für unsere Leser?

Depressionen bewältigen – die Lebensfreude wiederfinden, Ulrich Hegerl und Svenja Niescken; Trias

Die Seele heilen: Ein Mutmachbuch für Depressive und ihre Angehörigen, Sabine Wehner-Zott, und Hubertus Himmerich, Gräfe und Unzer

Weitere Infos im Internet: www.deutsche-depressionshilfe.de

Interview: Silvia Ruhland

November-Blues oder SAD?

An dunklen Tagen fehlt es an Energie, trübe Gedanken tauchen auf. Doch die Traurigkeit geht vorüber, Aktivität, Bewegung, Sozialkontakte helfen dabei. Anders ist das bei der saisonal abhängigen Depression (SAD). Sie hat Krankheitswert. Anzeichen für eine SAD sind unter anderem anhaltende Antriebs- und Hoffnungslosigkeit, die Unfähigkeit sich über etwas zu freuen, schlechter Schlaf, Appetitstörungen, Grübelzwang. Wer diese Symptome bei sich oder nahe stehenden Menschen bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.

 

 

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