Darmgesundheit

Plädoyer für eine gesunde Darmflora

Der Darm spiegelt die Gesundheit, aber auch Erkrankungen des gesamten Körpers wider. Wer für einen gesunden Darm sorgt, beugt vielerlei Krankheiten vor.

Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch, konstatierte der berühmte österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr, Begründer der Mayr-Kuren. Er behandelte seine Patienten in Karlsbad so, als hätten sie einen kranken Darm. Und stellte fest: Allen seinen Patienten ging es besser, viele wurden sogar von den unterschiedlichsten Krankheiten geheilt.

Unser Verdauungssystem beginnt im Mund und endet mit dem After. Es handelt sich um ein ca. sieben Meter langes System mit einer Gesamtoberfläche von mehr als 300 Quadratmetern und damit den Ausmaßen eines Tennisplatzes.

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Zum Vergleich: Die Haut umfasst zwei, die Lunge 80 Quadratmeter Oberfläche. Damit ist unser Verdauungssystem, vor allem der Darm, die größte Kontaktfläche zur Außenwelt. Dort wird die Nahrung durch die Verdauungssäfte zerlegt und aufgenommen, um die Zellen mit Nährstoffen und dadurch mit Lebenskraft zu versorgen. Eine gesunde Darmflora spielt dabei eine Schlüsselrolle. In Versuchen überlebten keimfrei aufgezogene Tiere aufgrund der fehlenden Bakterienbesiedlung nur höchstens 90 Tage.

Schlagkräftige Abwehr

Eine intakte Darmflora ist für unser Immunsystem und damit als Schutzbastion gegenüber Krankheitserregern von unschätzbarem Wert. Rund 70 Prozent aller Abwehrzellen befinden sich im Darm. Sie sitzen in der Darmschleimhaut und produzieren Immunglobuline, die der Körper zur Abwehr von Fremdkörpern braucht. Außerdem regen die gesunden Darmbakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen mit ihren Stoffwechselprodukten die Darmbewegung, die Peristaltik, an.

Eine gesunde Darmflora versorgt mit Vitaminen wie B12, K und Thiamin. Ein Überhandnehmen von pathogenen, das heißt krankhaften, Bakterien („Dysbakterie”) gilt als die häufigste Ursache einer schwachen Körperabwehr. Nur ein leistungsfähiger Darm ist also ein Garant für ein starkes Immunsystem, eine gute Zellernährung und Stoffwechselleistung. Ballaststoffe sind das ideale Futter für die etwa 80 Milliarden Bakterien, die unseren Darm besiedeln. Sie tragen überdies dazu bei, die Darmpassagezeit zu verkürzen und anfallende Schadstoffe schneller auszuschleusen.

Ernährungswissenschaftler und Ärzte sind sich seit langem einig, dass ballaststoffreiche Lebensmittel wie Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte eine darmgesunde Kost darstellen. Der Bundesdeutsche nimmt im Durchschnitt nur etwa 15 Gramm Faserstoffe täglich durch die Nahrung auf, ideal wären 30 Gramm. Neben einer falschen Ernährung können Umweltgifte, Medikamente und Genussmittel zu einer Entgleisung der natürlichen Darmflora führen.

Vielfältige Auswirkungen

Chronische Verstopfung ist eine weit verbreitete Erscheinung und deutet auf einen kranken Darm hin. Doch nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Befinden hängt von einer reibungslos funktionierenden Darmtätigkeit ab. Ist der Darm frei von Ablagerungen und erfolgt die Entleerung regelmäßig, stellen sich Gelassenheit und eine bessere Grundstimmung ein. Der Mensch ist körperlich und seelisch belastbarer.

F. X. Mayr stellte fest, dass bei fortschreitender Verschlackung des Darms „schließlich jedes Organ in Mitleidenschaft gezogen wird”, auch das Gehirn. Vergesslichkeit, Mutlosigkeit, Antriebsschwäche, negative Denkweisen und sogar Depressionen können die Folgen sein. Laut Mayr-Ärzten, lassen verschlackte Darmwände selbst die Haarwurzeln „verhungern” und führen zu Haarausfall oder frühzeitigem Ergrauen. Ein gesunder Darm ist hingegen die natürlichste und beste Kosmetik.

Positive Folgen eines gereinigten, gesunden Darms und optimierter Verdauung:

  • klarere, glattere Haut im Gesicht und am Körper
  • Cellulite, Tränensäcke und Falten gehen zurück
  • Verbesserung von Akne, Ausschlägen, unreinem Teint und Pigmentflecken

Was hilft dem Darm auf die Sprünge?

Abführmittel wirken zwar prompt, auf Dauer zerstören sie jedoch die Eigenregulation der Verdauungsorgane. Die regelmäßige Anwendung kann in eine Abhängigkeit führen. Außerdem sind Abführmittel Mineralstoffräuber. Mineralstoffe wie Kalium werden aber für eine optimale Peristaltik gebraucht – ein Teufelskreis.

Gesunde Alternativen:

  • Floh- und Leinsamen
  • Kleie bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr
  • Milchzucker
  • eingeweichte Trockenfrüchte
  • Bauchselbstmassage nach F. X. Mayr

altZu den symbiosefreundlichen Lebensmitteln, die den Aufbau einer gesunden Darmflora fördern, gehören – je nach individueller Bekömmlichkeit:

  • Obst und Gemüse
  • Sprossen
  • Nüsse und Samen
  • Getreide
  • milchsauer eingelegtes Gemüse
  • Sauermilchprodukte
  • mineralarmes Quellwasser
  • Kräutertees sowie Obst- und Gemüsesäfte

Alle Nahrungsmittel sollten gründlich gekaut und eingespeichelt werden, weil die Verdauung bereits im Mund beginnt.

Symbiosefeindliche Nahrungsmittel, deren Verzehr eingeschränkt werden sollte, sind:

  • Zucker
  • Auszugsmehl
  • gehärtete Fette
  • Konservierungs- sowie künstliche Farb-, Geschmacks- und Aromastoffe
  • Kaffee
  • Schwarztee
  • Alkohol
  • Nikotin.

Besonders hilfreich zur Anfeuerung der Verdauung sind enzymhaltige Lebensmittel, allen voran Wildkräuter, Keime und tropische Früchte. Tropenfrüchte haben besonders viele eiweißspaltende Enzyme (Proteasen) gebildet, um sich im warmen Klima erfolgreich gegen Fressfeinde zu wappnen. Proteasen wie das Ficin der Feige, das Papain der Papaya oder das Bromelain der Ananas beschleunigen den Aufspaltungsprozess von Eiweiß in körpereigene Aminosäuren.

Eine ungenügende Verarbeitung von Eiweißstoffen lässt schädliche Abbaustoffe im Darm zurück und verschlackt ihn peu à peu. Verhärtete Eiweißrückstände behindern die Bewegung der Darmmuskulatur. Solch ungünstigen Prozessen können Enzyme aus Tropenfrüchten oder Tropenfruchtzubereitungen entgegenwirken. Das Papaya-Mus Caricol® aus dem Reformhaus® beispielsweise hilft dank seiner Enzyme und Polysaccharide sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall und entzündlichen Prozessen.

Barbara Simonsohn

Lesen Sie auch das Interview zum Thema Ein gesunder Darm ist lebenswichtig

Lesetipps:

  • Maria Köllner, Die Bauch-Selbstmassage, Bio-Ritter-Verlag, 86 Seiten, 11,50 Euro
  • Norbert Messing, Das große Buch der Darmreinigung, Bio-Ritter-Verlag, 160 Seiten, 14,50 Euro
 

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