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Alterungsprozess verlangsamen

Im Kopf und im Herzen jung bleiben

Was haben Mick Jagger, Gesine Schwan und Papst Benedikt XVI. gemeinsam? Sie haben längst das Rentenalter erreicht, etliche Falten und stecken voller Energie. Das eine oder andere Zipperlein wird sie gelegentlich plagen – warum sollte es ihnen anders ergehen als ihren weniger populären Altersgenossen?

altEs ist nicht unbedingt eine Frage des großen Namens oder eines dicken Portemonnaies, wie wir Menschen altern. Das nötige Kleingeld stellt zwar die Basics sicher: ein Dach über dem Kopf, Kleidung, eine gute Ernährung, Körperpflege und mal eine extra Massage, wenn der Nacken verspannt ist. Ausreichende finanzielle Mittel sorgen überdies für häusliche Entlastung, wenn man auf Hilfe angewiesen ist.

Es gilt aber auch: Wer reich und berühmt ist, ist nicht vor Krankheiten gefeit. Es sind zunächst die Gene, die Wissenschaftler für den Alterungsprozess verantwortlich machen. Auf unser Erbgut haben wir keinen Einfluss, wohl aber auf andere Faktoren, die als Altersbeschleuniger gelten. Etwa unsere Einstellung zum Leben. Der Mensch altert umso schneller, so die Forscher, je weniger positiv er in die Zukunft schaut. Je weniger Sinn er in seinem Tun sieht. In Sachen Sinnhaftigkeit ist Papst Benedikt den meisten eindeutig eine Nasenlänge voraus.

Freie Radikale lassen die Zellen alt aussehen

Noch einen weiteren Alterungsfaktor haben die Wissenschaftler ganz oben auf ihrer Liste: die freien Radikale. Die aggressiven Teilchen können im Körper viel Schaden anrichten. Doch zum Glück hat der Mensch ein System entwickelt, das ihm ermöglicht, die schädlichen Verbindungen zu neutralisieren. Kritisch wird es dann, wenn der Körper von den Aggressoren permanent überflutet wird.

Äußere Einflüsse, wie z. B. UV-Licht, Rauchen oder ungesunder Dauerstress, können die Oxidation verstärken. Stoßen die regenerativen Fähigkeiten des Organismus an ihre Grenzen, wirkt sich dies fundamental auf den Alterungsprozess aus. Dabei leidet auch das Herz-Kreislauf-System.

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße” – diesen Ausspruch kann der Kardiologe Dr. Axel Liebermann, Vorsitzender der Herz-Kreislauf-Liga Hagen e. V., nur bestätigen. Ein namhafter Kreis an Experten sucht in jedem Jahr auf dem Herz-Kreislauf-Tag nach Ursachen für frühzeitiges Altern und stellte wirksame Therapien vor. 44,2 Prozent der Todesursachen sind demnach auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.

Als Schwachstelle des menschlichen Körpers gilt nach Ansicht von Gefäßspezialisten das Arteriensystem.

Faktoren, die den Blutbahnen zusetzen:

  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bluthochdruck
  • Typ-2-Diabetes

Jede Erkrankung für sich genommen stellt schon ein Risiko dar, in Kombination (= Metabolisches Syndrom) verstärken sich die negativen Effekte noch. Mit dem „Tödlichen Quartett” riskiert der Mensch in letzter Konsequenz nicht nur sein Leben, sondern büßt zuvor erheblich an Lebensqualität ein.

Obwohl die Risikofaktoren für Herz und Kreislauf hinlänglich bekannt sind, zeigen die meisten Patienten in den Industrienationen keine Neigung zu einem gesünderen Lebenswandel und schlucken lieber Tabletten. Das geht aus einer Langzeituntersuchung der Universität Münster hervor.

Dass ungesundes Essen mehr ist als nur eine schlechte Angewohnheit, untermauert Studienleiter Prof. Ulrich Keil mit Hinweis auf die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus: Parallel zum Übergewicht stieg deren Quote als direkte Folge von 17 Prozent im Jahr 1995 auf rund 28 Prozent, fast eine Verdoppelung. Keil empfiehlt einen klaren Kurswechsel der Medizin in Richtung Prävention: „Das Verschreiben von Medikamenten allein reicht nicht. Die Ärzte müssen erkennen, dass auch sie verantwortlich sind für die Änderung des Lebensstils und entsprechend Einfluss nehmen.”

Sieben elementare Well-Aging-Strategien auf einen Blick:

1. Du bist, was du isst:

Frische und natürliche Lebensmittel, möglichst in Bio-Qualität, sind die Basis einer gesunden Ernährung. Auf alles, was nur wenige Vitalstoffe, chemisch-synthetische Zusatzstoffe oder gehärtete Fette, dafür aber umso mehr Kalorien enthält, kann man getrost verzichten. Und vieles spricht für einen vegetarischen Trend bei der Speisenauswahl.

2. Zauberformel Omega-3:

Diese Fettsäuren machen immer mehr von sich reden, und das aus gutem Grund: Sie wirken sich positiv auf erhöhte Blutfettwerte aus, die die Adern altern lassen. Die günstigen Fettsäuren stecken vor allem in Fischen wie Hering, Makrele oder Lachs, zudem in Lein-, Raps- und Walnussöl.

3. Jungbrunnen:

Mindestens zwei Liter Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee und Saftschorle pro Tag halten die Körperzellen prall und die Haut sieht glatter aus. Bedenkenswert: Zu wenig Flüssigkeit beeinträchtigt auch die Hirnleistung. Bei ernsten Herz- oder Nierenproblemen die verträgliche Flüssigkeitsmenge mit dem Arzt absprechen.

alt4. Radikal-Stopp:

Auf die Gene haben wir keinen Einfluss, wohl aber auf den oxidativen Stress. Fallen aggressive Substanzen vermehrt an, können Antioxidanzien wie z. B. Vitamin E, C, Carotin, Selen und viele Pflanzenstoffe, wie zum Beispiel OPC (Oligomere Procyanidine) aus Traubenkernen, die Reparaturmechanismen unterstützen.

5. Pflanzliche Helfer:

Gegen (fast) jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Zur Stärkung des Herzens hat sich Weißdorn traditionell bewährt. Knoblauch verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Artischocke kurbelt die Fettverdauung an und beeinflusst in Verbindung mit Ballaststoffen, etwa Haferkleie, den Cholesterinspiegel günstig.

6. Fit im Kopf:

Wer nach neuen Herausforderungen sucht, eingefahrene Gewohnheiten ändert und die Umwelt mit allen Sinnen wahrnimmt, bleibt geistig rege. Das Gehirn ist neben geistiger „Nahrung” zusätzlich auf handfeste Nährstoffe angewiesen, nicht umsonst trägt die bunte Mischung aus Nüssen und Kernen, Rosinen bzw. anderen Trockenfrüchten den Namen Studentenfutter. Zudem fördern Ginkgo und Ginseng die mentale Leistungsfähigkeit.

7. Bewegung als Altersbremse:

Bereits 15 bis 20 Minuten Bewegung täglich lassen unsere biologische Uhr langsamer ticken, schützen vor altersbedingten Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen und bringen das Immunsystem in Schwung. Dabei muss es gar nicht schweißtreibend zugehen. Für mehr Bewegung im Alltag sorgt ein Fußmarsch oder die Fortbewegung per Rad. Wer gezielt seine Knochen stärken möchte, kann ein Kraft- und Gymnastikprogramm einlegen.

Diese Empfehlungen werden mit Sicherheit nicht ausreichen, um den alten Menschheitstraum vom Jungbrunnen wahr werden zu lassen. Warum auch? Älter werden gehört zum Leben dazu. Um es so gesund wie möglich zu tun, können wir die Well-Aging-Strategien beherzigen; und was die Einstellung zum Leben angeht, hilft es vielleicht, ein bisschen verrückter zu sein, so wie Mick Jagger, ein bisschen engagierter und lebensfroher, so wie Gesine Schwan, und ein bisschen mehr auf innere Werte bedacht zu sein, so wie Papst Benedikt XVI.

Doris Eschenauer

Mhr zum Thema finden Sie in den Ratgebern „Bluthochdruck” und „Erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte” (PDF-Download)

Lesetipp: Das Alter kommt auf meine Weise. Lebenskonzepte heute für morgen. Ilse Biberti, Henning Scherf, 290 Seiten, Südwest, 16,95 Euro

 

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