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Fruchtzucker

Fruktose in Maßen genießen

Schwere Bauchkrämpfe nach Obstgenuss. Fruchtzucker vergrößert den Bauchumfang. Metabolisches Syndrom durch Fruktose? Das sind die negativen Schlagzeilen. Vor wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Da wurde Fruktose als ideales alternatives Süßungsmittel nicht nur für Diabetiker empfohlen.

Die wesentlichen Gründe: Für den Abbau benötigt der Körper kein Insulin und zum Süßen reichen geringere Mengen, weil Fruchtzucker süßer schmeckt als andere Zucker. Doch die Wissenschaft steht nie still.

Das Naturprodukt Fruktose kommt als Zuckerbaustein in vielen Lebensmitteln vor:

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  • in Früchten
  • in Honig
  • in einigen Gemüsesorten

Und im festen Verbund mit einem anderen Einfachzucker, der Glukose, kennen wir es ebenfalls – als normalen Haushaltszucker. Vor allem in den USA findet man Fruktose darüber hinaus massenhaft als isoliertes Süßungsmittel in:

  • Puddings
  • Eis
  • Softdrinks
  • Limos

Und hier liegt das Problem. Der immense Anstieg der Fruktose-Verwendung tut uns Menschen nicht gut.

Normaler Umgang 


Amerikanische Forscher stellten eine Beziehung zu den zunehmenden Gewichtsproblemen der Bevölkerung fest. Insbesondere Limos und Süßigkeiten gerieten ins Visier der Wissenschaftler. Wer übermäßig viel Fruktose zu sich nimmt, legt an Gewicht zu.

Das wäre auch mit anderen Zuckern so – zu viele Kalorien machen nun mal dick. Aber Fruchtzucker produziert die Kilos wohl bevorzugt am Bauch, was schlecht für das Herz-Kreislauf-System ist. Doch halt, niemand sollte nun voreilig Obst vom Speiseplan verbannen. Schließlich besteht es aus noch mehr Bestandteilen als nur Fruktose.

Und auch Diabetiker-Produkte mit Fruchtzucker müssen aufgrund der neuen Erkenntnisse nicht vom Markt verschwinden. Ein maßvoller Umgang reicht – es müssen ja nicht amerikanische Verhältnisse herrschen.

Verwertungsstörung
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Vorsicht im Umgang mit Fruchtzucker ist allerdings für all die geboten, die Fruktose nicht richtig verwerten können. Man spricht dann von Fruktose-Malabsorption. Die Betroffenen klagen über Blähungen und Durchfall, Bauchkrämpfe und Übelkeit. Auslöser der Beschwerden sind meist Obst, Trockenfrüchte und die besagten fruktosegesüßten Lebensmittel.

Außerdem kann der Zuckeraustauschstoff Sorbit in Kaugummis und Bonbons zum Problem werden. Hintergrund der Malabsorption: Der Transportmechanismus für den Zuckerstoff aus dem Darm ins Blut ist gestört, der Fruchtzucker gelangt in tiefere Darmabschnitte und verursacht dort die genannten Probleme.

Ob dieses Phänomen deshalb häufiger auftritt, weil Fruktose und Sorbit immer öfter als Süßungsmittel in Produkten zu finden sind oder ob es früher von Ärzten nur nicht diagnostiziert wurde, ist unklar. Doch auch hier entwickelt sich die Wissenschaft: Die gezielte, gleichzeitige Aufnahme des Einfachzuckers Glukose soll eine Fruktose-Malabsorption mildern können.

Denn „Glukose hilft dem Körper, Fruktose aus dem Darm leichter aufzunehmen, indem es den Transportmechanismus GLUT-5 anregt”, weiß der Internist Dr. med. Bernd Regler. Diesen wissenschaftlich anerkannten Zusammenhang wusste der Arzt zu nutzen und gab die Anregung zu einem Produkt speziell für Menschen mit schlechter Fruktose-Verdauung (Gluco-Fruit von Bergland-Pharma). Inzwischen gibt es auch Reis-Sirup mit dem gleichem Effekt im Reformhaus®.

Enzym-Defekt der Leber


Ein weiteres, sehr schwerwiegendes Verwertungsproblem von Fruktose kann angeboren sein, Mediziner sprechen von hereditärer Fruktoseintoleranz (HFI). Bei HFI ist ein Enzym in der Leber defekt, schwere Leber- und Nierenschädigungen sind mögliche Folgen. Die Anlage zu dieser Erkrankung wird von beiden Elternteilen an das Kind vererbt, ohne dass bei ihnen selbst die Krankheit ausgebrochen sein muss.

Die HFI zeigt sich bereits im Kleinkindalter – dann, wenn der erste Brei gefüttert wird. Fruchtzucker ist von diesen Betroffenen konsequent zu meiden. Die Selbsthilfegruppe HFI bietet hierzu kompetenten Rat und Hilfe.

Die bundesweit tätige Gruppe wurde 1993 von Betroffenen gegründet. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern will sie Patienten und Ärzte über das Krankheitsbild aufklären, die Forschung voranbringen und vor allem Betroffenen Unterstützung bieten (Link s. u.). Hinweis: Aufgenommen werden nur HFI-Patienten.

Andrea Giese-Seip

Lesetipps:


  • „Fructose-Intoleranz”, Thilo Schleip, Trias Verlag
  • „Hereditäre Fructose-Intoleranz und Fructose-Malabsorption”, Hrsg. Martin Sacherl, Selbsthilfegruppe hereditäre Fructoseintoleranz (HFI), Bezug über www.fructoseintoleranz.de oder den Buchhandel
  • Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „Gesunder Darm”
 

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