Alkohol-Genuss in Maßen

„Ein Gläschen in Ehren!”

Zweifellos ist Alkohol ein Suchtmittel, das schon viele Menschen ins Verderben gestürzt hat. Jedoch gibt es gute Belege für einen positiven Gesundheitseffekt kleiner Mengen Alkohol auf Herz und Blutgefäße. Unter welchen Umständen kommt die gesunde Wirkung zum Tragen?

Alkohol in der Schwangerschaft
Alkohol-Verträglichkeit bei Frauen und Männern
Wie viel Alkohol darf man trinken?
Wie gesund ist Rotwein?
Tipps und Regeln: So lässt sich die schädigende Wirkung von Alkohol minimieren.

Alkohol in der Schwangerschaft

Besonders schwer wiegt der Alkoholgenuss – besser Alkoholmissbrauch – von Schwangeren. Er fügt dem Kind großen Schaden zu und kann das ganze Leben beeinträchtigen. Die schwerste Form der Schädigung durch Alkohol in der Schwangerschaft ist das so genannte Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Davon betroffene Kinder weisen körperliche und geistige Entwicklungsstörungen auf und sind in ihrem Verhalten auffällig. Typische Symptome sind ein geringes Geburtsgewicht, körperliche Missbildungen wie Nierenschäden und Herzfehler sowie Defizite in der geistigen Entwicklung. Konzentrationsschwäche, Lernschwierigkeiten und verminderte Intelligenz sind die Folge.

Das Fetale Alkoholsyndrom verursacht meist bleibende Schäden. Chancen für eine Heilung bestehen kaum. Viele Betroffene benötigen ihr ganzes Leben lang fremde Hilfe. Es wird vermutet, dass in Deutschland jährlich etwa 2000 Kinder mit schweren alkoholbedingten Folgeschäden geboren werden. Vermutlich ist dies nur die berühmte Spitze des Eisbergs! Es steht zu befürchten, dass noch deutlich mehr Fälle vorkommen. Weitestgehend bekannt ist dagegen die Leber schädigende Wirkung des Alkohols, die bei chronischem Missbrauch zu einer unheilbaren Leberzirrhose führen kann.

Alkohol-Verträglichkeit bei Frauen und Männern

altWie die Forschung eindeutig gezeigt hat, vertragen Frauen deutlich geringere Mengen an Alkohol. Denn er kann vom weiblichen Stoffwechsel nicht nur langsamer abgebaut werden, er verteilt sich auch schlechter im Körper. Dadurch, dass Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht und mehr Körperfett als Männer haben, wird der Alkohol unzureichend abgebaut. Die nachweisbare Menge von Alkohol im Blut ist daher bei Frauen nach Alkoholgenuss höher.

Schäden durch Alkohol

Gefährlich ist das für die Leber, den Herzmuskel und die Skelettmuskulatur. Stärker geschädigt werden aber auch die Bauchspeicheldrüse und das Gehirn. Eindeutig Risiko erhöhend wirkt sich Alkohol auf das Brustkrebsrisiko aus. Darüber hinaus wird die Krebsentstehung im Darm, Kehlkopf, Mund sowie in Speiseröhre und Leber gefördert.

Wie viel Alkohol darf man trinken?

Es gibt bis heute zahlreiche Studien, die übereinstimmend zeigen, dass ein täglicher Konsum von zehn Gramm Alkohol für Frauen und 20 Gramm Alkohol für Männer auch eine durchaus positive Seite hat: Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit wird so signifikant gesenkt. Menschen, die keinen Tropfen Alkohol trinken, haben ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, als diejenigen, die sehr mäßig, aber regelmäßig Alkohol trinken. Zur Orientierung: 20 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,5 l Bier. 10 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,1 l Wein.

Aber: Wird dem Alkohol zu stark zugesprochen, überwiegen wiederum die Nachteile, auch auf Herz und Blutgefäße. Denn ab 30 Gramm Alkoholkonsum pro Tag kommt es unweigerlich zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Bleibt es nicht bei einer moderaten Trinkmenge, steigt die Sterblichkeit wieder an und überschreitet schnell das Risiko der Nichttrinker. Es ist also wie bei vielen anderen Dingen auch: Es kommt auf das rechte Maß an. Oder um mit Paracelsus, dem berühmten Arzt, Alchemist, Astrologen und Philosophen des 16. Jahrhunderts, zu sprechen: „All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.”

alt

Wie gesund ist Rotwein?

Die „gesunde” Alkoholmenge wurde wissenschaftlich recht exakt ermittelt. Etwas schwieriger ist die Beurteilung der Studien hinsichtlich der Art alkoholischer Getränke. Denn das regelmäßige Trinken von Rotwein (Foto) beispielsweise kann statistisch nur schwer von anderen Lebensgewohnheiten wie etwa einer mediterranen Ernährung getrennt werden. Dennoch zeigen eine Vielzahl von unabhängigen Untersuchungen, dass der Rotweingenuss besonders die Blutgefäße schützt. Dies lässt sich mit dem Gehalt an Polyphenolen und Tanninen gut begründen, die eine starke antioxidative Wirkung entfalten.

Egal, ob Bier, Wein oder Spirituosen, fest steht: Eine kleine Menge Alkohol wirkt sich bei Erwachsenen durchaus positiv aus. Allerdings sollten die folgenden Regeln beachtet werden:

Tipps und Regeln: So lässt sich die schädigende Wirkung von Alkohol minimieren:
  • Keinerlei Alkohol für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche! Hier gilt: null Toleranz!
  • Frauen sollten die Alkoholmenge deutlich geringer halten als Männer, da die Grenzmenge, ab der negative Wirkungen auftreten, schnell erreicht ist.
  • Für Frauen und Männer gilt:  Bewusst alkoholfreie Tage einhalten, um eine Gewöhnung und damit ein Suchtverhalten im Keim zu ersticken.
  • Alkohol sollte auf keinen Fall als Problemlöser eingesetzt werden.
  • Keinerlei Alkohol für Menschen, die leberkrank sind. Übrigens: Nicht jede schwere Lebererkrankung ist auf den Missbrauch von Alkohol zurückzuführen.
  • Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten ihren Arzt fragen, ob und gegebenenfalls wie viel Alkohol sie trinken dürfen. 

Bernd Küllenberg

 

 

Anzeige

Banner

Reformhaus Ratgeber

Diverse Reformhaus Ratgeber
erhalten Sie in Ihrer Filiale oder
[hier als Download]