Heilpflanze des Monats: JuniBuchweizenDer Alte Fritz († 1786) und Justus von Liebig († 1873) sorgten dafür, dass der Buchweizen aus Europa beinah verschwand. Doch nun erlebt er eine Renaissance, denn er besitzt einige ganz besondere Eigenschaften, die ihn als Heilpflanze und als Diätnahrungsmittel auszeichnen. Genügsam und anspruchslos ist er, der Buchweizen, und so breitete er sich als Kulturpflanze von Osten nach Westen in ganz Eurasien aus. Ursprünglich in China kultiviert, lässt sich der Anbau am Schwarzen Meer bereits bis mehrere Jahrhunderte vor Christus zurückverfolgen. Im 16. Jahrhundert wurde die Pflanze dann auch bei uns überall dort angebaut, wo der schlechte Boden und das Klima keine anderen Nutzpflanzen zuließen.
Aber als der „Kartoffelkönig“ Friedrich der Große mit seiner Knolle eine alternative Nutzung für den kargen Boden in Deutschland einführte und es dem Chemiker Justus von Liebig im weiteren Verlauf der Geschichte mit der Entwicklung des Düngers gelang, die nährstoffarmen Böden aufzuwerten, verlor der Buchweizen bei uns schnell an Bedeutung. Buchweizen ist kein GetreideAuch wenn es der Name nahe legt, ist der Buchweizen keine Getreideart, sondern ein Verwandter von Knöterich und Sauerampfer, denen er optisch mit seinem aufrechten, kaum verzweigten Stängel, den herzförmigen Blättern und den unscheinbaren rosa-weißlichen Blüten nahe kommt. Die Frucht ist ein dreieckiges Nüsschen, von der die Schale ähnlich wie bei der Buchecker entfernt werden muss, bevor sie zum Nahrungsmittel weiterverarbeitet werden kann. Buchweizen ist reich an Eiweiß und StärkeBuchweizen enthält viel Eiweiß und Stärke, so dass er als Pseudogetreide bezeichnet wird. Anders als der Weizen enthält der Buchweizen aber kein Klebereiweiß oder Gluten, so dass sich daraus hergestelltes Mehl gut für Menschen mit einer glutensensitiven Erkrankung der Magen-Darm-Schleimhaut eignet, also mit Zöliakie oder Sprue. Selbst von der ansonsten eher getreidefeindlichen Steinzeiternährung wird der Buchweizen als Nahrungsmittel akzeptiert. Gute Eigenschaften von BuchweizenAuch aus dem Rest der Pflanze lässt sich noch etwas Gesundes produzieren, denn alle grünen Pflanzenteile des Buchweizens enthalten hohe Anteile Flavonoide wie Rutosid und Hyperosid. Diese Pflanzenwirkstoffe haben – zum Beispiel als Tee getrunken – positive Auswirkungen bei leichten Venenbeschwerden: Sie dichten die Gefäße ab und verhindern so, dass Wasser aus den Venen in das Gewebe gedrückt wird, sich also Ödeme ausbilden. Außerdem verbessern sie die Durchblutung in den kleinen Blutgefäßen. Dr. Susanne Poth Probieren Sie auch unsere leckeren Buchweizen-Rezepte: Produkt-Tipps:
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