E-Mail

Entspannung pur

Natur mit allen Sinnen genießen

Vor lauter Hektik im Alltag bleibt manchmal kaum Muße, unsere Umwelt wahrzunehmen. Die wundervoll duftende Blumenwiese etwa oder den Sonnenuntergang. Füllen Sie jetzt Ihren Speicher an satten Gerüchen, und mit wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut.

altNehmen Sie sich einmal ganz bewusst Zeit, dem Sommer nachzuspüren – und fangen unten an: mit den Füßen. Bei der nächsten Gelegenheit einfach die Schuhe abstreifen und sich vom Gras kitzeln lassen.

Oder Sie steuern einen Barfußpark an. Dort erwartet die Besucher in aller Regel ein Parcours mit unterschiedlichen Bodenbelägen: Tauchen Sie tief in feuchten Schlamm ein und genießen, wie er durch die Zehen quillt. Kieselsteinchen pieksen die Fußsohlen, die Struktur von Tannenzweigen fühlt sich rau an. Erstaunlich, wie intensiv sich plötzlich die Füße bemerkbar machen.

Angenehmer Nebeneffekt der Unten-Ohne-Einheit: Die Fußsohlen werden gut durchblutet, warme Füße sind garantiert. Für ein Rundum-Sinneserlebnis halten Sie sich bestenfalls gleich eine ganze Nacht frei, möglichst eine besonders lauschige, in der es mit Sicherheit nicht regnen wird – und schlafen unter freiem Himmel!

Auf der Terrasse mit Liegestuhl und Kuscheldecke ist es sicher am gemütlichsten, aber auch mit Luftmatratze auf dem Balkon oder auf dem Rasen verspricht das Lager unter Sternen ein Fest für die Sinne. Wenn die Umgebung immer leiser wird, kein Auto mehr vorbeirauscht und die Nachbarn sich ins Haus zurückziehen, dann mischen sich ungewohnte Geräusche in die Stille.

Ein unheimliches Brummen, das sich als Motor des Teichbrunnens herausstellt, ein Rascheln im Gebüsch.

Vielleicht ein Igel?

Oder eine Katze?

Einige Stunden später senkt sich dann eine Decke aus Tau über Landschaft und Nachtlager.

Schön frisch, etwas kühl und in jedem Fall ein einzigartiger Start in den nächsten Tag.

Auf die Lauer legen

Die meisten Kinder können problemlos minutenlang Regenwürmer und anderes Kleingetier beobachten. Sie studieren dabei ganz genau die kleinen Körper und die winzigen Bewegungen. Womöglich haben Sie sich lange Zeit nicht mehr auf die Lauer gelegt, aber dieses Erlebnis sollte man sich keinesfalls länger entgehen lassen. Am besten direkt vor der Haustür starten und Ausschau halten.

Gefiederte Zweibeiner etwa können in einer Vogeltränke perfekt beobachtet werden. Stellen Sie eine flache Schale mit Wasser gefüllt in den Garten – bis zum ersten Baderitual wird es nicht lange dauern. Die Poolgäste kommen vorbei zum Eintauchen, Aufplustern, Ausschütteln und auf eine kleine Erfrischung zwischendurch. Ein drolliges Schauspiel.

Vielleicht zieht es Sie aber eher in den Wald. Dort sind diese Bewohner meist kaum zu übersehen: die Roten Waldameisen. Sie häufen große Hügel-Nester auf, in denen bis zu zwei Millionen Tiere leben. Die scheinbar nimmermüden Ameisen wiegen gerade mal zehn Milligramm, können aber ein zehnmal so schweres Blatt befördern. Und nicht nur das wird Richtung Heimat geschleppt.

Wer sich die Zeit nimmt, kann erleben, was die fleißige Arbeiterarmee alles zusammenträgt: Brötchenreste vom Picknickplatz nebenan, kleine Raupen und Blattwespenlarven. Sie sind eher ein Nachtmensch? Kein Problem: Dann düsen vielleicht Fledermäuse im Sturzflug vorbei oder ein Glühwürmchen-Schwarm tänzelt durch die Dunkelheit. Hauptsache, Sie halten die Augen offen.

Tipp für Kinder:

Junge Naturentdecker erliegen mit Sicherheit dem Reiz eines Keschers bzw. der Vielfalt der Wasserbewohner, die sich schnell im Netz finden. In eine mit Wasser gefüllte Schüssel einquartiert, können Wasserläufer & Co. in Ruhe beobachtet werden, bevor sie wieder zurück ins große Gewässer dürfen.

Dem Grün auf der Spur

Wie hieß eigentlich dieses Kraut am Wegesrand mit den gelben Blüten? Und die Kletterpflanze am Balkongeländer? Oft genug erwischt sich so mancher dabei, die Pflanzen und Bäume direkt vor der Haustür nicht zu kennen. Mit einem Bestimmungsbuch unter dem Arm macht der Streifzug durch die Natur noch mal so viel Spaß. Und hat einen gewissen Unterhaltungswert, wenn man zu zweit oder zu mehreren loszieht. Doch damit nicht genug. Ein wenig Basiswissen kann sogar hilfreich sein. Bei lästigem Juckreiz nach Mückenstichen schafft beispielsweise der frische Blättersaft von Bärlauch, Gänseblümchen oder Kamille Abhilfe. Zerreiben Sie einfach einige saubere Blätter zwischen den Fingern und tragen die Flüssigkeit vorsichtig auf.

Bei einer Verstauchung empfiehlt die Volksheilkunde kühlende Blätter von Sauerampfer und Rosen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, packt auf Ausflügen ins Grüne einen Insektenstift mit ätherischen Ölen (z. B. Cool pic von Aromara) oder kühlendes Silicea-Gel in den Rucksack. Auch in den Garten und auf die Fensterbank lassen sich heilende und würzige Kräuter holen (siehe dazu „Mit allen Sinnen – Interview”)

altFrischluft schnuppern

Die wohl schönste Art, Sommerluft zu genießen: Bewegung. Zum Beispiel auf einer Kanutour. Das sanfte Plätschern beim Paddeln entwickelt meist nach kurzer Zeit eine meditative Melodie, der sich kaum jemand entziehen kann. Schlag um Schlag ändert sich die Landschaft, Enten nehmen ein Sonnenbad am Ufer, Fische tummeln sich im Wasser. Noch schöner lässt sich kaum abschalten.

Oder wie wäre es mit einer Erkundungsfahrt ins Blaue? In einen Regionalzug (oder eine U-Bahn) setzen und mit dem Fahrrad bis zur Endstation fahren. Entdecken Sie vom Rad aus eine Ecke, in der Sie zuvor noch nie waren.

Unterwegs lockt ein Badesee? Ab in Badehose oder Bikini und rein ins Nass! Für längere Touren ins Ungewisse empfiehlt sich eine gute Karte, möglichst mit einem Maßstab von 1:50.000.

Ihnen steht eher der Sinn nach Höhenluft? Dann bietet sich ein Ausflug direkt in ein grünes Wald-Blätterdach an.

Auf sogenannten Baumwipfelpfaden (z.B. in Fischbach in der Pfalz oder in Waldkirch in der Nähe von Freiburg) wandeln Besucher mitten in den Baumkronen auf verschlungenen Wegen. Eine vollkommen andere Perspektive, als man sie vom „normalen” Waldspaziergang kennt.

Vorsicht vor Zecken

Warme Temperaturen locken leider nicht nur uns ins Freie – auch Zecken sind aktiv. In einigen Regionen können sie gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. Damit die kleinen Sauger erst gar nicht zubeißen können, sollte man ein paar Sicherheitsmaßnahmen beim Streifzug durch die Natur beachten: Helle Kleidung tragen, Zecken sind darauf besser zu sehen und können früher entfernt werden.

Am besten so viel Haut wie möglich bedecken. Nach dem Trip ins Grüne grundsätzlich die Kleidung wechseln und die Haut nach Zecken absuchen. Sollte sich bereits eine „festgebissen” haben, sie unbedingt sofort mit einer Zeckenzange entfernen. Anschließend die Stichstelle desinfizieren. Für Risikogebiete empfiehlt sich zudem eine FSME-Schutzimpfung.

Tipp für Kinder:

Verbringen Sie doch gleich eine ganze Nacht gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs in der Baumkrone. Einige Parks bieten Übernachtungsmöglichkeiten für Familien an. Ein Erlebnis, das garantiert lange in Erinnerung bleibt. Sommer-Souvenirs sammeln So schön die warmen Tage auch sind – der nächste Winter kommt bestimmt.

Damit Sie lange von den sonnigen Stunden zehren können, lohnt es sich, den Sommer zu konservieren. Zum Beispiel als Duftbeutelchen. Dazu die Blüten und Stängel vom Lavendelstrauch abernten und zum Trocknen legen. In ein hübsches Beutelchen verpackt – vielleicht sogar selbst genäht – verströmen sie viele Wochen den Duft des Südens.

Für Feinschmecker geradezu ein Muss: mit wenigen Handgriffen leckere, selbst gemachte Marmelade aus erntefrischem Obst einkochen. Mit 2:1 oder 3:1 Gelierzucker aus dem Reformhaus® wird die Konfitüre besonders fruchtig. Unbedingt probieren: Zweige frischer Minze mitkochen (vor dem Abfüllen wieder entfernen). Schmeckt fantastisch nach Urlaubsfrische.

Tipp für Kinder:

Kleine Naturfans konservieren den Sommer mit einem Spiel. Dazu braucht man jeweils zwei Blüten oder Blätter einer Pflanze und presst sie. Mit einer richtigen Blumenpresse geht es am einfachsten, alternativ reichen aber auch Löschpapier und dicke Bücher.

Sobald die Pflanzenteile getrocknet sind, einzeln auf dicken Karton kleben (z. B. Blanco-Karten aus dem Bastelladen) und mit durchsichtiger Klebefolie bedecken. Lehrreich wird das Gedächtnis-Spiel mit einem Bestimmungsbuch gleich in Griffnähe. Wir wünschen Ihnen viele schöne Sommer-Erlebnisse!

Bianca Gerlach

Lesetipps: 

  • Welcher Gartenvogel ist das? 126 Gartenvögel einfach bestimmen. Kosmos
  • Nix wie raus – 111 mal Natur entdecken und erleben, Kosmos
  • Duden – Schüler bestimmen Pflanzen, Duden Paetec
  • Bäume und Sträucher: Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check, BLV
  • Kleines Heilkräuter-Lexikon, Hädecke
 

Reformhaus Ratgeber

Diverse Reformhaus Ratgeber
erhalten Sie in Ihrer Filiale oder
[hier als Download]