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Die Krise als Chance

Was macht Erfolgs-Typen aus?

Es gibt Menschen, die offensichtlich auf Erfolg programmiert sind: Haben sie einfach nur ein glückliches Händchen oder den Zufall auf ihrer Seite? Thesen und Wahrheiten zur Neurolinguistischen Programmierung.

In den 1960er-Jahren haben zwei Wissenschaftler einigen der erfolgreichsten Ärzte auf die Finger geschaut:

  • Was machen diese Therapeuten anders?
  • Wie reden sie?
  • Welche Worte und Körpersprache benutzen sie, um kranke Menschen bei der Rückkehr in gesunde Bahnen zu unterstützen?

Die beiden Wissenschaftler waren Richard Bendler und John Grinder. Sie begleiteten Virginia Satir (Familientherapie), Fritz Perls (Gestalttherapie) und Milton H. Erikson (Hypnotherapie) über einen langen Zeitraum und dokumentierten akribisch, auf welche Weise diese mit ihren Klienten kommunizierten. Dann extrahierten die Wissenschaftler die Techniken und erhielten Verhaltensstrategien für erfolgreiche Veränderungen bei Menschen.

altVeränderung von Denkmustern

Diese Strategie testeten sie an eigenen Probanden und stellten fest, um wie viel einfacher Fortschritte so zu erreichen waren. Sie hatten einen Schlüssel gefunden, um auch gesundheitliche Erfolge gezielt lern- und lehrbar zu machen. Und weil das Modell über die Veränderung von Denkmustern und durch den gezielten Einsatz von Sprache funktioniert, bekam es den Namen Neuro (denken) Linguistische (sprechen) Programmierung (verändern).

NLP ist sozusagen ein Werkzeugkoffer mit Kommunikations-Instrumenten. Ziel: die Neuausrichtung bei unerwünschtem, hinderlichem Verhalten. Durch die Anwendung dieser „Werkzeuge” soll eine optimale Umgebung für Wachstum im persönlichen, beruflichen und privaten Bereich geschaffen werden.

Trainer, Coaches und Therapeuten setzen sie ein, um in kurzer Zeit nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen. Und auch Lehrer und Führungskräfte nutzen Elemente für eine effiziente Kommunikation mit Menschen. Das Besondere an der Neurolinguistischen Programmierung: Das eigene Erleben steht im Vordergrund.

Es geht also nicht darum, jemanden zu überreden, sondern ihm neue Wahlmöglichkeiten zu eröffnen; eine andere Sicht auf bestehende Probleme zu ermöglichen. Das gelingt häufig schon mit kleinen sprachlichen Veränderungen. Wie Worte wirken, verdeutlicht dieser Satz: „Das hast du prima gemacht! Aber beim nächsten Mal achte bitte noch auf Folgendes …”

Er hinterlässt trotz des Lobes einen schalen Beigeschmack. Vielleicht war es doch nicht so toll, was geleistet wurde? Doch schon durch den Austausch eines einzigen Wortes hört und fühlt sich alles gleich viel besser an: „Das hast du prima gemacht! Und beim nächsten Mal achte bitte noch auf Folgendes …” Das Lob wird durch das Wörtchen „und” nicht aufgehoben  – der Verbesserungsvorschlag kann angenommen werden!

Den Blickwinkel verändern

Es gibt auch komplexere Methoden, die zu nachhaltigeren Veränderungen führen. Eine dieser Techniken ist die Arbeit mit bewussten Dissoziationen, also etwas mit Abstand zu betrachten. Das hilft besonders gut bei Stress oder wenn Sie sich über jemanden geärgert haben. Hierzu eine Übung, die für Außenstehende zunächst seltsam klingen mag, aber sehr effektiv ist.

Benötigt werden drei DIN-A4-Blätter, ein Stift und natürlich ein Problem, wie etwa eine festgefahrene Situation im Job. Das erste Blatt trägt die Überschrift „Ich, ganz im Thema”. Darauf werden die Fakten und vor allem auch die Gefühle notiert: Wie geht es mir? Wo spüre ich im Körper den Ärger? Dann in die Situation eintauchen und alles aufschreiben. Wenn man sich die Dinge von der Seele geschrieben hat, geht es oft schon etwas besser. Das ist die erste Stufe der Dissoziation.

Das „gefühlsbeladene” Blatt wird nun auf den Boden gelegt und man geht einige Schritte zurück. Dadurch entsteht noch mehr Abstand zum Problem und die ganze Situation lässt sich so besser von außen betrachten. Jetzt wird das nächste Blatt mit der Überschrift „Außensicht” versehen und ebenfalls auf dem Boden platziert. Das ist die zweite Stufe der Dissoziation.

Von hier aus wendet man sich als neutraler Beobachter dem Thema zu und überlegt: Was für Ressourcen bedürfte die Position „Ich, ganz im Thema”, um sich besser fühlen zu können? Das kann so etwas wie „Gelassenheit” oder „sich schützen können” oder „Kreativität” sein. Dies ist abhängig von der Begebenheit. Als Beispiel soll Gelassenheit dienen.

Jetzt wird das verbleibende dritte Blatt mit der Überschrift „Ressourcen-Schatztruhe” beschriftet und in einigem Abstand auf den Boden gelegt. In dieser „Schatztruhe” sind alle positiven Erlebnisse enthalten, die es im Leben bisher gegeben hat. Nun stellt man sich auf dieses Papier und sucht in der Schatzkiste eine vergangene Situation, in der ganz viel Gelassenheit vorhanden war.

Beispielsweise beim Schlangestehen an der Supermarkt-Kasse: Alle anderen drängelten, schimpften vor sich hin, während man selbst völlig gelassen abwartete.

Oder vielleicht gab es einen Urlaub, bei dem innere Gelassenheit die Tage prägte?

In der Schatztruhe ist die passende Erinnerung zu finden. Wichtig dabei: intensiv in die Erinnerung eintauchen. Ist das Gefühl der Gelassenheit wieder sehr präsent, „sendet” man es zur Position „Ich, ganz im Thema”. Dazu hilft die Vorstellung, ein kleines Paket gefüllt mit der benötigten Energie zu packen und auf die Reise zu schicken.

Abschließend stellt man sich wieder auf das Blatt, spürt noch mal der Stress-Situation nach und nimmt mental das Päckchen in Empfang. Jetzt heißt es, auspacken und die Gelassenheit aufnehmen. In der Regel fühlt sich die Situation nun schon ganz anders an.

Gesundes Denken für mehr Gesundheit

Aus der Salutogenese – der Entstehung von Gesundheit – ist bekannt, dass positive Gedanken unmittelbar Einfluss auf den Körper haben: Wenn Menschen gesund denken, denken sie sich gesund! Manchmal geht das fast wie von selbst, aber häufig wirft sich der innere Schweinehund bremsend dazwischen.

Dann hilft NLP, die Gedanken zu sortieren, um in gesunde Bahnen zurück zu finden. Durch einen anderen Blickwinkel auf gesundheitliche Schieflagen können sich leichter Lösungswege darstellen lassen. Kernfragen dabei sind:

  • Was ist die Botschaft der Krankheit?
  • Was ist das Positive am jetzigen Zustand?
  • Welche Ressourcen sind noch nicht genutzt?

altZugegeben, manchmal mag das sehr provozierend klingen, aber: Ist der Sinn einer körperlichen Einschränkung erkannt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Problem lösen lässt. Wie wirkungsvoll Gedanken sein können, hat vielleicht jeder schon einmal in seiner Schulzeit erlebt. Eine ungeliebte Klassenarbeit verursacht am Vortag solche Bauchschmerzen, dass eine Teilnahme an dem Test nicht möglich ist. Die positive Absicht liegt dabei auf der Hand: Vermeidung von Ärger. Im Erwachsenenalter gibt es ähnliche Strategien, die sehr zuverlässig in Richtung Krankheit führen. Leider sind die Absichten, die dahinter stecken, oft nicht so einfach greifbar.

Da können Glaubenssätze Einfluss haben („Ich kann das sowieso nicht” usw.), Vermeidungsstrategien aus dem Unterbewusstsein wirken („nur nicht auffallen”) oder ungünstige Rahmenbedingungen einen Zwang ausüben („Bei uns sind Überstunden normal”). Das alles kann zu körperlichen Symptomen führen. Die Erfahrung zeigt: Es lässt sich vieles ändern und die Neurolinguistische Programmierung stellt gute Werkzeuge zur Verfügung. Viele NLP-Techniken kann man selbst anwenden. Häufig ist die Begleitung durch einen Coach jedoch leichter und deshalb empfehlenswert.

Zwei Dinge sind dabei wichtig: Die Chemie muss stimmen und der Coach sollte mindestens die Master-Zertifizierung eines Dachverbandes haben. Da viele Techniken zu den Kurzzeit-Interventionen gehören, können auf diese Weise aktuelle Probleme in einer sehr überschaubaren Zeit (zwei bis fünf Treffen) eine positive Wendung erfahren.

Eine praxisbezogene Ausbildung findet in zwei Stufen statt (NLP Practitioner und NLP Master). Die Inhalte sind von den Dachverbänden in entsprechenden Curricula festgelegt. Ausbildungen zum NLP Practitioner und Master z. B. unter www.HannoSchenk.de

Weitere Infos: über die Dachverbände www.dvnlp.de und www.nlp-institutes.net

Lesetipp: Ian McDermott, Joseph O‘Conner, NLP und Gesundheit: Die offenen Geheimnisse der Gesunden, VAK Verlags GmbH

 

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