Ernährungsmärchen

Wahr oder falsch

Ums Essen und Trinken ranken sich zahlreiche Legenden. Wir klären fünf der hartnäckigsten Irrtümer auf.

Kaffee entwässert

Tasse mit Kaffee und Herz im Schaum

Wer einen Kaffee, Cappuccino oder Espresso bestellt, bekommt oft ein Glas Wasser dazu. Das soll die vermeintlich entwässernde Wirkung des Kaffees wieder ausgleichen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) meint: Das Glas Wasser zum Kaffee löscht den ersten Durst, ist aber nicht unbedingt notwendig.  Das enthaltene Koffein hat laut Studien zwar einen harntreibenden Effekt – der ist jedoch so schwach, dass sich der Flüssigkeitshaushalt innerhalb eines Tages wieder ausgleicht. Kaffee trägt also – wie jedes andere Getränk auch – zur Flüssigkeitszufuhr bei.

Wegen seiner anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf ist der schwarze Muntermacher aber kein geeignetes Dauergetränk. Bis zu vier Tassen Kaffee mit 350 Milligramm Koffein sind ein gesundes Maß.

Nitratreiches Gemüse ist ungesund

Die stickstoffhaltige Verbindung in Rucola, Spinat oder Roter Bete steht im Verdacht, dass sich aus ihr krebserregende Nitrosamine im Körper bilden. Ob jedoch nitratreiches Gemüse das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen erhöht, ist kaum belegt. Vielmehr scheint viel Gemüse wegen der enthaltenen antioxidativen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe vor Krebs zu schützen!

Glas mit Rote Bete_Saft und Rote BeteEs gibt sogar Hinweise, dass Nitrat und seine Abbauprodukte gesundheitsfördernd sind: Ein halber Liter Rote-Bete-Saft am Tag wirkte entspannend auf die Gefäße und senkte den Blutdruck. Die Forscher vermuten, dass Vegetarier seltener unter Bluthochdruck leiden, weil sie häufig nitratreiches Gemüse essen.

Fett macht fett

Auf den ersten Blick hat Fett schlechte Karten: Mit neun Kalorien pro Gramm ist es Energieträger Nummer eins. Kohlenhydrate und Eiweiß liefern weniger als die Hälfte der Energie. Der Rat, mit Fett sparsam umzugehen, ist da eigentlich nur logisch.

Neue Studienergebnisse zeigen aber, dass es zwischen der Höhe und Art des Fettverzehrs und der Entwicklung des Körpergewichts keinen Zusammenhang gibt. Letztlich zählt fürs Schlankbleiben die einfache Regel, nicht mehr Energie aufzunehmen, als man verbraucht. Isst man zu viele Kalorien, ist Übergewicht die Folge.

Schnaps fördert die Verdauung

Eines stimmt: Der Alkohol im Schnaps entspannt die Magenmuskulatur und vertreibt ein Völlegefühl direkt nach dem Essen. Das ist aber auch schon alles. Forscher vom Universitätsspital Zürich fanden heraus, dass Alkohol die Magenentleerung verzögert und die Verdauung der Speisen sogar bremst! Die Experten raten dazu, zu schweren Mahlzeiten wie Käsefondue Wasser und Pfefferminztee statt Wein zu trinken.

Unser Tipp: Bitterstoffhaltige Tees oder ein Magenbitter (gibt es auch ohne Alkohol im Reformhaus®) 15 bis 30 Minuten vor dem Essen bereiten den Magen auf die Mahlzeit vor und fördern die Bekömmlichkeit.

Eier sind Cholesterinbomben

Gekopftes, gekochtes Ei im EierbecherJa, Eier enthalten viel Cholesterin – etwa 230 Milligramm pro Ei. Und es stimmt auch, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt, wenn zu viel Cholesterin im Blut kreist. Der Einfluss des Nahrungscholesterins auf die Blutwerte wird aber überschätzt.

Dazu muss man wissen: Unser Körper stellt Cholesterin selbst her, weil es lebenswichtig ist. Kommt viel Cholesterin von außen, beispielsweise mit einem Frühstücksei, drosselt der Körper die Eigenproduktion. Das hält die Cholesterinwerte im Blut praktisch konstant. Da dieser Ausgleich jedoch nicht bei jedem Menschen reibungslos funktioniert, raten Ernährungswissenschaftler, nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag zu essen.

Aber: Viel wichtiger ist, wie viel Fett wir essen und vor allem welches. Hier lautet die Maxime: wenig gesättigte Fettsäuren aus Fleisch und Wurstwaren und viele ungesättigte zum Beispiel aus Rapsöl, Leinöl oder Walnüssen.

Heide Ebrahimzadeh-Wetter

 

 

 

 

 

 

[Stand: 08.08.2014]

 

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