Ernährungs-Tipps

Dem Krebs vorbeugen

Die Krebsforschung liefert laufend neue Erkenntnisse für Diagnose und Therapie. Beim Thema Prävention ist eines seit langem klar: Eine Erkrankung ist in vielen Fällen durch alteinen gesunden Lebensstil vermeidbar.

„Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention: eine globale Perspektive” – so lautet der Titel eines Reports*, erstellt von 21 renommierten Wissenschaftlern aus aller Welt. An ihren Instituten sichteten sie systematisch die Literatur zu diesem Thema. Von 497.350 Veröffentlichungen wurden 22.100 als seriös ausgewählt und ausgewertet. Ergebnis: Krebs steht in engem Zusammenhang mit dem Lebensstil.

Das belegen auch Migrationsstudien. Sie verdeutlichen, dass Einwanderer innerhalb weniger Generationen die typischen Krebsarten in ihrer neuen Heimat „annehmen“. Essverhalten und Umwelteinflüsse sind dafür mit die Ursache.
*Herausgeber ist das globale Netzwerk des World Cancer Research Fund International (WCRF)

Ernährung und Prävention – Sekundäre Pflanzenstoffe entscheidend

Krebs äußert sich prinzipiell in einer unregulierten Zellteilung, die zu einem ungebremsten Zellwachstum führt. In einem dreistufigen Prozess geht in der Initiationsphase die Fähigkeit zur Regulierung des Zellwachstums verloren, in der Promotionsphase bildet sich ein krebsartiger Herd. In der anschließenden Progressionsphase kommt es unter anderem zur Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen).

Besonders in Gemüse, Gewürzen und Obst findet sich eine Vielzahl von Nährstoffen, die in den ersten beiden Stufen der Krebsentstehung schützend eingreifen. Neben den in allen Lebensmitteln vorkommenden Vitaminen und Mineralstoffen kommt es vor allem auf die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe (SPS) wie zum Beispiel Polyphenole an. Sie sind die potentesten Abwehrstoffe gegen Krebs.

altIhre Wirkmechanismen werden etwa in dem Bestseller „Krebszellen mögen keine Himbeeren” (Béliveau, R., Gingras, D., Kösel Verlag 2007) genau beschrieben.

Der Report des WCRF gibt konkrete Empfehlungen, die aus der Vielzahl der Forschungsarbeiten extrahiert wurden. Acht allgemeine und zwei spezielle Empfehlungen bilden das Kernstück. Darüber hinaus betont der WCRF-Bericht die gesundheitliche Bedeutung des Nichtrauchens und des Meidens von Tabakrauch.

1. Schlank bleiben, schlank werden: Bleiben Sie so schlank wie möglich, und zwar innerhalb des normalen Körpergewichtsbereichs! Grundlage ist der sogenannte Body Mass Index, also das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße.

2. Körperliche Aktivität: Seien Sie mindestens 30 Minuten pro Tag moderat körperlich aktiv (z. B. schnelles Gehen). Bei verbesserter Leistungsfähigkeit setzen Sie sich das Ziel, mindestens 60 Minuten täglich moderat oder mindestens 30 Minuten intensiv körperlich aktiv zu sein. Schränken Sie sitzende Aktivitäten wie Fernsehen ein.

3. Wenig energiedichte Lebensmittel essen: Verzehren Sie energiedichte Lebensmittel nur selten. Energiearm und für die Krebsprävention sehr empfehlenswert sind z. B. Beerenfrüchte, Spinat, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln. Meiden Sie zuckerhaltige Getränke! Bedienen Sie sich bei Fast Food nur ausnahmsweise, wenn überhaupt.

4. Überwiegend Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs nutzen: Essen Sie täglich mindestens fünf Portionen (ca. 400 g) Gemüse und Obst und relativ unverarbeitetes Getreide(-produkte) und/oder Hülsenfrüchte, insbesondere Soja, zu jeder Mahlzeit. Menschen, die stärkehaltige Knollenfrüchte (z. B. Yams, Cassava, Kartoffeln) als Grundnahrungsmittel verzehren, sollten ausreichend nicht stärkehaltiges Gemüse und Obst zusätzlich konsumieren. Auch bestimmte Gewürze, wie z. B. Curry mit den besonders krebsabwehrenden Bestandteilen Kurkuma und schwarzer Pfeffer, sollten Sie häufig genießen.

5. Weniger rotes Fleisch sowie verarbeitete Fleischwaren zu sich nehmen: Nicht mehr als 500 g pro Woche essen; davon sollte sehr wenig, wenn überhaupt, zu Wurst etc. verarbeitet sein.

6. Alkohol nur in Maßen: Nehmen Sie wenig oder keine alkoholischen Getränke zu sich. Für Kinder und Schwangere ist er grundsätzlich tabu. Männer sollten nicht mehr als zwei Gläser Bier oder ein Glas Wein pro Tag konsumieren, Frauen eher noch weniger. Andere Genussmittel sind dagegen in der Krebsabwehr durchaus zu empfehlen, z. B. grüner Tee sowie Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil.

7. Haltbarmachung, Verarbeitung, Zubereitung: Begrenzen Sie den Salzkonsum. Vermeiden Sie gepökelte, gesalzene oder salzige Lebensmittel. Schließen Sie den Verzehr von verschimmelten Getreide(-produkten) oder Hülsenfrüchten aus. Achten Sie auf eine gute Qualität bei Nüssen und Trockenfrüchten.

8. Vitalstoffbedarf über natürliche Lebensmittel decken: Bemühen Sie sich, den Nährstoffbedarf möglichst über die Ernährung zu decken! Nahrungsergänzung sollte nur zielgerichtet und nach persönlicher Beratung betrieben werden.

9. Mütter sollten stillen; Säuglinge gestillt werden.

Für Personen, die an Krebs erkrankt sind bzw. waren: Es empfiehlt sich, sich von ausgebildeten Ernährungsfachkräften beraten zu lassen. Wenn möglich (und wenn keine anderen Ratschläge erforderlich sind), berücksichtigen Sie die allgemeinen Empfehlungen für die Ernährung, inklusive die zur Krebsprävention, ein gesundes Körpergewicht und körperliche Aktivität.

 

Bernd Küllenberg

Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „Krebserkrankungen”

Lesen Sie auch „Natürliche Mittel gegen den Krebs” (Interview)

 

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