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Gedächtnistraining

Tipps & Tricks gegen das Vergessen

Vom Einkaufen kommt man zwar mit vollen Tüten, aber ohne die Milch zurück, wegen der man doch eigentlich losgegangen war. Und die genialen Überleitungen, mit der die Präsentation zu einer Sternstunde des Büroalltags werden sollte, sind wie weggeblasen. Höchste Zeit für ein paar Gedächtnisstützen.

altDas Gehirn ist ein viel beschäftigter Körperteil. Es steuert unseren gesamten Organismus, unser Denken, Handeln und Fühlen und ist auch noch für das Lernen und Erinnern zuständig. Grund genug also, nicht nur ausgesprochen nett zu ihm zu sein, das heißt auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und auf Frischluft- und Vitaminzufuhr zu achten. Sondern auch, es mit ein paar Tricks und Hilfestellungen zu unterstützen. Manches davon ist eigentlich recht simpel, geht aber trotzdem oft im Spagat zwischen Job und Waschmaschine, Telefonanrufen und Terminen unter.

Muss unter Stress etwas Neues gelernt werden, hilft vor allem eine positive Einstellung. Wer etwa der Einführung in ein neues Computerprogramm mit Grausen entgegenblickt, hat eigentlich schon verloren. Stattdessen sollte man mit einem positiven Bild im Kopf in den Vortrag gehen, rät Gedächtnistrainerin Karin Petra Freiling, die auch an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel Vorträge und Seminare hält.

Sie will Menschen, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder dem Chaos im Kopf entgegenwirken wollen, praktische und theoretische Hilfen vermitteln. „Wenn man beispielsweise die Haut über dem Brustbein mit der flachen, wärmenden Hand oder am höchsten Punkt am Hinterkopf, dem Denkpunkt, mit den Fingerkuppen in einem so genannten Tellington Touch, einen eineinviertel Kreis, verschiebt, kommt es zu einer besonderen Konstellation der Gehirnwellen”, sagt Freiling.

„Studien belegen, dass diese Gehirnwellen denen eines Genies gleichen.” Wow! Aber darauf allein ist kein Verlass. Das Hirn braucht ein Ziel. Das bedeutet, so die Gedächtnistrainerin, sich während des Lernens immer wieder zu fragen, was man aus dem Gehörten und Gelesenen mitnehmen möchte. Notieren ist gut – aber gewusst wie, ist besser.

Visualisierungstechnik Mind Mapping

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Freiling arbeitet in ihren Seminaren vor allem mit Visualisierungstechniken wie dem Mind Mapping (Gedanken-Karte). Dies hat den Vorteil, dass nur ein Blatt nötig ist, um die notwendigen Strukturen eines Vortrages zu erfassen. Sei es der eines anderen oder die eigene Präsentation, für die man eine Gedächtnisstütze braucht. Eine Abfolge von Blättern oder Karteikarten, die wir mit in einen Vortrag nehmen, ist nur gut, so lange die Reihenfolge strikt eingehalten wird.

Fragt jedoch einer der Zuhörer zum vorvorigen Gedankengang etwas nach, muss zurückgeblättert werden. Dann ist die Ordnung dahin! Während der Referent mit hochrotem Kopf und Schweißbildung auf der Stirn seine Notizen durchforstet, haben die Zuhörer viel Zeit, das Wachstum ihrer Fingernägel zu studieren. Eine Mind Map hilft dagegen auf einem Blick, den roten Faden wieder aufzunehmen.

„Wichtig ist bei Aufzeichnungen, die linke und die rechte Hirnhälfte zu aktivieren”, betont Karin Petra Freiling, „denn nur wenn beide Hirnhälften lernen, ist es gut gelernt”. In der linken Hirnhälfte findet bei den meisten Menschen das logische und analytische Denken statt, hier wird geordnet, Sprache und Zahlen werden verarbeitet. In der rechten Hälfte ist das kreative, bildliche Denken und Vorstellungsvermögen angesiedelt, sie ist für Formen, Farben, Muster und Rhythmen zuständig.

Bei Notizen gilt: Doppelt hält besser. In die Aufzeichnungen gehören deshalb neben Fakten auch Assoziationen zum Gehörten wie kleine Bildchen oder Eselsbrücken. Erlaubt ist, was dem Hirn hilft, das Gehörte mit bereits bestehendem Wissen zu verknüpfen. Dies wird allerdings schwer, wenn schlechte Laune die Aufnahmebereitschaft blockiert.

Auch für diesen Fall hat Karin Petra Freiling einen einfachen Tipp: „Nach der chinesischen Lachtherapie hebt eine Minute lang lächeln die Stimmung um bis zu 30 Prozent.” Notfalls kann es zunächst auch ein eingefrorenes Dauergrinsen sein. Wichtig ist, dass sich ein wirkliches Lächeln daraus entwickelt. Überhaupt ist Entspannung alles: „Wenn wir im Stress sind, ist das Herz nicht kohärent und der Körper von der Natur auf Flucht oder Angriff programmiert, aber nicht auf das Speichern von Lernstoff”, erklärt die Fachfrau.

Info

Den Begriff Mind Mapping prägte der britische Mentaltrainer und Organisator von Gedächtnisweltmeisterschaften, Tony Buzan. Die Mind Map ist nach seiner Methode möglichst groß. Auf einem unlinierten Blatt wird die Abfolge von verschiedenen Gedanken oder – etwa beim Einkaufszettel – Stationen in Form eines Baumes mit zahlreichen Verästelungen dargestellt. Schlüsselworte werden besonders hervorgehoben, kleine Skizzen oder Bilder helfen ebenfalls, den Überblick zu wahren

Kinder könnten ebenfalls mit diesen Tricks arbeiten. Und auch Mütter, die erst mal den Schreibtisch des Nachwuchses konsequent vor den Hausaufgaben abräumen, weil jedes Spielzeug nur vom Lernen abhält, sollten gelassener werden: „Eine Schneekugel beispielsweise kann helfen, die Gedanken schweifen zu lassen, wenn man sich an einer Aufgabe festgebissen hat”, sagt die Gedächtnistrainerin, die auch Rohkost und Studentenfutter als griffbereite Knabberei für das konzentrierte Lernen empfiehlt.

Sigrid Aldehoff

 

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