FruchtzuckerObst ist nicht für jeden gesund Äpfel und Birnen, Pfirsiche und Kiwis – das klingt nach Gesundheit, Genuss und Natürlichkeit. Stimmt auch! Trotzdem sind sie nicht für alle Menschen gleich gut verträglich. Manche dürfen sie aufgrund einer Fruchtzuckerunverträglichkeit nur sparsam verzehren. Gluckernde Geräusche in Magen und Darm, ein aufgedunsener Bauch und unangenehme Blähungen – und das nach Obst oder einem Glas Saft? Wem das bekannt vorkommt, gehört vermutlich zu den etwa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung, die keine großen Mengen an Fruktose (Fruchtzucker) vertragen.
Dann fehlt der Dünndarmschleimhaut das nötige Transportprotein GLUT-5 beziehungsweise ist dort in nicht ausreichender Menge vorhanden, um den mit der Nahrung aufgenommenen Fruchtzucker aus dem Darm in den Körper zu schleusen. Stattdessen machen sich die Bakterien im anschließenden Darmabschnitt über ihn her. Dabei entstehen Gase, die für die peinlichen Winde verantwortlich sind, und weitere Abbauprodukte, die dem Körper Wasser entziehen und so für Durchfall sorgen. Sicherheit durch Wasserstoff-AtemanalyseTIPPDer neue Reformhaus-Ratgeber: „Fruktose-Intoleranz“ [Download] |
Gewissheit bringt eine Atemanalyse beim Gastroenterologen. Bei diesem Verfahren macht es sich der Arzt zunutze, dass bei dem Abbau von Fruktose Wasserstoff entsteht, der mit der Atemluft ausgeatmet wird. Dafür trinkt der Betroffene ein Glas aufgelösten Fruchtzucker und pustet anschließend über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden halbstündig in ein Messgerät. Verzeichnet dies stetig steigende Werte, ist das ein Zeichen dafür, dass der Fruchtzucker nicht richtig verdaut wird und somit eine Intoleranz vorliegt. Abgrenzung von anderen UnverträglichkeitenBevor allerdings ein solcher Atemtest durchgeführt wird, muss eine andere Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit unbedingt ausgeschlossen werden: die sogenannte hereditäre Fruktoseintoleranz. Dann wird der mit der Nahrung aufgenommene Fruchtzucker zwar vollständig aus dem Darm resorbiert, kann aber durch einen Enzymdefekt anschließend nicht weiter abgebaut werden. Als Folge reichern sich giftige Abbauprodukte in Leber, Blut und Urin an und schädigen die umliegenden Zellen. Diese sehr seltene Form macht sich allerdings bereits im Säuglingsalter bemerkbar, wenn mit der Beikost erstmals Obst eingeführt wird und es anschließend zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sowie Unterzuckerung kommt. Unbehandelt sind schwere Leber- und Nierenschäden die Folge. Bei Kindern kann auch das Gehirn beeinträchtigt werden, außerdem zeigen sie Gedeih- und Wachstumsstörungen. | Intestinale Fruktoseintoleranz | Hereditäre Fruktoseintoleranz | | Auch | - Erworbene Fruktoseintoleranz
- Fruktosemalabsorption
| - Angeborene Fruktoseintoleranz
| | Ursache | - Mangel des Transportproteins GLUT-5 im Darm
| - Enzymdefekt, wodurch Fruktose nicht vollständig abgebaut werden kann
| | Therapie | - Fruktosearme Ernährung
- Austesten der individuellen Verträglichkeit
| - Strenge fruktosefreie Ernährung (lebenslang)
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Austesten der individuellen ToleranzschwelleWährend Menschen mit der hereditären Form Fruchtzucker lebenslang streng vom Speiseplan verbannen müssen, ist bei der intestinalen Variante ausprobieren angesagt. Viele Betroffene vertragen ihn in geringen Mengen durchaus gut. Zunächst verschafft eine fruchtzuckerfreie Diät für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen dem gereizten Darm genügend Pause, um in Ruhe abzuheilen. Damit klingen die Beschwerden völlig ab. Anschließend muss die persönliche Toleranzschwelle langsam und vorsichtig ausgetestet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, pro Tag nur eine Obstsorte zu versuchen und die verzehrte Menge schrittweise zu erhöhen – am besten auf mehrere kleinere Portionen am Tag verteilt. Die Verträglichkeit kann übrigens stark variieren, je nachdem, was dazu gegessen wurde. Es lohnt sich also, fruktosehaltige Lebensmittel mit anderen Mahlzeiten zu kombinieren, zum Beispiel Obst mit Milchreis als Dessert. Ein Ernährungstagebuch hilft, den Überblick zu behalten, eine Ernährungsfachkraft, mögliche Zusammenhänge zwischen den verzehrten Speisen und Beschwerden zu erkennen. Lesen von Zutatenliste und NährwerttabellenDazu ist es wichtig zu wissen, in welchen Lebensmitteln Fruchtzucker enthalten ist. Zunächst einmal ist er natürlicher Bestandteil nahezu aller Obstsorten. Außerdem steckt er in geringerer Menge in Gemüse. Fruchtzucker ist deshalb in sämtlichen Erzeugnissen daraus enthalten, wie Trockenobst, Säften, Konfitüre oder Kompott. Darüber hinaus haben viele Hersteller die „natürliche Süße aus Früchten“ für Erfrischungs-getränke oder Süßigkeiten entdeckt. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste gehört deshalb in Zukunft zum Einkauf dazu. Achtung: Lebensmittel, deren Glukose-Gehalt den von Fruktose übersteigt, werden oftmals umso besser vertragen. Das trifft zum Beispiel auf Aprikosen, Pflaumen oder Litschis zu.
Inka Stonjek Fruchtzucker findet sich in:- allen Obstsorten
- verstärkt in Trockenfrüchten wie Rosinen, Aprikosen oder Datteln
Marmelade, Konfitüre und Gelees sowie sonstigen Fruchtaufstrichen- Fruchtsäften, Fruchtsaftgetränken und Nektaren
- Kompott und Dicksäften
- vielen Gemüsesorten
- Süßigkeiten
- Honig
- Haushaltszucker (auch Rohr-, Kristall- oder Rübenzucker genannt)
- Invertzucker
- Inulin, einem stärkeähnlichen Kohlenhydrat, das natürlicherweise in Topinambur, Zichorien, Artischocken oder Pastinaken vorkommt
- Diabetikerprodukten
- Speiseeis
- Zuckeraustauschstoffen (Sorbitol) bzw. Fructo-oligosacchariden
- Limonade, Wein, Sekt oder Likör
- Mayonnaise, Ketchup und Fertigsoßen
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