Ernährung und Emotionen

Lebensmittel für ein gutes Gefühl

Ein arbeitsreicher Tag geht zu Ende und jede Faser des Körpers verlangt nach Süßem. Derartige Gelüste entstehen nicht ohne Grund. Wir verraten Ihnen, was dabei im Körper passiert und wie Sie sich glücklich essen können.

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Die aktuelle Glücksforschung zeigt, dass bestimmte Stoffe in der Nahrung aktiv das Gefühlsleben beeinflussen. Diese Stoffe können sogar die Behandlung depressiver Verstimmungen unterstützen. Mit dem psychischen Unwohlsein sendet unser Körper eine ganz eindeutige Botschaft aus: Er verlangt Nährstoffe für die Wiederherstellung des Wohlbefindens. Dabei sollen es aber die Richtigen sein.

Der Körper will energiereiche und wohlschmeckende Lebensmittel

Eine Forschungsgruppe um Dr. Michael Macht von der Universität Würzburg untersuchte die Zusammenhänge zwischen Essen und Emotionen. Das Ergebnis: etwa ein Drittel der Bevölkerung reagiert auf Stress mit einer Appetitsteigerung. Bei dieser Gruppe soll „Essen bei der Bewältigung negativer Gefühle helfen”, erklärt Macht. Allein die Bereitstellung von Energie bewirke eine Entspannung und Stimmungsaufhellung, wohingegen ein Defizit zu Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität führe.

„Der Wohlgeschmack der Nahrung ist es, der negative Emotionen reguliert”, begründet Michael Macht den Gute-Laune-Effekt. Tatsächlich greifen laut einer Umfrage 72 Prozent der Menschen bei trüber Stimmung zu Süßigkeiten und nur ein geringfügiger Prozentsatz tröstet sich mit Herzhaftem.

Das geschieht im Körper

Bei der Aufnahme wohlschmeckender Nahrung setzt der Körper so genannte Endorphine frei. Sie steigern das Lustempfinden, wirken schmerzlindernd und erzielen eine allgemeine Beruhigung. Endorphine sind Botenstoffe, die Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle weiterleiten. Wissenschaftler nennen solche Botenstoffe Neurotransmitter. Sie beeinflussen – neben anderen Effekten – auch die Stimmungslage. Am Institut für Glücksforschung in München ist man sich daher sicher: „Glück ist, wenn die Biochemie im Gehirn stimmt.”

Serotonin sorgt für Zufriedenheit

Ein solcher Neurotransmitter ist zum Beispiel das Serotonin. Es sorgt für Zufriedenheit und Sättigung. Zu wenig Serotonin führt zu Antriebslosigkeit, Angst und impulsiven Aggressionen. Logische Konsequenz: die direkte Zufuhr von Serotonin. Doch der Botenstoff kann die Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen, sondern muss im Gehirn selbst gebildet werden. Um dies zu unterstützen, hat sich der Einsatz der Lichttherapie, spezieller Medikamente und die Aufnahme der Aminosäure Tryptophan als sinnvoll erwiesen. Tryptophan ist als Vorstufe von Serotonin für dessen Bildung unbedingt notwendig.

altBestimmte Lebensmittel machen glücklicher

Mit der Zufuhr von Tryptophan allein ist es aber noch nicht getan. Die biochemischen Abläufe sind komplizierter. Eiweißreiche Speisen wie Milch oder Fisch enthalten zwar viel Tryptophan, aber für die Aufnahme ins Gehirn ist das Verhältnis zu anderen Nahrungsbestandteilen entscheidend. Hier erweisen sich pflanzliche Nahrungsmittel als besonders günstig. „Gestresste und depressiv veranlagte Menschen könnten von Snacks in Form von Bananen, getrockneten Datteln, Feigen, aber auch Schokolade profitieren”, so die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Alexandra Schek aus Gießen.

Blütenpollen unterstützen Serotoninbildung

Als Zugabe zu Müsli oder Joghurt liefern Blütenpollen jede Menge Tryptophan. Außerdem enthalten sie viele weitere Wirkstoffe, die ebenfalls für die Bildung von Serotonin wichtig sind, wie z. B. Magnesium, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin C und Niacin. Weil Vitamin C die Serotoninbildung unterstützt, äußert sich ein Vitamin-C-Mangel beispielsweise in Antriebslosigkeit und Gereiztheit.

Fisch als „Glücksbringer”

Fisch ist ein regelrechter „Glücksbringer”. So weisen Länder mit einem hohen Fischverzehr, wie z. B. Japan, eine niedrigere Depressionshäufigkeit auf, als Länder mit einem geringeren Fischverzehr, wie z. B. Deutschland. Verantwortlich dafür sind spezielle Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken  stimmungsstabilisierend und antidepressiv. Besonders empfehlenswert sind Fettfische wie Hering, Thunfisch und Makrele. Eine Alternative sind Lachsölkapseln oder Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen wie Leinöl. Entsprechende Produkte finden Sie im Reformhaus®.

Mediterrane Küche

Die mediterrane Kost vereint all die genannten Nährstoffe, die für eine verminderte Depressionshäufigkeit verantwortlich sind. Omega-3-Fettsäuren und andere ungesättigte Fettsäuren aus Fisch, Olivenöl und Nüssen, zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, Folsäure und andere B-Vitamine aus Obst, Gemüse und Kräutern können insgesamt bei Depressionen hilfreich sein.

Dr. Henrike Staudte

[Stand. 05.08.2014]

 

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